Klaus Pavel - „Er war ein Landrat, der vom Menschen her denkt“

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Archivfoto: Klaus Pavel
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Gmünd ehrt den langjährigen Landkreis-Chef Klaus Pavel für dessen Menschlichkeit und Lebensnähe.

Schwäbisch Gmünd

24 Jahre lang war Klaus Pavel Landrat des Ostalbkreises. Dass er in dieser Zeit viel für Gmünd und für das Zusammenwachsen des Landkreises getan hat, dafür ehrte ihn am Mittwoch der Gmünder Gemeinderat.

Klaus Pavel sei in seiner gesamten Amtszeit „unser Landrat“ gewesen, sagte Oberbürgermeister Richard Arnold, als er Pavel und dessen Frau Corinna im Peter-Parler-Saal des CCS ehrte. Arnold hatte dabei auch im Hinterkopf, dass viele Gmünder traditionell ein eher gespanntes Verhältnis zum Landkreis-Sitz in Aalen haben. Doch dieser Kreis-Chef habe nicht von Aalen nach Gmünd geblickt, er sei stets überall präsent gewesen. Der OB lobte den Mann, der im vergangenen Jahr in den Ruhestand getreten war als bürgernahen Politiker, der bei Bedarf auch schnell und unbürokratisch entschieden habe. Er sei ein Landrat gewesen, „der vom Menschen her denkt“. Diese Menschen habe er immer in den Mittelpunkt gestellt. Er war, so der OB, in seiner Amtszeit, „jemand, der gestaltet statt verwaltet hat“.

Pavel habe aus den drei Raumschaften Gmünd, Aalen und Ellwangen einen Landkreis mit Zusammengehörigkeitsgefühl geformt, eine „kommunale Familie“, wie es Klaus Pavel selbst mehrfach formuliert hat.

Ganz wichtig sei diesem Landrat die Dezentralität gewesen. Er habe auf den Erhalt der drei Kliniken Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd ebenso Wert gelegt wie auf die Stärkung der Kreisberufsschulzentren. Von diesem Denken habe Gmünd profitiert, auch mit der starken Präsenz der Landkreisverwaltung.

Bis nach Brüssel

Klaus Pavel sei derjenige gewesen, der die Ostalb zur „Region der Talente und Patente“ ausgerufen und damit Aufmerksamkeit bis nach Brüssel erregt habe. 2013 habe Pavel die Wiedereinführung des früheren Kfz-Kennzeichens akzeptiert. Arnold, der diese Wiedereinführung mit besonderer Vehemenz betrieben hatte, vermerkte dies mit Respekt. Und auch 2014, als Gmünd die Landesgartenschau ausrichtete, sei Pavel und mit ihm der Landkreis sehr präsent gewesen. Diese Gartenschau sei ein Pluspunkt für die gesamte Raumschaft geworden.

Der OB ging auch auf Klaus Pavels soziales Denken ein. Für ihn sei klar gewesen, dass der Ostalbkreis Flüchtlinge aufnimmt, obwohl er dies als Sitz einer Landeserstaufnahmestelle nicht hätte tun müssen. Und es sei ebenso klar gewesen, dass sie menschenwürdig untergebracht werden. Als sozial denkender Mensch sei Pavel auch seit 2002 Schirmherr der Aktion „Küche der Barmherzigkeit“, die Bedürftige in Armenien unterstützt. Arnold betonte zudem Corinna Pavels Rolle in diesen 24 Jahren, die ihrem Mann stets den Rücken freigehalten habe. Er schenkte dem Ehepaar eine Aluguss-Skulptur des Gmünder Künstlers Eckhart Dietz und ein Einhorn-Schmuckstück der Schmuckdesignerin Christiane Wendt.

„In Gmünd haben sich meine Frau und ich immer wohlgefühlt“, sagte Klaus Pavel in seiner Dankesrede. Die „Küche der Barmherzigkeit“, die Menschen in bitterster Armut helfe, habe sehr gute Zukunftsperspektiven. Und natürlich habe der Ostalbkreis angesichts der Flüchtlingsströme nicht nur zugeschaut. In diesem Zusammenhang befürchte er in den nächsten Monaten eine neue Flüchtlingswelle - und zwar aus Afrika.

Jemand, der gestaltet statt verwaltet hat“

OB Richard Arnold , über Klaus Pavel

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