Katharina Heyer aus Ellwangen spielt Kunstfälscherin im Krimi

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Katharina Heyer wurde in Ellwangen geboren. Im ARD-Krimi "Harter Brocken: Die Fälscherin" spielt sie eine Kunstfälscherin.
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Sie ging zur Schule in den USA und in Schweden, studierte in Berlin. Doch mit ihrer Heimat ist die 37-jährige Schauspielerin bis heute verbunden.

Eine durchaus geheimnisvolle Kunstfälscherin spielt die Ellwanger Schauspielerin Katharina Heyer im ARD-Krimi "Harter Brocken – Die Fälscherin" unter dem Namen Anna Sorenko. "Man weiß nicht genau, woran man bei ihr ist", so beschreibt die Ellwanger Schauspielerin ihre Rolle. Anna sei es gewohnt, die Dinge allein zu regeln und verlasse sich nicht auf andere.

Anna Sorenko ist eine geniale Künstlerin, die in der Lage ist, auch anspruchsvollste Werke in atemberaubender Perfektion zu kopieren. Eigene Werke schafft sie allerdings nicht, da sie glaubt, die Perfektion der von ihr kopierten Meister doch nie erreichen zu können. "Sie lebt in ihrer eigenen Welt und lässt wenige Menschen daran teilhaben", erzählt Katharina Heyer.

Rolle und Realität

Die Ellwanger Schauspielerin sieht da eine gewisse Ähnlichkeit zu sich selbst. Auch sie sei lange Zeit einen Weg der Unabhängigkeit gegangen. "Als Teenager hatte ich sehr großes Fernweh, ich hatte Sehnsucht nach etwas Neuem, etwas Anderem, dem Fremden", sagt sie. Daher beschloss sie schon im Alter von 16 Jahren, in die USA zu gehen, um dort ihre erste Platte aufzunehmen. "Damals war ich sehr umtriebig", erinnert sie sich. Als Sängerin trat sie in verschiedenen Bands auf und nahm ihre eigenen Lieder als Singer-Songwriterin auf. "Außerdem konnte ich von dem High-School-System profitieren."

Schauspiel zählte dort als Schulfach und auch ihre Vorliebe zur Kunst konnte sie damals in verschiedenen Kursen nachgehen. Nach einem halben Jahr ging es für Heyer dann von den USA nach Schweden. "Ich lebte sehr selbstbestimmt, gab ein paar Konzerte und saugte den weltoffenen Charakter meiner schwedischen Freunde ein", erzählt die Schauspielerin. Den Weg der Unabhängigkeit ist sie damals gegangen, als unnahbar und geheimnisvoll bezeichnet sich die Schauspielerin im Vergleich zu der Rolle als Kunstfälscherin im ARD-Krimi aber nicht. "Ich bin froh, dass ich mich anderen Menschen anvertrauen kann, die mich so nehmen wie ich bin."

Ich glaube, mit zunehmendem Alter beginnt eine gewisse Suche nach den Wurzeln.

Katharina Heyer in Ellwangen geborene Schauspielerin

Zurück in die "schwäbische Provinz"

Vom Schubart Gymnasium in Aalen in die USA, nach Schweden und dann wieder zurück in die "schwäbische Provinz" nach Blaubeuren, um das Abitur zu machen. Katharina Heyer erinnert sich daran, dass es sich damals wie ein Rückschritt angefühlt habe. "Damals wollte ich immer weiter, höher, schneller." Sie konnte es kaum erwarten, die Heimat wieder zu verlassen, und so gelang sie durch Umwege mit 19 Jahren nach Berlin an die Universität der Künste, um dort ihre Schauspielausbildung zu beginnen. "Ich glaube, mit zunehmendem Alter beginnt eine gewisse Suche nach den Wurzeln", sagt Heyer. Mittlerweile hat Katharina Heyer ihr Zuhause in Berlin gefunden. "Wenn ich aber die A7 verlasse und die letzten Kilometer heimwärts zu meinem Vater fahre, bin im immer sehr gerührt, fast andächtig", erzählt sie. Wegen der Corona-Pandemie war sie nun schon länger nicht mehr in ihrer alten Heimat. "Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Besuch. Dann werde ich mit meinem Sohn und meinem Vater eine Radtour bis nach Ellwangen machen", sagt sie. Die Sehnsucht nach der Ferne habe sich mittlerweile umgekehrt in eine Art zartes Heimweh.

Der Film "Harter Brocken: Die Fälscherin" ist noch bis 17. Juni über die ARD-Mediathek abrufbar.

Katharina Heyer

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