Kontaktnachverfolgung: Viele bewerben sich als Helferinnen und Helfer

+
Bis Ende Juni waren Bundeswehrsoldaten in der Kontaktnachverfolgung eingesetzt. Jetzt sucht der Landkreis Helfer aus dem Ostalbkreis.
  • schließen

Große Nachfrage nach Aufruf des Landratsamtes - Bezahlung bislang noch unklar. Auch ein Thema: der Datenschutz.

Aalen. Vor wenigen Tagen hat das Landratsamt einen Aufruf verbreitet. "Angesichts der momentan wieder deutlich ansteigenden Infektionsfälle wollen wir uns bei der Kontaktpersonennachverfolgung neu organisieren und für den Herbst wappnen", so hatte Landrat Dr. Joachim Bläse den Aufruf erklärt und weiter: "Deshalb suchen wir heute schon Helferinnen und Helfer, die uns - egal ob in Vollzeit oder gerne auch nur stundenweise - bei dieser Aufgabe unterstützen." Offenbar hat Bläse den richtigen Ton getroffen. Bereits jetzt sind, Stand Dienstagnachmittag, 160 Bewerbungen beim Landratamt eingegangen. Wie viele Helferinnen und Helfer tatsächlich gebraucht werden, dazu kann das Landratsamt derzeit keine konkreten Angaben machen - nur so viel, dass "bei dem erwarteten Anstieg der Neuinfektionen weiterhin von einem hohen Aufwand bei der Kontaktpersonennachverfolgung auszugehen" sei, wie Katharina Oswald, persönliche Referentin des Landrates, erklärte. Zudem geht man im Landratsamt davon aus, dass die Kontaktnachverfolgung "aufgrund der weitgehenden Öffnungen" künftig wohl "sehr komplex" sei - einfach deswegen, weil die Menschen jetzt schlicht mehr Kontakte haben.

Das Thema Datenschutz hat die Landkreisverwaltung im Auge. Die künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssten vorab eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben, an die sie sich halten müssten und sie sollen auch Hinweise zum Datenschutz erhalten. Damit soll sichergestellt werden, dass die neuesten Infos über Corona-Kontakte nicht von der Ulrich-Pfeifle-Halle in Aalen an den nächsten Stammtisch wandern.

Zu den Qualifikationen der künftigen Bewerberinnen und Bewerber sagte Oswald, "eine medizinische Vorkenntnis wäre wünschenswert, aber stellt keine Voraussetzung dar". Wichtig seien aber soziale Kompetenzen und "gute Kommunikationsfähigkeit" sowie EDV-Kenntnisse.

Wie die Kräfte bezahlt werden sollen, das ist derzeit noch unklar. Aktuell werde auf Landesebene besprochen, wie sich "die Zukunft der Finanzierung darstellt". Diese Entwicklungen warte man ab im Landratsamt.

Info: Nach wie vor sei die sogenannte Kontaktpersonennachverfolgung laut Landratsamt "ein wichtiger Baustein der Pandemiebekämpfung". Seit März 2020 bis heute wurden im Ostalbkreis von den Teams der Landkreisverwaltung und mit Unterstützung von Bundeswehrkräften knapp 16 000 Menschen, die positiv auf Corona getestet waren, kontaktiert und in Quarantäne geschickt

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare