Je drei: Seen, Flüsse, Überraschungen bei der Motorrad-Sommertour

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Blick ins Ries auf dem Weg nach Niederaltheim. Standort: Nähe Burgruine Hochhaus.
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Der Reporter fährt übers Härtsfeld ins Ries, entlang der Wörnitz zur Donau und schließlich die Brenz entlang von der Mündung bis zur Quelle.

Oberkochen

Die paar Kilometer am Schwarzen Kocher entlang nach Unterkochen zählt der Motorradreporter nicht als Flussstrecke mit. Er hat sich einen Rundkurs vorgenommen, auf dem drei Seen liegen und er zumindest jeweils eine Weile entlang eines Flusses fahren will.

Zunächst geht es aber aufs Härtsfeld, wo Wasser seit jeher knapp ist. Die Strecke führt von Ebnat aus über Großkuchen nach Neresheim, weil in Elchingen gesperrt ist. Aber die Großkuchen-Strecke ist sowieso eine schönere Variante. Der Reporter düst übers Härtsfeld und es dauert eine Weile, bis ihm bewusst wird, was fehlt. Nicht, dass das ein Mangel wäre – aber die Dampfsäulen der Kühltürme des Atomkraftwerkes Gundremmingen sind verschwunden. Es ist seit Jahresbeginn abgeschaltet.

In Neresheim knattert der Motorradfahrer den Ulrichsberg hoch zum Kloster. So kann er kurz über den Hof des Bahnhofs der Museumsbahn tuckern und gucken, ob was Interessantes rumsteht. Die wunderschöne barocke Klosterkirche hat er bereits mehrfach besucht. Falls die jemand noch nicht von innen gesehen haben sollte: unbedingt hingehen!

Über Kösingen (links-rechts-Haken durchs Dorf) und das bereits bayerische Forheim will er nach Niederaltheim, südlich von Nördlingen. Dort hat er auf der Landkarte einen kleinen Badeweiher ausgemacht. Von Forheim aus schlängelt sich die Straße durch das in den Riesrand eingeschnittene Tal des Forellenbachs hinunter nach Christgarten. Dieser Streckenabschnitt wäre übrigens auch einen Umweg wert. So aber geht’s danach an der Burgruine Hochhaus vorbei vollends hinab ins Ries.

Badeweiher Niederaltheim

Zuerst donnert der Reporter auf gut ausgebauter Straße an der Zufahrt zum Badeweiher Niederaltheim vorbei. Man müsste halt wissen, dass die Einfahrt zum Parkplatz direkt gegenüber der Zufahrt zur Ganzenmühle abzweigt. Aber dann ratlos durchs Dorf tuckernd, findet er zum Glück jemanden, der ihm den Weg weist.

Der Weiher ist etwa 60 Meter lang und 25 Meter breit. Es gibt einen Kinderplanschbereich. Klares Wasser mit einigen Pflanzen, im Sommer nicht zu kalt. Die Anlagen werden von einer Interessengemeinschaft gepflegt: gemähte Liegewiesen, Umkleiden, Sitzbänke, Abfalltonnen.

In Möttingen kurz auf die B 25 Richtung Augsburg, dann links über den Bahnübergang. Der Zweiradpilot hat vor, auf Landstraßen entlang der Wörnitz über Harburg und ein paar Dörfer bis nach Donauwörth zu kommen. Wenn da der Straßensperrteufel nicht wieder zugeschlagen hätte: Zwischen Heroldingen und Harburg wird die Fahrbahn erneuert. Das zwingt den Reporter auf die belebte Bundesstraße, die er aber gleich nach dem Tunnel unterm Schloss wieder verlässt. Über Brünsee, Ebermergen und Wörnitzstein mit seiner hübsch-markanten Kalvarienbergkapelle aus dem Jahr 1750 findet er nach Donauwörth in die Altstadt. Das 20.000-Einwohner-Städtchen hat eine lebhafte Geschichte, unter anderem als Freie Reichsstadt. Es atmet den fast italienisch anmutenden Charme bayerischer Flussstädtchen.

Nach einer Pause steuert der Motorradreporter auf die B 16, die ungefähr entlang der Donau in Richtung Ulm führt. Ein weiteres Zwischenziel liegt nur zehn Kilometer entfernt: der Tapfheimer Badesee. Zu seiner Verwunderung trifft er dort zwei BMW-1200-Fahrer aus Wolfenbüttel bei Braunschweig, die er bei seiner Pause in Donauwörth am Motorradparkplatz in der Reichsstraße bemerkt hatte. „Wir haben den Hinweis auf den Badesee Tapfheim auf deinem Zettel im Kartenfach des Tankrucksacks gelesen“, bekennen sie freimütig. Die beiden wollten auf der Heimreise von Österreich ein paar Tage an den Bodensee. Weil dort aber Regenwetter herrscht, seien sie nach Donauwörth ausgewichen und machten ein paar Tagestouren, erzählen die beiden. Und tuckern wieder davon, denn eigentlich wollen sie ja Nördlingen einen Besuch abstatten.

Der Badesee Tapfheim liegt fast an der Donau. Er hat die Form eines Halbkreises, die gerade Seite ist etwa 200 Meter lang. Das Wasser ist angenehm warm und klar, es gibt einen schwimmenden Steg, einen großen Planschbereich für Kinder, eine Frischwasserdusche, einen Spielplatz, Toiletten, Tischtennisplatten und ein Beachvolleyballfeld. Was es leider nicht gibt, ist ein Kiosk, und so wird der Reporter sein Bedürfnis nach Kaffee und einem Eis später schnöde an einer Tankstelle stillen.

See für Wassersportler

Der Reisende gibt seiner R 850 GS die Sporen und donnert auf der abschnittsweise dreispurig ausgebauten B 16 weiter bis hinter Gundelfingen. Bei Emmausheim biegt er rechts ab, den Gufi-See mit seinem Wasserskilift hat er sich als Ziel gewählt. Kleine Enttäuschung gleich nach der Ankunft: Schwimmen verboten. Der Baggersee gehört ausschließlich den Wassersportlern. Auf einem gut 800 Meter langen Rundkurs kann man sich von einer Seilbahn auf Wasserskiern, Wakeboards oder auch „Kneeboards“ über den See ziehen lassen. Für Geübte hat man einen Slalomkurs durch Bojen eingerichtet sowie einige Schanzen. Die Zwei-Stunden-Karte für Erwachsene kostet 31 Euro, Jugendliche bis 17 Jahre zahlen 26 Euro. Weitere Preisübersicht und Öffnungszeiten im Internet.

Schwimmen kann man im offenbar namenlosen Baggersee gleich gegenüber oder aber am Wünschsee, Erdbeersee oder am nördlichen Mooswaldsee (mit Hundestrand) in der Nähe. Am besten mal auf Google Maps angucken.

Entlang der Brenz soll es zurück in Richtung Heimat gehen. Bei Lauingen mündet der Fluss in die Donau, nachdem sein Wasser vom Quellsee in Königsbronn aus 52 Kilometer zurückgelegt hat. Über Bächingen, Sontheim und Brenz a.d. Brenz tuckert der Reporter zur B 492 und gibt dann Gas. Er fährt aus Neugier in Giengen durch die Stadt, was sich aber nicht unbedingt lohnt. Dann auf die B 19 und vorbei an Herbrechtingen nach Heidenheim und über Königsbronn zurück nach Oberkochen. 196 Kilometer stehen auf dem Tageszähler.

Weiter Informationen gibt es

Härtsfeld-Museumsbahn:

www.hmb-ev.de

Abteikirche Neresheim:

www.abtei-neresheim.de

Stadt Donauwörth

www.donauwoerth.de

Badesee Tapfheim:

www.tapfheim.de

Gufi-See:

www.wasserski-gundelfingen.de

Wörnitzbrücke mit Kirche und Gasthaus in Ebermergen.
Donauwörther Innenstadt, hier in der Reichsstraße, mit kunstvollen Giebelseiten.
Kiesstrand und schwimmender Steg am Badesee in Tapfheim, gleich westlich von Donauwörth.
Am Gufi-See, der zu den sogenannten Fetzer-Seen gehört, zieht eine gut 800 Meter lange Seilbahn Wassersportler durch die Fluten.
Der Badeweiher bei Niederaltheim, im Vordergrund der Kinder-Planschbereich.
Der Motorrad-Rundkurs geht von Oberkochen übers Härtsfeld ins Ries. Weiter durch bayerische Dörfer bis zum Gufi-See bei Gundelfingen und entlang der Brenz wieder zurück in den Ostalbkreis.

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