Jazz-Heimspiel im Prediger

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Im Sommer starteten die Jazzkonzerte draußen, nun finden sie im Prediger statt.

Drei Bands aus der Region geben in Schwäbisch Gmünd großartige Konzerte – volles Haus unter Corona-Bedingungen.

Kulturveranstaltungen in Zeiten der Coronakrise sind häufig von Einschränkungen betroffen. Um so verdienstvoller sind die Konzerte, die "Jazzmission" schon während des Sommers im Freien veranstaltet hat – und die nun mit Herbstbeginn in geschlossenen Räumen fortgesetzt werden. Selbstverständlich unter den Bedingungen, die die Pandemie vorgibt. Am Samstag spielten im Prediger drei Bands, die mehr oder weniger in der Region beheimatet sind.

Das Christoph Braun Quintett macht den Anfang mit Christoph Braun an Trompete und Flügelhorn, Lennard Fiehn mit Tenor- und Basssaxofon und Martin Söros am Piano, ergänzt von Bassist Lukas Hatzis und Drummer Lucas Klein. Melodisch der Beginn bei zunehmendem Wechselspiel – und doch insgesamt in klassischer Jazztradition. Sämtliche Musiker stammen dabei mehr oder weniger direkt aus der Region – und so erinnern auch die Titel der von Braun komponierten Stücke an Erlebtes. "Late October" titelt er das Lied, das Herbststimmungen einfängt und in Töne verwandelt wiedergibt. Sehr gut kommt hier das Piano zum Tragen, während Bass und Drums den Rhythmus unterlegen. Trompete und Sax sorgen für individuelle Einsprengsel.

Auch für "Mia" – benannt nach einer Schülerin des Komponisten – gilt diese Aussage. "Ihre Energie steckt in diesem Stück", so der Komponist. Und mit "Zurück zur Quelle" wird der Brenz-Ursprung zum Themengeber eines sehr swingorienterten Stücks. In "Critical mass" dann zeigt die Band die eigenwilligen Seiten des Genres auf – und wird mit Beifall verabschiedet.

Ruhiger in Verlauf und Ausdruck dann die Lieder im Foyer. Hier stehen Julia and Me auf der Bühne. Eindrucksvoll der Gesang von Julia Bak, die einfühlsam Themen um Liebe und Leben interpretiert und sich auf der Gitarre begleitet. Genauso einfühlsam greift Clemens Gottwald ihre Vorgaben auf, begleitet sie vocal – und unterstreicht mit der Posaune angesagte Stimmungslagen. Außerordentlich braust Beifall auf, als er mit seinem Solovortrag die vielfältigen Möglichkeiten dieses Instruments demonstriert.

Dann folgt der Höhepunkt des an musikalischen Höhepunkten reichen Abends. Die siebenköpfige Spielvereinigung SpVgg Kreuzberg spielt auf. Julian Gretschel – er stammt aus der Gegend – spielt Posaune und komponiert. Ebenfalls Komponist und Pianist ist Heiko Kulenkampff. Beide zusammen sind sie die Gründer der SpVgg Kreuzberg. Zur Band geholt haben sie Stefan Fränzel, Altsaxofon, Nik Leistle, Tenor- und Basssaxofon mit Joachim Bleiberg an der Trompete. Am Bass ist Anders Grop und an den Drums Karl Schönburg. Mit "More is More", einer Komposition Kulenkampffs, dann der fulminante Auftakt, dem weitere fulminante Stunden folgen.

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