Kliniken: Landrat rügt Personalratschef

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Im Sommer soll die Zukunft der Kliniken beschlossen werden.
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Bläse: Öffentliche Äußerung war ein klares „Fehlverhalten“. Was die Aussagen Dieter Zandels so brisant machte.

Aalen. Landrat Dr. Joachim Bläse hat den Gesamtpersonalratsvorsitzenden der Kliniken Ostalb, Dieter Zandel, öffentlich gerügt. Anlass war ein E-Mail, das Zandel im Rahmen der Klinikdebatte an die Mitglieder des Kreistags geschickt hatte.

Darin hatte er sich als Gesamtpersonalrat sinngemäß für die Zusammenlegung der großen Klinikstandorte in einem Neubau westlich von Aalen und Erhalt der Klinik Ellwangen ausgesprochen. Unter anderem deshalb, weil trotz hoher Investitionen in die Kliniken „vor allem an den großen Standorten die Baustruktur teilweise marode“ sei. Es gebe lange Wege, „unwirtschaftliche, nicht mehr zeitgemäße Stationsgrößen und veraltete Technik“. Die gute Bausubstanz und Struktur in Ellwangen sei ein Punkt für den Erhalt dieses Standortes.

Das Problem war laut Landrat Bläse nun nicht, dass Zandel sich äußerte. Das Problem seien Adressaten und Inhalt gewesen: Weil Zandel einen offenbar veralteten Verteiler benutzt hatte, ging das E-Mail nicht nur an die aktuellen Mitglieder des Kreistags, sondern auch an solche, die längst ausgeschieden sind. Damit, so Bläse, sei diese Äußerung nicht mehr als kreistagsinterne, sondern als öffentliche zu werten. Eine solche aber müsse „überdacht sein“ und sich „am Wohl und Wehe der Kliniken“ orientieren. Die Begrifflichkeit, die Zandel gewählt habe, indem er von „marode“ sprach, sei dagegen „nicht nur geschäftsschädigend, sondern entspricht auch nicht den Tatsachen“. Der Landkreis investiere jedes Jahr zwischen 8 und 10 Millionen Euro, um die Kliniken qualitativ auf hohem Stand zu halten.

Bläse wertet die Äußerung deshalb als klares „Fehlverhalten“. Er habe Zandel zu Beginn der jüngsten Verwaltungsratssitzung Kliniken dafür gerügt, was so auch ins Protokoll aufgenommen worden sei. Zandel habe das Fehlverhalten eingeräumt, „und damit ist es erledigt“, so der Landrat.

Arbeitsrechtliche Konsequenzen gebe es nicht. ⋌⋌Bea Wiese

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