Kirchenmusik-Festival auch Schub für regionale Ensembles

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Das Festival bürgt für Qualität: Der Dresdner Kammerchor und Barockorchester im ausverkauften Heilig-Kreuz-Münster in Schwäbisch Gmünd.

Veranstalter in Schwäbisch Gmünd sind zufrieden. In diesem Jahr starke Kartennachfrage im Vorverkauf.

Umgeben von den "Fünf Sinnen" der Ausstellung im Labor im Chor des Predigers Schwäbisch Gmünd blicken die Organisatoren auf das Festival Europäische Kirchenmusik zurück. Konzerte und Veranstaltungen zum Thema "Mit allen Sinnen" interessierten in diesem Jahr 12  500 Besucher. Viel mehr können es auch in Zukunft nicht werden. Die Veranstaltungsorte, Kirchen in Schwäbisch Gmünd und Umgebung, lassen keine beliebigen Besucherzahlen zu, sagt Intendant Klaus Stemmler. Wirtschaftlich steht das Unternehmen Europäische Kirchenmusik auf soliden Beinen: Der Etat in Höhe von 400 000 Euro steht auch für die Zukunft schon fest.

88 Prozent der Karten wurden schon im Vorverkauf an Musikliebhaber abgegeben, viele Konzerte waren ausverkauft. Im Durchschnitt lag die Auslastung bei 93 Prozent. Oberbürgermeister Richard Arnold weiß auch, "dass inzwischen viel mehr Besucher aus dem Remstal zum Festival strömen". Er führt das auf die intensiven Kontakte der Kommunen zurück, angeregt durch die Remstal-Gartenschau. Im Gartenschaujahr 2019 rechnet er mit einem weiteren Publikumszuwachs aus dieser Region.

Ein wahrlich "heißer Festivalsommer ist zu Ende", wie es der Leiter des Gmünder Kulturbüros, Ralph Häcker, formulierte. Dieser heiße Sommer forderte den Tribut auch vom Freundeskreis: Der verteilte nach dem Konzert nicht Schokolade an die Besucher, sondern Bonbons aus Gmünder Produktion. Herausragend am Programm in diesem Jahr war nicht nur das Thema "Mit allen Sinnen", für Klaus Stemmler so griffig wie schon lange nicht mehr, es waren auch Konzerte, die aus der Reihe tanzten. Dazu zählt Stemmler zum Beispiel die Künste von Jazz-Legende Michel Godard und Parfumière Ursula S. Yeo im ersten Duftkonzert des Festivals. Für Pressesprecherin und "Allroundtalent", wie sie Ralph Häcker betitelte, zählt Katharina Ott das Familienkonzert im Garten der Weleda dazu. Diesen Garten galt es mit allen Sinnen zu erleben. Die Europa-Miniköche sorgten mit erfrischenden Cocktails und Häppchen für das leibliche Wohl und das Kapelsky Trio mit Sängerin Tamara für einen launigen Sommer-Picknick-Konzertabend für alle Generationen.

Auch regionale Größen spielten eine Rolle: Die Junge Philharmonie Ostwürttemberg und Chöre der Region führten Carl Orffs "Carmina Burana" auf. Der Motettenchor Schwäbisch Gmünd brachte in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Schüler-Eltern-Lehrer-Chor des Rosenstein-Gymnasiums Heubach das berühmte Oratorium "Paulus" von Felix Mendelssohn Bartholdy zur Aufführung. "Vor allem diese regionalen Kräfte haben an Vielfalt und Professionalität zugelegt", sagte Richard Arnold. Was er sich wünscht: "Dass sich Unternehmen aus der Region noch mehr ins Festival einbringen, dass sie den Mehrwert in Schwäbisch Gmünd erkennen, dass sie der immer stärker spürbaren Tendenz zur Zentralisierung entgegenwirkten.

Ein heißer Festivalsommer ist zu Ende.

Ralph Häcker Leiter Kulturbüro

2019 gibt es nicht nur die "unendlichen Gärten" der Remstal-Gartenschau, sondern vom 5. Juli bis 4. August "Alles im Fluss". Das Programm steht weitgehend fest. Nach dem Festival ist vor dem Festival. Mit einem kleinen Urlaub für die Organisatoren dazwischen.

Die Begleitausstellung zum Festival trägt den Titel "Fünf Sinne" und ist noch bis zum 26. August im Prediger zu sehen.

Konzertaufzeichnungen sind noch bis Anfang Oktober in SWR2 zu hören. Termine stehen unter kirchenmusik-festival.de

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