Gewonnen Cordula Weinke erzählt, was Flüchtlinge und Zugereiste bewirken können.

„Komm her, wir freuen uns!“

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Cordula Weinke

Dort, wo ich lebe, will ich gestalten, was ich richtig und wichtig finde, sagt Alkie Osterland. Und entsprechend ist sie aktiv. Vor gut 30 Jahren ist sie nach Schwäbisch Gmünd gekommen. „Obwohl ich eigentlich nach Barcelona wollte, nach Köln oder nach Berlin“, erzählt sie. Aber in Gmünd sei ihr „die Straße breit gepflastert worden“. Alle existenziellen Türen hätten sich geöffnet:

„Ich bekam ein Praktikum, einen Job, eine Wohnung. Die Leute haben gesagt: Komm her, wir freuen uns.“ Kein Zufall also, dass Alkie Osterland seit Jahren das kulturelle Leben in Schwäbisch Gmünd mitgestaltet. Im Gmünder Kunstverein engagiert sie sich als zweite Vorsitzende. Im Jahr 2002 hat Alkie Osterland mit anderen Künstlerinnen und Künstlern das Projekt „Labor im Chor“ im Gmünder Prediger gegründet. Seit 2011 betreibt sie dieses Projekt zu dritt, mit Maria Hokema und Angela Munz, unterstützt von der „Stiftung Gold- und Silberschmiedekunst in Schwäbisch Gmünd“ und dem „Museum im Prediger“. So eine Galerie wie das „Labor im Chor“ mit kleinen Segmenten sehr hochwertiger handwerklicher Produkte, die einwandfrei gearbeitet sind, sei in Baden-Württemberg einzigartig. „Ich würde mir wünschen, dass Schwäbisch Gmünd mit diesem Pfund mehr wuchern würde“, sagt Alkie Osterland. Die Stadt Schwäbisch Gmünd sehr bereichert hätten nach dem zweiten Weltkrieg die Flüchtlinge, meint Alkie Osterland. „Wenn Flüchtlinge kommen, kommen Bedürftige und auch Menschen, die etwas können“, betont sie. „Gmünd hat durch die Glashütten und Schmuckindustrie der Flüchtlinge aus Gablonz an Stärke und Außenwahrnehmung gewonnen.“ Sie selber stamme nicht aus Gablonz. Aber die Verbindung von Glas mit Schmuck in der Gmünder Industrie habe ihr von Anfang an gefallen. Nicht zuletzt ihre Karfunkelausstellung mit der Modeschmuckfirma Prade. Auch kein Zufall: Alkie Osterland wurde 2012 der „Pradepreis für Schmuck“ verliehen.

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