Klinikdiskussion: elf Fragen und elf Antworten

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Der Vorstand der Kliniken Ostalb stellt sich den kritischen Fragen der Bürgerinnen und Bürger.
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Warum fand die Diskussion über die Zukunft der Kliniken im Hinterzimmer statt? Was spricht für eine Neuorganisation? Antworten liefert der Vorstand der Kliniken in einer Podiumsdiskussion, die SchwäPo und Tagespost organsiert haben.

Impressionen vom Klinik-Podium in Böbingen

Impressionen vom Klinik-Podium in Böbingen
Impressionen vom Klinik-Podium in Böbingen © Marius Bulling / Ostalb Network
Impressionen vom Klinik-Podium in Böbingen
Impressionen vom Klinik-Podium in Böbingen © Marius Bulling / Ostalb Network
Impressionen vom Klinik-Podium in Böbingen
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Impressionen vom Klinik-Podium in Böbingen
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Impressionen vom Klinik-Podium in Böbingen © Marius Bulling / Ostalb Network

Böbingen. Wie die Kliniklandschaft im Ostalbkreis in Zukunft aussieht (eine, zwei oder drei Kliniken), das ist im Moment die große Diskussion. Was fest steht: So wie es aktuell läuft, kann es nicht weitergehen. Das wurde während der Podiumsdiskussion deutlich, die Schwäbische Post und Gmünder Tagespost mit Vertretern des Vorstandes der Kliniken Ostalb am Montag im Park am alten Bahndamm in Böbingen startete. Die Fragen stellten Michael Länge, Redaktionsleiter der Gmünder Tagespost, Jürgen Steck, Redaktionsleiter der Schwäbischen Post, und Lars Reckermann, Chefredakteur der beiden Zeitungen. Antworten lieferten vom Vorstand der Kliniken Ostalb Sylvia Pansow, Professor Dr. Ulrich Solzbach (Vorsitzender) und Thomas Schneider. Die wichtigsten Fragen und Antworten. 

1. Wieso ist der gültige Kreistagsbeschluss nicht umgesetzt, dass sich die drei Kliniken jeweils spezialisieren?

„Dies wurde vor zwei Jahren beschlossen. Nun haben wir noch weniger Personal und mehr Strukturvorgaben von der Politik erhalten“, sagte Solzbach. Das „reine Spezialisieren-Denken“ gehe nicht mehr. „Am Bündeln führt langfristig nichts vorbei.“

2. 2020 beschloss der Kreistag, dass der Zentrale OP-Bereich in Aalen für 40 Millionen Euro erneuert wird. Was ist damit? Müssen Patientinnen und Patienten nun bei einer Krankheit warten, bis in zehn Jahren eine neue Klinik gebaut ist?

Auch in die Notaufnahme in Mutlangen wurde investiert.In die volle Leistungsfähigkeit der Kliniken werde weiterhin investiert, betonte Schneider. „Die Betriebsbereitschaft wird zu 100 Prozent aufrechterhalten“, sagte er. „Wir reden nicht über eine Schließung, sondern arbeiten aktuell die Herausforderungen, die die Kliniken lösen müssen, hervor.“ Die Zentrale Notaufnahme in Mutlangen etwa sei zukunftsträchtig gebaut, egal welche Variante der Kreistag wählt, so Schneider. Wichtig sei, dass Patientinnen und Patienten in den kommenden Jahren gut versorgt werden. „Ich will das Argument ausräumen, dass wir eine Fehlinvestition machen.“ Man müsse das eine tun, dürfe das andere aber nicht lassen.

3. Was macht Sie sicher, dass ein neues Klinikum attraktiver für das Personal ist?

Alle medizinischen Spektren könnten in einer neuen Klinik angeboten werden und es gebe andere Prozessabläufe, sagte Pansow. Zudem sei eine neue Klinik attraktiver für die Ausbildung von Fachpersonal.

4. Viele Mitarbeitende wohnen in der Nähe der Kliniken. Wird das berücksichtigt?

Das sei zwar ein Aspekt, aber die Fakten sähen anders aus, sagte Pansow. Ein Drittel des Personals am Ostalb Klinikum wohne in Aalen, der Rest in anderen Regionen. „Von 1200 Mitarbeitenden am Stauferklinikum wohnen 100 in Mutlangen“, bilanzierte sie.

5. Stichwort Kliniknähe: Gibt es Berechnungen, wie lange die Menschen brauchen, bis sie die neue Klinik oder eine der beiden Kliniken erreichen?

Grundsätzlich könne der Weg des Patienten in eine oder eine der beiden Kliniken länger sein als bisher, so Solzbach. Was nutzt ein kurzer Weg in eine Klinik, wenn dort die Behandlung nicht so gut ist wie in einer anderen, sagte er sinngemäß. Die weitere Entfernung werde durch eine bessere Behandlung wettgemacht. Wer etwa vor der Toren Ellwangens einen Herzinfarktbekommt, sei in Aalen oder Mutlangen besser aufgehoben; wer wegen eines Nierensteins behandelt werden muss, werde in Ellwangen gut versorgt.

6. Sind finanzielle Verluste und der Personalmangel die Gründe für die Neuorganisation der drei Kliniken?

Ja, die Finanzen und der Personalmangel spielen eine Rolle, wie Pansow und Schneider sagten. Aber: In den vergangenen drei Jahren hätten sich die Rahmenbedingungen verändert. Wegen Personalvorgaben müssten etwa Betten geschlossen werden, erklärte Schneider. Es gehe aber nicht nur um Finanzen und Personaleinsparungen, betonte Solzbach. „Es geht um die Versorgung der Patienten im Ostalbkreis. Wir merken, dass in bestimmten Krankenhäusern nicht mehr alles möglich ist“, sagte er. „Unsere Triebfeder ist, dass wir mit guten Leuten etwas Gutes hinbekommen.“ Die Umstrukturierung sei nicht Wunsch des Vorstands, sondern eine Notwendigkeit.

7. Im Hinterzimmer lief die Diskussion über die Zukunft der Kliniken. Nur auf Druck von SchwäPo und Gmünder Tagespost, so scheint es, kommt die Debatte ans Licht. Was wurde hinter verschlossenen Türen verhandelt?

„Der Ostalbkreis als Träger muss informiert werden, wenn wir ein Problem haben“, sagte Solzbach. Daher hätten im Oktober 2021 erste Gespräche mit dem Landrat stattgefunden und ein Beratungs- und Steuerungskreis habe sich gebildet. Nun sei es wichtig, einen Bürgerdialog herzustellen.

8 Die Oberbürgermeister von Aalen, Gmünd und Ellwangen betonen, dass die Klinik vor Ort bleiben muss. Haben sie die Ziele der Fusion nicht erkannt?

„Wenn ich OB wäre, würde mir möglicherweise auch Solches über die Lippen gehen“, sagte Solzbach. Doch diese Diskussion sei angesichts 140 gesperrter Betten in drei Kliniken nicht zielführend. „Wir müssen bei der Sache bleiben.“

9. Wie viel würde eine Klinik auf der grünen Wiese kosten?

Eine genaue Zahl wolle er nicht nennen, sagte Schneider. Die Kosten für einen Neubau, für eine Bestandserweiterung und für die Instandhaltung der Gebäude auf lange Sicht müssten geprüft werden. So oder so läge der Preis rund um 500 Millionen Euro.

10. Ist Nachhaltigkeit ein Thema bei einem Klinikneubau? Es ist ja viel graue Energie in den Gebäuden.

„Das Thema graue Energie ist eines von sieben wichtigen Punkten, die wir objektiv bei allen Umsetzungsvarianten prüfen“, sagte Schneider. „Mein Ziel wäre klimaneutral im Gebäude zu bewirtschaften“, sagte er.11 Das Klinikdefizit betrug jüngst rund 20 Millionen Euro. Wie verteilt es sich auf die Häuser?„An allen drei Standorten ist die Chirurgie defizitär und an den beiden Standorten die Kinderklinik“, sagte Schneider.

Kliniken Ostalb: Zahlen, Daten, Fakten

20 Millionen Euro betrug das Defizit der drei Kliniken im Ostalbkreis im Jahr 2021.

140 von 950 Betten können an den drei Kliniken aktuell nicht genutzt werden.

20 Millionen Euro kostet der Neubau am Stauferklinikum in Mutlangen, an dem aktuell gearbeitet wird. Dort wird die Zentrale Notaufnahme untergebracht. Zudem entstehen etwa eine Bereitschaftspraxis der niedergelassenen Ärzte, eine Zentralapotheke und eine Tagesklinik.

40 Millionen Euro sollten in den Ausbau des Ostalbklinikums in Aalen investiert werden. Das beschloss der Kreistag 2020. Das Geld sollte eingesetzt werden, um östlich der alten Intensivstation alle medizinischen Kernfunktionen zu bündeln. Umgesetzt ist dies noch nicht.6 Fachabteilungen droht mittelfristig die Schließung.

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