Kaninchenzucht in Abtsgmünd: Die Ermittlungen laufen

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Die Kaninchen leben in Gitterboxen. Laut Landratsamt entspricht die Haltungsform grundsätzlich den Anforderungen.
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Das Landratsamt und die Betreiberfirma äußern sich zu den möglichen Tierschutzverstößen in Abtsgmünd.

Abtsgmünd. Nach einer Anzeige von Tierschützern ermittelt die Staatsanwaltschaft Ellwangen wegen möglicher Tierschutzverstöße in einer Zuchtanlage für Kaninchen in Abtsgmünd. Das Verfahren richte sich gegen zwei Beschuldigte, sagte ein Sprecher der Behörde der Deutschen Presseagentur (dpa). Details könne er nicht nennen, die Ermittlungen seien in einem „frühen Stadium“.

Der Verein Deutsches Tierschutzbüro hatte Videoaufnahmen veröffentlicht, die aus dem Betrieb stammen sollen. Darauf ist etwa zu sehen, wie zwei Mitarbeiter Kaninchen totschlagen.

Die Betreiberfirma der Anlage ließ über einen Anwalt mitteilen, einer der beiden auf den Aufnahmen zu sehenden Mitarbeiter habe den Betrieb bereits verlassen. Kaninchen dürften dort nur ausnahmsweise nach anerkannten Regeln notgetötet werden, wenn eine Behandlung durch einen Tierarzt keinen Erfolg verspreche und das Leiden des Tieres ohne sofortiges Handeln erheblich verlängert werde.

Die Anlage werde regelmäßig vom Veterinäramt kontrolliert, das „zu keinem Zeitpunkt Anlass zu einer förmlichen Beanstandung“ gehabt habe. Bei einem so großen Betrieb lasse sich zwar nicht ausschließen, dass verletzte oder tote Tiere gerade nachts und am Wochenende „nicht so zeitnah“ wie tagsüber und an Wochentagen gefunden werden. Der Betrieb verbessere die Abläufe aber ständig. Die Mindestgröße der Käfige entspreche zudem den gesetzlichen Vorgaben, so der Anwalt weiter.

Das Veterinäramt des Ostalbkreises kontrolliere den Betrieb in Abtsgmünd regelmäßig, wie Sprecherin Susanne Dietterle auf Anfrage mitteilt. Kontrollen hätten im August 2021 sowie im April, Juni und Juli dieses Jahres stattgefunden. Eine Anzeige gegen den Betrieb von augenscheinlich privater Stelle sei im April erstattet worden. Auf die darin vorgeworfenen tierschutzwidrigen Tötungen hätte es bei einem Betriebsbesuch kurz zuvor keine Anzeichen gegeben, so Dietterle. Im Juni wurden die Vorwürfe bei einer unangekündigten Kontrolle erneut untersucht. Dabei habe das Veterinäramt Mängel festgestellt, etwa das Fehlen von Nachweisen für die Behandlung von Tieren oder die nicht sachgemäße Gestaltung des Ruhebereichs. Im Juli sei der Betrieb erneut kontrolliert worden, die Mängel wurden laut Landratsamt behoben.

Die auf den veröffentlichten Aufnahmen gezeigten Situationen, die dem Landratsamt laut Schreiben ausschnittsweise gezeigt wurden, stimmten „nicht mit dem Eindruck“ der Kontrolleure überein, so Dietterle. Die Haltungsform entspreche grundsätzlich den Anforderungen. Die gezeigten Tötungen der Kaninchen verurteile die Behörde „aufs Schärfste“ und sie entspreche nicht den rechtlichen Vorgaben. Das im Video gezeigte Verhalten entspreche nicht den Abläufen, die während einer Kontrolle geschildert wurden, so Dietterle weiter. Das gesamte Videomaterial soll nun den Strafverfolgungsbehörden vorgelegt werden, um die strafrechtliche Relevanz zu klären, fordert das Landratsamt. mit dpa 

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