Klinik-Chef: Corona-Situation auf den Stationen stabil

  • Weitere
    schließen
+
Das Ostalb-Klinikum Aalen, die Virngrundklinik Ellwangen und das Stauferklinikum Mutlangen bilden einen Verbund.Archivcollage: mle
  • schließen

Über die Strategie der Zugangsbeschränkungen an den Kliniken Ostalb, den Pflegebonus, Schnelltests und ein Corona-Krankenhaus.

Aalen

Gute Nachrichten von den Kliniken Ostalb: "Die Situation ist seit zwei bis drei Wochen stabil", sagte Professor Dr. Ulrich Solzbach, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Ostalb, im zuständigen Verwaltungsrat. Auf konstantem Niveau sei die Anzahl von sechs bis neun Patienten auf der Intensivstation und von etwa 30 bis 35 Patienten auf den Isolierstationen.

Corona-Schnelltests für Mitarbeiter

Schwierig mache es die Arbeit des Personals, wenn Patienten, die zunächst wegen eines anderen Leidens behandelt werden, später positiv auf das Coronavirus getestet werden. Dies verursache großen Aufwand, auch die Mitarbeiter seien dann Kontaktperson ersten Grades.

Geplant sei, dass jeder Klinik-Mitarbeiter die Chance auf einen Corona-Schnelltest je Woche erhalte. Diese seien noch nicht da.

Verschärfte Zugangsbeschränkungen

Solzbach verteidigte die aktuelle Strategie der verschärften Zugangsbeschränkungen. Es habe vermehrt Corona-Ausbrüche unter Mitarbeitern gegeben. Deshalb mussten die Kontakte reduziert werden. Anfangs galt: pro Tag ein Besucher für eine Stunde pro Patient. Jetzt ist Besuch nur im Ausnahmefall erlaubt. Jeder Besuchswunsch werde strenger geprüft, ob es eine medizinische Notwendigkeit gibt. Seitdem sei die Lage wieder im Griff. Es werde überlegt, ob die Besuchsregeln gelockert werden können. "Dieses Jahr vermutlich nicht mehr", sagte Solzbach.

Zentrale Corona-Klinik für alle Covid-Patienten?

"Keine einfache Antwort" hatte er auf die Frage aus dem Gremium, ob es sinnvoll sei, eine Klinik nur für Corona-Fälle vorzuhalten – um die beiden anderen Standorte frei von Covid-Patienten zu bekommen. Solzbach erinnerte an den typischen Verlauf der Erkrankung: Nach einer Infektion dauert es im Mittel etwa vier Tage, bis man ansteckend ist. Weitere zwei bis drei Tage, bis sich Symptome zeigen.

"Ein negativer Test heute kann morgen schon positiv sein", sagte Solzbach. Für eine solche Strategie müsste man jeden Tag alle Mitarbeiter und alle Patienten aufs Neue testen. "Das ist quasi unmöglich", sagte er. Und die Verlegung zu einem anderen Standort sei mit einem sehr großen Aufwand verbunden. Da der neue finanzielle Rettungsschirm für die Kliniken dafür aber finanzielle Anreize gebe, werde das Thema trotzdem innerhalb des Klinik-Vorstands diskutiert.

Pflegebonus – Diskussion um Landkreis-Vorschuss

Personalrat Dieter Zandel kritisierte den geplanten Umgang mit dem Pflegebonus. Landrat Dr. Joachim Bläse und Professor Solzbach erklärten das Vorgehen. Als noch nicht klar war, wann das zugesagte Geld dafür vom Bund kommt, ging der Landkreis mit 500 Euro je Pflegekraft in Vorleistung. Wenn jetzt das Geld von Bund und Land fließe, werde das zunächst mit dieser Vorleistung aus dem Kreishaushalt verrechnet. Bedeutet: Der Vorschuss wird sozusagen zurückgezahlt. Bleibt dann noch etwas übrig, soll diese Differenz gerecht an die Mitarbeiter an allen drei Standorten ausgezahlt werden.

"Das komplette Geld zurückzufordern ist nicht okay", sagte Zandel. Denn dass das Land sich nun auch beteilige, sei damals nicht klar gewesen. Deshalb dürfe mit diesem Geld der Vorschuss nicht getilgt werden, sondern es müsse direkt an die Mitarbeiter gehen. Bläse bekräftigte, dass es sich damals lediglich um einen Vorschuss gehandelt habe.

Die Finanzen der Kliniken

Bilanzen 2019: Finanzvorstand Thomas Schneider stellte das Bilanzergebnis der Kliniken Ostalb vor. Die Kliniken selbst schließen mit einem Verlust von knapp acht Millionen Euro ab, das Pflegeheim Wachkoma in Bopfingen mit einem Verlust von rund 230 000 Euro. Letzteres sorgte für eine kurze Diskussion, da die Bopfinger in den letzten Jahren positiv gewirtschaftet hatten. Schneider begründete dies mit vier von 17 Plätzen, die frei wurden – mittlerweile seien nur noch zwei Plätze vakant. Im März soll das Thema erneut auf die Tagesordnung kommen.

Der Plan 2021 Der Wirtschaftsplan für das kommende Jahr basiert auf den Planzahlen von 2019, da 2020 durch die Corona-Pandemie nicht vergleichbar sei. Deshalb plant man aktuell mit einer sich verbessernden Lage im kommenden Jahr, so dass sich das Erlösniveau wieder stabilisiert. Dazu gehört auch, dass die Fachbereiche wie Kardiologie oder Neurochirurgie ihr Leistungsangebot dann wieder steigern können. Es gebe genügend Patienten dafür, so Schneider.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL