Kliniktöchter trotz Pandemie weiter finanziell stabil

  • Weitere
    schließen
+
Ein Blick in die in Corona-Zeiten verwaiste Cafeteria an der Stauferklinik in Mutlangen. Der Landkreis wird diese ab Juli 2021 über seine Servicegesellschaft selbst betreiben. Klinikvorstand Thomas Schneider rechnet mit bis zu 200 000 Euro Gewinn pro Jahr.
  • schließen

Service GmbH und MVZ GmbH machen Gewinn, die Reha GmbH leichten Verlust. Der Landkreis betreibt die Cafeteria an der Stauferklinik in Eigenregie.

Aalen

Gute Nachrichten brachte Klinikvorstand Thomas Schneider am Dienstag in die Klinikausschüsse des Kreistages: Die drei Tochtergesellschaften „Kliniken Ostalb“ stehen finanziell trotz der Corona-Pandemie ganz gut da. Die Zahlen für das vergangene Jahr gaben den Gremien Anlass zu Optimismus.


Servicegesellschaft Ostalb Kliniken mbH Demnach hat die „Servicegesellschaft Ostalb Kliniken mbH“, die unter anderem für Speisenversorgung, Reinigungsdienstleistungen und Ähnliches verantwortlich zeichnet, das Geschäftsjahr 2020 mit einem Überschuss in Höhe von rund 28 500 Euro abgeschlossen.


Medizinische Versorgungszentren (MVZ) Ostalb Kliniken gGmbH Diese Gesellschaft hat das Geschäftsjahr 2020 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von rund 140 000 Euro beendet.


Rehabilitationsmedizin Ostalb GmbH Die „Reha-Gmbh“ schließlich muss für das Geschäftsjahr 2020 aber einen Verlust von rund 60 000 Euro verzeichnen. Fünf Jahre in Folge habe die Reha Gewinne erzielt, sagte Schneider. Der Verlust sei der Pandemie zuzuschreiben. Die Rettungsschirme hätten hier nicht getragen, weil es keine Kompensation für leere Betten gab. Anbetracht eines Millionenumsatzes sei der Verlust aber dennoch ein „gutes Ergebnis“. Und, ganz wichtig: Alle Tochtergesellschaften finanzierten sich im Geschäftsjahr 2020 einzig aus ihrer Geschäftstätigkeit. Es flossen keine Betriebskostenzuschüsse der Kliniken Ostalb oder des Kreises.

Für die CDU unterstrich Manfred Fischer, „dass es wichtig und richtig war, diese Tochtergesellschaften zu gründen, auch wenn das damals nicht alle so sahen“. Die Zahlen zeigten, dass die Ziele im Grundsatz erreicht würden und Geld für andere Bereiche der Kliniken erwirtschaftet werde.

Bürgermeister Dr. Gunter Bühler (CDU) freut sich besonders, dass mit MVZ Gewinn erzielt wurde. Ein MVZ davon steht in „seinem“ Bopfingen. Dies sei eine Momentaufnahme, sagte hierzu aber Landrat Dr. Joachim Bläse. Er versprach aber, alles dafür zu tun, „um diese Stabilität zu untermauern“.

Sigrid Heusel (SPD) sieht die Töchter auf gutem Weg. Der Verlust bei der Reha sei plausibel erklärt. Inhaltlich werde dort „sehr wichtige und sehr gute Arbeit“ geleistet, betonte sie.

Rundum positiv bewertet auch Roland Hamm (Linke) die Entwicklung der Tochtergesellschaften. Das Gremium folgte einstimmig dem Beschlussantrag der Verwaltung.

Cafeteria in neuer Regie

Von einer weiteren Veränderung für die Tochtergesellschaften, die Geld in die Kreiskasse spülen soll, berichtete Klinikvorstand Schneider. Demnach wird die Cafeteria in der Stauferklinik Mutlangen ab Juli 2021 von der „Servicegesellschaft Ostalb Kliniken mbH“ betrieben. Am Standort Aalen läuft die Cafeteria seit Anfang 2020 bereits in Eigenregie. Am Standort Mutlangen führte die Cafeteria bisher Pächterin Bärbel Christiansen. Seit 1. April 2021 wird die Cafeteria von Ralf Kratz (Küchenleitung) von der Servicegesellschaft Kliniken mitbetreut.

Die Pächterin sei aus privaten Gründen weggezogen, da habe man die Chance für dieses „ Bonbon“ genutzt, sagte Schneider. Alle Cafeterien an den Ostalb-Kliniken seinen schön, die in Mutlangen aber besonders, meint Schneider. Mobiliar, Blumen, Terrasse, das Ambiente dort sei besonders. Zwar sei der Betrieb gut gelaufen, „aber in Eigenregie müssen wir nicht diskutieren, wie lange ein Gast dort ohne Bestellung verweilen kann“. Vor allem aber werfe die Cafeteria an der Stauferklinik respektablen Gewinn ab.

In den Jahren 2018 und 2019, lag der Umsatz dort bei jeweils rund 560 000 Euro pro Jahr, davon jeweils 120 000 Euro bei den Kantinenessen und jeweils rund 440 000 Euro im Café. Die Umsätze während der Pandemie schätzt Schneider auf „zwischen 50 000 und 100 000 Euro“.

Für das Jahr 2022, wenn die Pandemie hoffentlich überwunden ist, rechnet Schneider mit einem Umsatz im Café (ohne Mitarbeiteressen) von rund 440 000 Euro. Abzüglich Personalkosten und Wareneinsatz hält er einen Gewinn von rund 210 000 Euro für realistisch. Für das halbe Jahr von Juli 2021 bis zum Jahresende 2021 könnten es rund 100 000 Euro Gewinn sein.

Mit der Übernahme könne die Service-Qualität bei der Speisenversorgung durch eine einheitliche Gesamtunternehmensorganisation und –struktur optimiert werden. Es könnten Synergieeffekte wegen der einheitlichen Organisations- und Leitungsstruktur, des gemeinsamen Wareneinkaufes sowie der Gesamtbewirtschaftung genutzt werden, was insgesamt die Wirtschaftlichkeit verbessere, lieferte Schneider Argumente. Künftig könnten auch problemloser Reha-Patienten mitversorgt und die Öffnungszeiten an Besucher-, Patienten- und Mitarbeiterinteressen angepasst werden.

Der Aufsichtsrat hatte dem zuvor zugestimmt, die Kreistagsausschüsse begrüßten dies.

Im Freien punktet die Stauferklinik-Cafeteria mit einer Terrasse.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL