Klinikdiskussion: SPD verärgert über Dambacher 

+
Ostalb-Klinikum in Aalen, Stauferklinikum in Mutlangen und Virngrundklinik: Die Zukunft der KlinikenÌÌ im Ostalbkreis beschäftigt die Politiker im Landkreis.

Die SPD fordert, dass die Klinikfrage im Ostalbkreis offen und fair diskutiert wird.

Ellwangen. „Eigentlich schätzen wir Dambachers analytische, sachliche Arbeitsweise, verbunden mit seiner Fähigkeit, auch mit kontroversen Situationen konstruktiv umzugehen, ebenso seine Toleranz anderen Meinungen gegenüber.“ So beschreibt es Herbert Hieber, der Vorsitzende der SPD-Gemeinderatsfraktion, in einer Pressemitteilung. „Umso mehr verärgert und irritiert uns eine Reaktion des OBs in der Klinikdebatte.“ 

Richtig sei, dass sich die OB von Aalen und Gmünd am weitesten aus dem Fenster gelehnt hätten. Aber auch OB Dambacher habe nicht zu Unrecht die Vorteile der „2-D-Variante“ mit einer wichtigen Rolle der Virngrundklinik öffentlich herausgestellt, so Hieber weiter. „Was unseren OB so in Harnisch gebracht hat, ist wohl die Tatsache, dass Brütting nicht nur von der Aalener Klinik gesprochen hat, sondern öffentlich an der Zukunftsfähigkeit unserer Ellwanger Klinik gezweifelt hat“, schreibt Hieber. Das könne man ja wie der OB aus Ellwanger Sicht als „unfair“ und als „unprofessionelles Verhalten“ bezeichnen, geschenkt. Und das könne man Dambacher noch als einen zwar harten, aber noch akzeptablen Umgang in einer Konfliktsituation zugestehen, sagt Hieber. Dabei gelte auch: Aalens OB habe zu seiner Rechtfertigung keine Hilfe der Ellwanger SPD-Gemeinderatsfraktion nötig. 

Vielmehr gehe es nach Hieber darum, „dass wir von unserem Ellwanger OB, der ja zurecht OB aller Bürger sein möchte, auch in schwierigen Konfliktsituationen eine konstruktive Haltung und einen weiterführenden Kommunikationsstil erwarten möchten“. Deshalb gehe es auf keinen Fall, Brüttings Verhalten, wie von Dambacher praktiziert, als „asozial“ zu bezeichnen und dazu noch der SPD eine Breitseite mitzugeben und die Angelegenheit noch zu „verschlimmbessern“ mit der Formulierung „unfair und für einen sozialdemokratischen Bürgermeister ziemlich asozial“, so das Schreiben weiter. Hieber: „Eine absolute Überreaktion, die uns verärgert und irritiert.“ Schon wer an den historischen Kontext des Wortes „asozial“ denke, wolle es nicht gebrauchen. 

Hieber ist wichtig, dass die Fraktion schließlich von ihrem OB auch erwarte, dass er mit dem OB-Kollegen unserer Nachbarstadt im Interesse Ellwangens möglichst gut zusammenarbeitet. Wie solle das gelingen, wenn er seinem OB-Kollegen als „asozial“ bezeichne? 

Landrat Bläse verorte die Klinikdiskussion momentan im Bereich der „Grenzwertigkeit“. Dem könne die SPD-Fraktion nur zustimmen, so Hieber. Es sei unsere gemeinsame Aufgabe, so Hieber, die Diskussion wieder in den Bereich der wechselseitigen Fairness, des gegenseitigen Vertrauens und der sachorientierten Ergebnisoffenheit zu bringen.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Kommentare