Klinikdiskussion: Aalens ehemalige OB Pfeifle und Rentschler wettern gegen Zusammenlegung

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Ostalb-Klinikum in Aalen, Stauferklinikum in Mutlangen und Virngrundklinik: Die Zukunft der KlinikenÌÌ im Ostalbkreis beschäftigt die Politiker im Landkreis.

Welche Lösungen die ehemaligen Oberbürgermeister von Aalen stattdessen vorschlagen und wo ihre Kritikpunkte liegen.


Aalen. Die beiden ehemaligen Oberbürgermeister von Aalen, Ulrich Pfeifle und Thilo Rentschler, äußern sich in einer gemeinsamen Pressemitteilung zu der aktuellen Klinikdiskussion im Ostalbkreis. Diese verfolgen sie demnach „mit zunehmender Sorge“ im Hinblick auf die Gesundheitsversorgung in der Region.

„Wir lehnen die Zusammenlegung der Klinikstandorte Aalen und Mutlangen/Schwäbisch Gmünd in einem gigantischen Neubau auf der grünen Wiese rundweg ab“, betonen die Ex-Stadtspitzen und halten die Idee für „absurd“. Vielmehr seien sie der Meinung, dass beide bestehenden Klinikstandorte mit „abgestimmten Schwerpunkten als funktionsfähige Klinikstandorte erhalten bleiben müssen“.  

Für Schwerpunktbildung an bestehenden Standorten

„Landrat und Klinikmanagement haben Recht mit ihrer Analyse der gegenwärtigen Klinikprobleme“, heißt es weiter, „und übrigens auch der Gesundheitsversorgung insgesamt im Ostalbkreis.“ Die Lösung einer Zusammenlegung gehe jedoch am Thema vorbei. Auch der Klinikstandort Ellwangen benötige grundlegende Änderungen, werde in der Stellungnahme allerdings ausgeklammert und sei gesondert zu betrachten.

Zur klinischen Versorgung der rund 320.000 Menschen in dem Flächenlandkreis und der benachbarten angrenzenden Bereiche brauche man zwei voll funktionsfähige Kliniken, die „allerdings jeweils einer klaren Schwerpunktbildung unterzogen werden müssen.“ 

Es stimme, dass ein 20 Mio. Euro Jahresdefizit der Kliniken auf Dauer durch den Ostalbkreis nicht finanzierbar ist. „Aber es erschließt sich uns in keiner Weise, wie ein heute schon mit 500 Millionen Euro veranschlagter Klinikneubau daran etwas Grundlegendes ändern soll.“ Viel mehr stehen Bund und Länder in der Pflicht.

Personalgewinnung als weiteres Argument

Ein weiteres Argument sei die Personalgewinnung: „Wie kann man auf die Idee kommen, dieses Personal leichter für einen Neubau im ‚Niemandsland‘ zu gewinnen, als für Kliniken an zentralen Orten mit gewachsenen Strukturen?“ Auch die Erschließung der neu benötigten Infrastruktur stellen Pfeifle und Rentschler infrage.

Allerdings teilen sie die Auffassung, dass Krankenhäuser unter 300 Betten künftig kaum Überlebenschancen haben werden. Bei der Betrachtung einer eventuellen Schließung der beiden größeren Kliniken im Ostalbkreis müsse jedoch berücksichtigt werden, wieviel Geld zuletzt in die Häuser investiert worden sei. „Wir leben nicht mehr in Zeiten, in denen solche Investitionen einfach abgeschrieben werden können.“ Besorgt seien die ehemaligen Oberbürgermeister darum, dass in die heutigen Standorte nun nur noch zögerlich investiert wird.

„Aus all diesen Gründen appellieren wir nochmals an alle Entscheidungsträger: Lassen Sie die absurde Idee eines Zentralklinikums zwischen Aalen und Schwäbisch Gmünd fallen“, heißt es in der Stellungnahme abschließend.

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