Isländischer Jazz und Mario Kopper

  • Weitere
    schließen
+
Zum zwölften Mal beim Musikwinter: das Fauré Quartett mit einem Konzert in der evangelischen Kirche. Diesmal unter dem Motto "25 Jahre Bilderhaus".
  • schließen

Der Gschwender Bilderhausverein präsentiert das Programm für die 34. Auflage des Musikwinters. In dieser Saison ist manches ein bisschen anders.

Es ist manches ein bisschen anders in dieser 34. Musikwintersaison. So gibt es feste Plätze und zunächst, bis 21. Oktober, auch nur Abokarten – damit die Macher des Bilderhausvereins die Räume optimal ausnutzen können. Es gibt neue Regeln für die Verpflegung, die Anordnung der Sitzplätze oder die Wege dorthin. Außerdem gibt es erstmals Live-Streaming-Tickets, die es erlauben, von zuhause aus Teil des Publikums zu sein.

Vieles ist auch vertraut

Aber es gibt auch vieles, das vertraut ist und funktioniert, wie gewohnt. Der fünfteilige jazzClub zum Beispiel, mit zwei Konzerten im Bilderhaus und dreien in der Gemeindehalle. Er setzt mit der Band ADHD aus Island zeitgenössische Akzente; mit Rita Marcotulli & Luciano Biondini auf italienisches Flair; mit dem 17-jährigen Jakob Bänsch und seiner Collection auf die Jugend; Tigran Hamasyan und sein Trio komplettiert den jazzClub mit Preisgekröntem. Wobei der Jazz in Gschwend, auch das ist Tradition, die Musikwintereröffnung am 31. Oktober übernimmt. Allerdings ist hier für den erkrankten italienischen Jazzer Enrico Rava der Saxofonist Francesco Bearzatti eingesprungen – to play the music of Enrico Rava.

Hochkarätig wie gewohnt die Klassik. Vier Konzerte in der evangelischen Kirche – angefangen beim vergnüglichen Divertimento mit Maria Reiter & Christian Gruber über Barock total in "unerhörter, spritziger, witziger moderner Form mit Jan Nigges & Friends bis hin zum zwölften Auftritt des Fauré Quartetts, das das Motto 25 Jahre Bilderhaus trägt. Den Schluss macht ein Gastspiel des Novus String Quartett, für das sich die vier koreanischen Streicherstars den spanischen Klarinettisten Pablo Barragán eingeladen haben.

Fünf Abende zum Thema Exil bilden die Literaturreihe mit dem Motto "Aus Deutschland vertrieben". Zum Auftakt analysiert Professorin Dr. Doerte Bischoff die Echoräume des Exils, spricht über Literatur und Flucht allgemein. Große Schriftsteller, die beides am eigenen Leib erfahren haben, kommen dann zu Wort: Barbara Auer liest Anna Seghers Ausflug der toten Mädchen; Christian Brückner liest Bert Brechts Svendborger Gedichte; Harald Krassnitzer liest Stefan Zweigs Schachnovelle und Julia Stemberger liest Lisa Fittkos Mein Weg über die Pyrenäen. Einen lustvoll-sinnlichen literarischen Akzent setzt der Abend mit Andreas Hoppe, dem Mario Kopper aus dem Ludwigshafen-Tatort, der das Publikum im "Hi Charles" in Gmünd auf eine kulinarische Entdeckungsreise durch Sizilien mitnimmt.

Neben dem Kurs- und Kinderprogramm sowie dem Flamenco-Fest ist die Reihe Weltreligion mit drei Abenden vertreten, zu denen Sibylle Lewitscharoff sowie die Professoren Dr. Olivia Mitscherlich-Schönherr und Dr. Hubert Wolf nach Gschwend kommen. Und es gibt das politische Rendezvous mit sieben Abenden über den Konservatismus. Gesucht werden Antworten auf die Frage, warum die Grenzen zu rechtsextremen Einstellungen verschwimmen.

Das Programm gibt's gedruckt, unter www.bilderhaus.de. Karten unter (07972) 72222 oder info@bilderhaus.de

Andreas Hoppe ist kulinarisch in Gmünd.
Harald Krassnitzer liest Stefan Zweig.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

WEITERE ARTIKEL