Komplett neues Herzstück für das Aalener Klinikum

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Gegenüber des Luftbildes oben etwas nach rechts gedreht: Der rot markierte Bereich – dort soll das neue Klinikgebäude mit den Kernbereichen entstehen. Grafik: LRA
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Plan für einen neuen Trakt am Ostalb-Klinikum mit den Kernbereichen nimmt erste Hürde. Wie diskutiert wurde und wie's weiter geht.

Aalen

Es ist die große Variante, die mutige. Aber auch die beste. Darin waren sich am Ende alle einig. Ins Aalener Ostalb-Klinikum soll kräftig investiert werden, um das Krankenhaus fit zu machen für die Zukunft.

Darum geht es: In einem Erweiterungsbau östlich der alten Intensivstation sollen alle medizinischen Kernfunktionen gebündelt und möglichst optimal in der Nähe von Hubschrauberlandeplatz, Operationssälen und verschiedener Funktionsbereiche wie Kardiologie, Chirurgie oder Radiologie positioniert werden. Kurze Wege ermöglichten eine "schnelle und somit qualitativ hochwertigere Versorgung von Notfallpatienten", wie es in der Vorlage heißt. Es werden dadurch im alten Bereich Flächen frei, etwa die der Zentralen Notaufnahme. Die könnte zum Beispiel für ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) genutzt werden könnten, wie Landrat Klaus Pavel in der Sitzung des Verwaltungsrates der Kliniken sagte.

Die Dimensionen: Pavel beschrieb die Dimensionen des Projektes: "Insgesamt werden circa 4288 Quadratmeter Fläche neugebaut und 2188 Quadratmeter im Bestand saniert." Die Kosten dieser Variante liegen nach der ersten Kostenschätzung des Architektenbüros Ludes bei circa 37 Millionen Euro. Vom Land könne mit 22 Millionen Euro an Zuschüssen gerechnet werden, meinte Pavel. Ludes hatte noch andere Varianten erstellt, die aber bereits im Vorfeld durchgefallen waren.

Die Diskussion: In der politischen Diskussion sprachen sich alle für diese Variante aus. "Das Ostalb-Klinikum musste oft zurückstecken", sagte etwa Landrat Pavel. Der OP-Bereich etwa sei gerade noch akzeptabel, "aber nicht gut". Die jetzt vorgestellte Variante sei vernünftig und sie sei, auch wenn sie teuer ist, "finanziell darstellbar". Die große Lösung sei aber wichtig, um das Ziel zu erreichen, den großen Gesundheitscampus in Aalen, der mindestens für zehn Jahr gut sei. Pavel drängte zur schnellen Entscheidung: "Wir müssen jetzt Gas geben", sagte er. Ziel sei, das Projekt im Jahr 2023 abgeschlossen zu haben. Pavel warb eindringlich für diese Lösung: "Ich freue mich über diese Lösung", erklärte er. Diese sei auch Konsequenz seines Bemühens in insgesamt 25 Jahren für die Kliniken im Ostalbkreis. "Das würde ich gerne mit Ihnen zusammen auf den Weg bringen", warb Pavel um Zustimmung vor dem Hintergrund seiner im September endenden Amtszeit.

CDU: Für die CDU erklärte Dr. Eberhard Schwerdtner, die Variante sei die "ideale Lösung an diesem Standort". Da habe sich das Warten gelohnt.

Freie Wähler: Herbert Witzany erklärte, "das könnte der große Wurf werden". Das Thema werde schon lange diskutiert. Er sei "froh und glücklich" über die jetzt angestrebte Lösung, die "absolut aus sachlichen Gründen" überzeuge.

Das würde ich gerne mit Ihnen zusammen auf den Weg bringen.

Klaus Pavel Landrat

SPD: Der Aalener Oberbürgermeister Thilo Rentschler sagte, jetzt gelte es "auf die Zielgerade" zu gehen. Er nannte das Projekt "eine Kompletterneuerung des Herzstückes". Corona aber habe gelehrt, "wie wichtig es ist, dass man gescheite Krankenhäuser hat".

Grüne: Auch die Grünen begrüßen das Projekt, wie Dr. Rolf Siedler sagte. Es sei gut, die Funktionsbereiche zusammenzuführen. Seiner Fraktion liege aber auch daran, dass der Neubau ein ökologisch hochwertiges Gebäude wird. Und dass die Expertise derer, die dort arbeiten, eingeholt wird.

AfD: Dr. Frank Gläser sprach sich für das Vorhaben aus, sagte aber, es müsse "auch nach Corona" gefragt werden, ob es nicht zu viele Krankenhausbetten in Deutschland gibt.

Die Linke: Das sah Roland Hamm (Die Linke) anders. Diese Betten gehörten zur öffentlichen Daseinsvorsorge, um bei Notfallsituationen gerüstet zu sein. Was aber fehle, sei eine Diskussion darüber, was an welchem Standort behandelt wird.

Der Beschluss erfolgte einstimmig.

So geht's weiter: Im Juni will sich Pavel mit dem Sozialministerium abstimmen.

Am 28. Juli könnte der Kreistag den Entwurf beschließen und danach der Förderantrag gestellt werden.

Im Juli 2021 könnte der Bauantrag eingereicht und ab September gebaut werden. Der Bau soll Ende 2023 abgeschlossen und 2024 in Betrieb genommen werden.

Das Ostalbklinikum in Aalen, von oben betrachtet. Der Landkreis will dort 40 Millionen Euro investieren, um das Krankenhaus fit für die Zukunft zu machen.

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