Kliniken Ostalb: Das große Warten auf die Impfungen

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Wann und wie die Klinikmitarbeiter im Ostalbkreis geimpft werden, ist noch immer unklar. Etwa 300 von ihnen stufen die Kliniken Ostalb mit oberster Priorität ein.
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In den Krankenhäusern der Region ist noch kein Personal gegen das Coronavirus geimpft worden. Es gibt dafür aktuell keinen Impfstoff. Noch ist vieles unklar.

Aalen

Vom Impfstoffmangel betroffen sind auch die Klinikmitarbeiter in der Region. Eigentlich hätte diesen Freitag das Kreisimpfzentrum in der Ulrich-Pfeifle-Halle öffnen sollen. Doch daraus wurde nichts. Weder im Ostalbkreis, noch im Kreis Heidenheim oder im Alb-Donau-Kreis ist bislang Klinikpersonal gegen das Coronavirus geimpft worden. "Wir hatten gehofft, schon etwas früher mit den Impfungen beginnen zu können", sagt Ralf Mergenthaler, Sprecher der Kliniken Ostalb. "Dies können wir aber leider aktuell nicht beeinflussen."

Bislang haben sich die Impfungen der mobilen Impfteams des Zentralen Impfzentrums beim Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus in der Region ausschließlich auf Pflegeheime konzentriert. Bis zu diesem Mittwoch, 13. Januar, rechnet man im Ostalbkreis mit 939 geimpften Pflegeheimbewohnern und dort Beschäftigten.

Impfaktion am Heidenheimer Klinikum abgesagt

Das Klinikum Heidenheim musste eine bereits geplante Impfung für 220 Mitarbeiter wieder absagen, weil der zugesagte Impfstoff nicht geliefert wurde. "Wir arbeiten seit zehn Monaten an vorderster Front dieser Pandemie", sagte Chefarzt Norbert Pfeufer der "Heidenheimer Zeitung". Viele Mitarbeiter seien einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt und hätten Angst um ihre eigene Gesundheit.

In ganz Baden-Württemberg wurden bis einschließlich Montag, 11. Januar, 73 776 Personen geimpft – 5286 mehr als am Sonntag. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl steht das Land damit mit 6,6 Impfungen auf 1000 Einwohner auf dem viertletzten Platz. Bayern beispielsweise kommt bereits auf 10,4 Impfungen je 1000 Einwohner. In den Krankenhäusern Nördlingen und Donauwörth wurden schon einige hundert Mitarbeiter geimpft. Allerdings gibt es auch im Landkreis Donau-Ries Lieferprobleme mit neuem Impfstoff und Termine in den dortigen Impfzentren mussten verschoben werden.

Wir hatten gehofft, schon etwas früher mit den Impfungen beginnen zu können.

Ralf Mergenthaler Sprecher der Kliniken Ostalb

Wie es im Ostalbkreis weitergeht, ist noch unklar. "Es steht und hängt alles an der Verfügbarkeit des Impfstoffs", sagt Susanne Dietterle, Pressereferentin im Aalener Landratsamt. Wie viel Impfstoff zum geplanten Start des Kreisimpfzentrums am Freitag, 22. Januar, im Ostalbkreis zur Verfügung stehen soll, ist der Landkreisverwaltung noch nicht bekannt.

Für die in den Kliniken Ostalb "kritischen Stationen", wie Notaufnahmen, Intensiv- und Isolierstationen rechne man mit etwa 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, "die vorrangig und mit oberster Priorität geimpft werden sollten", sagt Mergenthaler. Wie viel der insgesamt 3000 Beschäftigten insgesamt geimpft werden möchten, sei noch nicht abschließend klar. "Eine Erhebung und Abfrage für eine Impfung wird durchgeführt und in dieser Woche abgeschlossen", sagt Mergenthaler. Eine Impflicht allerdings, auch auf kritischen Stationen, sei an den Kliniken Ostalb nicht geplant. Diese Impfpflicht für Pflegepersonal wird in der Politik nach einem Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder kontrovers diskutiert.

Impfprozedere fürs Klinikpersonal noch unklar

Wo und wie das Klinikpersonal geimpft werden soll, ist ebenfalls noch nicht klar. Eine Option ist das Kreisimpfzentrum selbst. "Das ist eine Möglichkeit, aber noch nicht abschließend geklärt", sagt Dietterle. Eine Frage sei zum Beispiel, ob der Aufwand für das in Mutlangen beschäftigte Personal nicht zu hoch sei, dafür nach Aalen zu kommen. Auch Mergenthaler bestätigt, dass die Planungen für die anstehenden Impfungen in den Häusern aktuell noch laufen. Auch stehe noch nicht fest, wann und in welcher Menge des Impfstoffs die Kliniken Ostalb beliefert werden. "Wo die Impfungen dann stattfinden, können wir leider heute noch nicht verbindlich sagen", sagt Mergenthaler.

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