Isolierbetten an Kliniken füllen sich

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Landrat Dr. Joachim Bläse mahnt zu Achtsamkeit, fordert aber auch: "Wir müssen lernen, mit Corona zu leben."

Aalen. Ein "spannendes Wochenende" liegt hinter Landrat Dr. Joachim Bläse, wie er am Dienstag im Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung sagte. Angesichts steigender Corona-Fallzahlen habe er veranlassen müssen, dass einige Hochzeiten und private Feste abgesagt wurden. "Das tut mir in jedem einzelnen Fall leid, aber es gibt im Moment leider keine Alternative", sagte er.

Viele hätten Angst vor einem neuen Lockdown, daher gelte es, die Corona-Regeln einzuhalten. Und zwar nicht, weil diese quasi von oben erzwungen würden, sondern weil nun Gemeinsinn zähle. Es gelte aber auch, "mit Corona zu leben", meint Dr. Bläse. Für ihn bedeutet dies, dass das gesellschaftliche Leben nicht zum Erliegen kommen darf. "Wir brauchen den Alltag, dürfen nicht alles runterfahren", sagte er. Einkaufen, zu zweit Essen gehen, all dies ginge. Gastronomie und Einzelhändler hätten gute Hygienekonzepte. Auch er nehme weiterhin Außentermine wahr, die Gremienarbeit müsse ebenso weitergeführt werden.

Zu Masken im Schulunterricht gebe es keine Alternative, "anders kriegen wir das nicht in den Griff, Abstände sind dort kaum einzuhalten". Schulbetrieb und das wegen Betreuung daran geknüpfte Berufsleben müssten aufrecht erhalten werden, antwortete er auf eine Frage von Dr. Susanne Garreis (Grüne).

Das Infektionsgeschehen im Ostalbkreis sei eher diffus. Immer wieder anderswo flamme Corona auf, auch an Schulen. Hotspots gebe es nicht. Aber: "Was im öffentlichen Rahmen mit Hygienekonzepten gut funktioniert hat, haben wir im privaten Bereich nicht gut gemacht", sprach er private Feste oder sorglose Reiserückkehrer aus Risikogebieten an. Hier ließen sich viele Fälle eindeutig zuordnen.

Nach relativ langer Ruhe sei es nun wieder zu Fällen in Altenheimen gekommen, bedauerte er. In den Kreiskliniken sei inzwischen die Zahl der belegten Betten auf Isolierstationen von drei auf nun elf gestiegen. Aktuell liege die 7-Tage-Inzidenz im Kreis bei 42. "Steigt diese über 50, müssen wir weitere Maßnahmen ergreifen."

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