Kohlgemüse im Winter – das heimische Superfood

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Viel Aufwand, aber ein Genuss: Krautwickel
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Blattgemüse essen die Menschen seit der Antike. Warum es heutzutage sogar bei den Anhängern der Kneipp-Medizin viele Freunde findet.

Ellwangen

Wenn es draußen kalt ist, schätzt der Mensch was Warmes auf dem Tisch. Margarete Schulz, Vorsitzende des Kneipp-Vereins Ellwangen, empfiehlt in ihrem Rundbrief an Mitglieder und Interessierte in dieser Zeit gesunde Ernährung mit winterlichem Gemüse: Wirsing, Rosenkohl, Pastinake, Schwarzwurzel, Feldsalat, Chicorée, Grünkohl, Weiß- und Rotkohl oder Lauch. Im Gespräch mit dieser Zeitung verrät die 60-Jährige einiges über Kneipp, Kohl und ihre heimliche Leidenschaft für kleine grüne Bällchen.

Kneipp-Verein – da denkt man an Wassertreten – aber an Kohl?

Margarete Schulz: Die Kneipp-Lehre ist eine ganzheitliche Lehre, die auf fünf Säulen basiert: Wasseranwendungen, Bewegung, Heilpflanzen, innere Balance und eben auch Ernährung. Kneipp war überzeugt, dass diejenigen Lebensmittel, die vor Ort wachsen, für die Menschen am besten geeignet sind. Im Winter gibt es bei uns viele Gemüsesorten aus heimischem Anbau, und durch die kurzen Transportwege schonen wir auch das Klima. Kohlgemüse zum Beispiel hat viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe, auch solche, die gerade in dieser Zeit unser Immunsystem stärken.

Wie oft steht Kohlgemüse bei Ihnen daheim auf dem Speiseplan?

Im Winter auf jeden Fall einmal in der Woche oder alle zehn Tage. Ich bin berufstätig und koche nicht jeden Abend, aber Kohl lässt sich ja gut aufwärmen.

Welches ist Ihr Lieblingswintergemüse?

Rosenkohl! Aber ich esse auch Wirsing und Blaukraut sehr gerne. Als Kind mochte ich Rosenkohl gar nicht, vermutlich wegen der Bitterstoffe. Aber inzwischen wurden viele Gemüsesorten von der Züchtung her verändert, es sind weniger Bitterstoffe drin. Rosenkohl baue ich auch in meinem Garten an.

Als Kind mochte ich Rosenkohl gar nicht, vermutlich wegen der Bitterstoffe.

Margarete Schulz Vorsitzende Kneipp-Verein Ellwangen

Wie bereiten Sie Rosenkohl am liebsten zu?

Gedünstet. Mit Zwiebeln, angedünstet in Butter. Dann bereite ich eine helle Einbrenne zu, lösche mit dem Rosenkohlwasser ab, gebe Pfeffer, Salz, einen Spritzer Zitrone oder auch mal einen Schuss Sahne dazu – fertig. Bei mir gibt es dazu Salzkartoffeln, Fleisch muss nicht sein. Wenn der Rosenkohl aber zur Beilage wird, zum Beispiel zu Braten, dann lasse ich die Einbrenne weg und reiche ihn nur mit Butter und Zwiebeln.

Hätten Sie's gewusst? Schon die Griechen und Römer bauten 14 verschiedene Kohlsorten an, darunter auch Rotkohl.

Kälte macht heimischem Wintergemüse übrigens kaum etwas aus. Bei einigen Sorten sorgt Frost dafür, dass Stärke in Zucker umgewandelt wird, was sich positiv auf den Geschmack auswirkt.

Der Vitamin-C-Gehalt von Rosenkohl ist beispielsweise doppelt so hoch wie der von Orangen. 200 g Rotkohl decken den Tagesbedarf an Vitamin C.

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