Kreisbrandmeister Straub: Den Jugendtraum zum Beruf gemacht

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Andreas Straub und Landrat Dr. Joachim Bläse
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Andreas Straub wird am 1. August 2022 der neue Kreisbrandmeister. Im Kreistag hat sich der künftige „oberste Ostalb-Feuerwehrmann“nun vorgestellt.

War irgendwo ein Feuerwehrfest, dann hat man mich dort gefunden.“

Andreas Straub, Künftiger Kreisbrandmeister

Aalen

Andreas Straub wird der neue Kreisbrandmeister. Der bisherige „oberste Ostalb-Feuerwehrmann“ Otto Feil bleibt noch bis 31. Juli 2022 offiziell im Amt, danach übernimmt Straub die Aufgabe als Kreisbrandmeister und Leiter des Geschäftsbereichs Brand- und Katastrophenschutz.

Anfangs gingen acht Bewerber ins Rennen. Mehrere Vorstellungsrunden hatte es gegeben, die letzte am 21. Januar. Am 27. Januar schließlich präsentierten sich die verbliebenen zwei Bewerber den Spitzenvertretern von 40 Feuerwehren aus dem Landkreis. Landrat Dr. Joachim Bläse dankte dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Willibald Freihart und allen, die den Findungsprozess maßgeblich begleitet haben. Und der Landrat lobte besonders, wie konstruktiv das Treffen in Aalens Berufsschulzentrum gewesen sei. Auch dies zeige, dass die Ostalb-Feuerwehren eine große Familie seien.

Unter zwei verbliebenen Kandidaten setzte sich Straub mit 34 zu sechs Stimmen durch. Der Kreistag hat ihn in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zu Otto Feils Nachfolger gewählt.

Feuerwehrmann von der Pike auf

Andreas Straub hat sich dabei im Kreistag vorgestellt. Er ist 45 Jahre alt und kommt aus Bietigheim-Bissingen im Landkreis Ludwigsburg. Nach dem Abschluss auf dem Technischen Gymnasium, erlernte er den Beruf des IT Systemelektronikers, den er danach als Servicetechniker im Außendienst ausübte.

Er habe sich schon früh für die Arbeit der Feuerwehr interessiert. „War irgendwo ein Feuerwehrfest, dann hat man mich dort gefunden“, lachte er. 1994 konnte er „endlich“ in die Freiwillige Feuerwehr Bietigheim-Bissingen eintreten, in der er bis heute aktiv ist. 2001 schließlich machte Straub sein Hobby zum Beruf und absolvierte die Ausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst bei der hauptamtlichen Abteilung der Feuerwehr in Ludwigsburg.

„Es erfüllt mich schon mit Stolz, dass ich nun auf über 25 Jahre Feuerwehrerfahrung zurückblicken kann. Ich habe in dieser Zeit sehr viel lernen und Einsatzerfahrung als Feuerwehrmann bis hin zu meiner derzeitigen Funktion als Einsatzleiter sammeln können“, sagte er. Durch seine Tätigkeit im haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrbereich kenne er die Strukturen und Bedürfnisse im Ehrenamt sowie im Hauptamt sehr gut.

„Schon recht früh habe ich Aufgaben innerhalb der Feuerwehren übernommen. Ich war unter anderem Ausbilder für Truppmann und Truppführer, Ausbilder auf der Atemschutzübungsstrecke, Sprechfunkausbilder, Mitglied in der Führungsgruppe und lange Zeit im Feuerwehrauschuss tätig“, sagte er.

Ein Höhepunkt sei für ihn 2013 die Berufung ins Aufbauteam zur neuen Integrierten Leitstelle Ludwigsburg gewesen. Die Mitgestaltung der operativ taktischen Ausrichtung für die neue Leitstelle sowie die Datenpflege der neuen Alarm- und Ausrückeordnungen der Feuerwehren aus dem Landkreis gehörten dort zu seinen Aufgaben.

Nach der Inbetriebnahme der ILS 2014, machte er dort Dienst als fester Disponent im Wechsel zum Einsatzdienst bei der Feuerwehr Ludwigsburg. „2017 erreichte ich ein weiteres Ziel: den Aufstieg in den gehobenen Dienst“, sagte Straub. Verknüpft damit war die Übernahme der frei gewordenen Stelle als stellvertretender Leiter der Leitstelle Ludwigsburg.

Während seiner Ausbildungsabschnitte auf dem Regierungspräsidium Stuttgart, dem Landratsamt Ludwigsburg sowie bei den Berufsfeuerwehren Stuttgart, Heilbronn und Freiburg habe er sich ein gutes Netzwerk aufgebaut. „Es war mir aber auch wichtig, über den Tellerrand von Baden-Württemberg hinausschauen zu können. Deshalb absolvierte ich einen Ausbildungsabschnitt bei der Berufsfeuerwehr in Hamburg“, berichtete er. Schwerpunkte dort seien die Einsatzplanung und -vorbereitung sowie die Stabsarbeit gewesen.

Sein derzeitiges Aufgabengebiet ist die operativ-taktische Führung der Leitstelle Ludwigsburg. In einem festen Schichtumlauf ist er auch Einsatzleiter vom Dienst bei der Feuerwehr Ludwigsburg.

Für seine neue Aufgabe auf der Ostalb sieht er sich dank seiner Erfahrung gut gerüstet. „Ich möchte bei Prozessen alle Beteiligten mitnehmen und mit einbeziehen“, kündigte er an. „Gegenseitiger Respekt und Unterstützung sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sind mir sehr wichtig. Eine offene, ehrliche, sachliche Kommunikation werden unsere Ziele erreichbar machen“, sagte er. Seine Ziele hier seien: die Feuerwehren insgesamt zu stärken, die nötigen Mittel hierfür zu beschaffen, die Nachwuchsförderung zu forcieren und auch die Öffentlichkeitsarbeit weiter zu verstärken und vor allem mehr zu digitalisieren. „Das ist ein Gebot der Zeit“, sagte er, bevor er sich für das Vertrauen bedankte.

Andreas Straub und der noch amtierende Kreisbrandmeister Otto Feil (rechts)
Andreas Straub

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