Kommentar Robine Rebmann

Keine Angst vor der Angst

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über das Ende der Sommerserie "Nach der Schule" und darüber, weshalb Angst manchmal ein guter Ratgeber sein kann.

In den vergangenen Wochen durfte ich einige junge Menschen kennenlernen, die nach der Schule die unterschiedlichsten Wege eingeschlagen haben. Worte, die dabei besonders oft gefallen sind: Unsicherheit und Angst. Und die muss nicht immer – wie es im Volksmund heißt – ein schlechter Ratgeber sein.

Der Schritt nach der Schule ist für die meisten kompliziert. Und gerade haben es Jugendliche besonders schwer. Eine Ausbildung anfangen, in Zeiten, in denen die Wirtschaft von einer Pandemie gebeutelt ist? Verständlich, dass einige erst einmal abwarten wollen. Aber vielleicht ist gerade diese unsichere Phase ein guter Zeitpunkt, sich auszuprobieren. Da ist zum Beispiel Klara, die auf einem Bauernhof ein freiwilliges ökologisches Jahr machte. Aus Unsicherheit darüber, welchen beruflichen Weg sie einschlagen möchte. Jetzt ist sie sicher, dass sie Hebamme werden will. Was nicht heißt, dass sie das Jahr bereut. Im Gegenteil: Dadurch habe sie gelernt, besser auf Menschen zuzugehen. Ein bisschen Angst, sich festzulegen, kann also auch bedeuten, an sich selbst zu wachsen. Und Chancen zu nutzen, die man anfangs vielleicht nicht auf dem Schirm hatte. Also: Einfach machen. Entweder es passt – oder man hat die Gewissheit, dass es nicht passt.

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