Klinikdebatte: Menschen im Osten nicht abhängen

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Manuel Reiger (links) und Bennet Müller (rechts) Foto: privat

Was sich die Kreisräte Manuel Reiger und Bennet Müller vom Landrat wünschen.

Aalen. Die Kreisräte Bennet Müller (Grüne) und Manuel Reiger (FDP) äußern sich zur Klinikdebatte. Sie haben viele Gespräche geführt, unter anderem mit den Ärzten, Pflegekräften und dem medizinischen Fachpersonal. Das schreiben die beiden in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Die Debatte sei jetzt schon spürbar emotional. „Als Kreisrat wird man derzeit oft darauf angesprochen, dass man drei Klinken brauche und dass man doch nicht gerade das Klinikum in der eigenen Stadt schließen könne“, äußern Müller und Reiger, „viele Bürgerinnen und Bürger verstehen die Entscheidung des Kreises nicht.“ Das liege auch an mangelnder Kommunikation. „Wir merken im Gespräch mit Fachleuten und Mitarbeitern der Kliniken eine ganz besondere Dringlichkeit einer Entscheidung“ so die Kreisräte. An den Kliniken herrschten harte Arbeitsbedingungen, großer auch emotionaler Druck und hoher Personalmangel. Dazu bestehe hoher Investitionsstau. Hinzu kämen bundespolitische Vorgaben, die zusätzlich Druck auf die Kliniken ausübten. „Berater, Mediziner und auch Pflegekräfte sind sich hier eigentlich einig: Es kann mit dieser Struktur im Kreis nicht mehr weitergehen.“ Das müsste den Bürgern auch ehrlich kommuniziert werden.

„Landrat Dr. Bläse hat die Debatte erst ermöglicht. Das war ein richtiger Schritt“, sind sich beide einig, allerdings wünschen sie sich vom Landrat mehr Offenheit gegenüber den Bürgern. „Eine Online-Diskussion ist zu wenig. Wir wünschen uns, dass der Landrat die Diskussion mit den Bürgern anführt und nicht nur moderiert,“ nehmen sie Landrat Dr. Bläse in die Pflicht. „Das muss jetzt bald geschehen.“

Müller und Reiger haben auch die Menschen im östlichen Ostalbkreis im Blick. „Die Kliniken an der östlichen Grenze, vor allem in Dinkelsbühl, Nördlingen und Oettingen sind sehr klein – ob sie sie mittel- und langfristig überleben können, ist sehr zweifelhaft.“ Für die Menschen in Bopfingen oder im Ries sei ein Klinikum im Ostalbkreis zukünftig möglicherweise die einzige Anlaufstelle. „Hier müssen wir schon sehr genau hinschauen, dass wir langfristig niemanden von der Versorgung abschneiden,“ meinen Müller und Reiger.

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