Klinikbeschäftigte schätzen ihren Arbeitsplatz

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Ein Blick in die Intensivstation des Ostalb-Klinikums in Aalen.
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Umfrage ergibt hohe Identifikation mit den Unternehmen. In Sachen Kommunikation ist noch Luft nach oben.

Aalen

Die Bilanz ist gut, warum sollte sie nicht noch besser werden: So liest sich das Ergebnis der Mitarbeiterbefragung an den drei Kliniken im Ostalbkreis. Mitglieder des Verwaltungsrats der Kliniken und des Betriebsausschusses Klinikimmobilien schätzen die Aussagen. Dort wurden die Ergebnisse der Umfrage jetzt bekanntgegeben.

Identifikation: Vor allem die Identifikation mit den Unternehmen. „Ich gehe gerne zur Arbeit“ bewerten Ärzte, Pflege- und Funktionsdienst wie Verwaltung mit einem gut, hautnah an einem sehr gut. Das freut Klinik-Vorständin Sylvia Pansow ganz besonders, die den Ausschussmitgliedern auch die weiteren Ergebnisse vorträgt, samt Verbesserungsvorschlägen an schwierigeren Punkten.

Die Umfrage basiert auf 790 ausgefüllten Fragebogen, dabei kamen auch 246 Verbesserungsvorschläge. Hintergrund der Befragung ist die Personallage. Die Kliniken könnten derzeit, so sagt sie auf Nachfrage aus dem Gremium, durch Fluktuation frei werdende Stellen wieder besetzen. Zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, sei aber schwierig. Deshalb gehe es – dazu soll auch die neu gegründete Gesundheitsakademie beitragen – vor allem darum, vorhandenes Personal zu halten.

Die Befragung zeigt: fast drei Viertel des Klinikpersonals ist langjährig dabei. Nur ein Viertel zählt erst seit weniger als vier Jahren zur Belegschaft.

Kommunikation: Neuralgischer Punkt ist vor allem die Kommunikation. „Es gibt genügend Möglichkeiten, mich über aktuelle Unternehmensentwicklungen zu informieren“: Das bewerten die Ärzte mit „nicht gut“. Sie zeigen sich auch kritisch, wenn es heißt: „Änderungen, die meinen Arbeitsbereich betreffen, werden direkt kommuniziert“. Andere Abteilungen urteilen in Sachen Kommunikation etwas besser, im Durchschnitt reicht es gerade noch für eine gute Note. Sylvia Pansow hat Veränderungen in die Wege geleitet. Sie erhofft sich eine bessere Transparenz durch ein gemeinsames Intranet, bisher ist das jeweils auf den Klinikstandort begrenzt.

Zugang zu Informationen soll auch eine Initiative „E-Mail für alle“ möglich werden. Ein „Leitfaden zur Streuung von Informationen“ begleitet die Maßnahmen.

Arbeitsatmosphäre: Durchweg sehr gut beurteilen die Befragten die Zusammenarbeit. „In meinem Team fühle ich mich wohl und akzeptiert“ bewerten alle Berufsgruppen mit der besten Benotung. Und wenn es um eine ausgeglichene Arbeitsatmosphäre geht, nähert sich der Wert einer glatten eins. Dennoch gibt es Verbesserungsvorschläge: etwa die standort- und berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit, die noch optimiert werden könnte.

Führung.:Nicht ganz so optimistisch sehen die fast 800 Umfrageteilnehmer das Thema Führung. „Ich werde zielgerichtet in wichtige Entscheidungen einbezogen“, Ärztinnen und Ärzte geben dafür die Note 2,53, das steht für „nicht gut“. Pflege und Verwaltung sehen das etwas entspannter, streifen gerade die Note „gut“. Deshalb soll es nun Führungskräfte-Workshops geben und verpflichtende Mitarbeitergespräche.

„Beeindruckend“ findet Dr. Rolf Siedler (Die Grünen) das Ergebnis. Er freut sich, „dass sich die Menschen im Pflegebereich trotz schwieriger Rahmenbedingungen so mit den Kliniken identifizieren“. Beim Thema Kommunikation bittet Siedler, „künftig stärker hinzuschauen“. Dr. Eberhard Schwerdtner (CDU) erkundigt sich nach der Mitarbeiterentwicklung. Sylvia Pansow strebt an, junge Leute nach der Ausbildung im Unternehmen zu behalten. Man habe bei der Besetzung im Pflegebereich durchaus das Ausland im Blick.

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