Kreisräte: Biomüll nicht mehr im Plastikbeutel entsorgen

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Gmünds OB Richard Arnold forderte, den Bio-Müllsack aus Plastik durch ein biologisch abbaubares Produkt oder durch ein Gefäß zu ersetzen.
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GOA legt Bilanz vor. 717 Tonnen illegaler Müll eingesammelt. Kritik am bisherigen Biobeutel. Gmünds OB Arnold: „Passt nicht mehr in heutige Zeit.“

Aalen. Zahlen über Zahlen präsentierte der Geschäftsführer der GOA, Arne Grewe, den Kreisrätinnen und Kreisräte. Mit im Gepäck hatte der Chef über die Abfallbewirtschaftung im Ostalbkreis die Bilanz 2021. Die gestiegenen Preise fürs Altpapier und beim Schrott machten sich, so Grewe, in der finanziellen Bilanz positiv bemerkbar. Mit einem positiven Jahresergebnis von 2,28 Millionen Euro war für die GOA trotz der andauernden Coronakrise 2021 ein zufriedenstellende Geschäftsjahr.

3,71 Millionen Euro – so hoch waren die Investitionen 2021. Das Geld habe man, so Arne Grewe, insbesondere in Fahrzeuge, den Umbau der Umschlagplätze auf den Deponien Ellert und Reutehau, die Erweiterung des Wertstoffhofes Oberkochen sowie in den Standort Plüderhausen investiert. Im Zuge der unternehmensweiten Digitalisierungsstrategie seien die beiden Deponiestandorte Ellert und Reutehau in die interne IT-Infrastruktur eingebunden worden.

25000 Tonnen Hausmüll hat die GOA im vergangenen Jahr entsorgt. 33 Tonnen mehr im Vergleich zu 2020, wie Arne Grewe erklärt. Dabei wurden 1,36 Millionen Mülleimer, 2848 Container entleert und 212 938 Müllsäcke zu 30 Liter entsorgt.
717 Tonnen unerlaubte Ablagerungen wurden ebenfalls beseitigt.

13 000 Tonnen Sperrmüll fielen 2021 – mehr als 600 Tonnen weniger als 2020 – im Ostalbkreis an, von denen zwei Drittel selbst angeliefert worden sind, sagt Grewe mit dem Hinweis auf das erste Corona-Jahr, in dem die Bürgerinnen und Bürger viel entrümpelt hätten. Zur Selbstanlieferung von Sperrmüll wurden auf den Entsorgungszentren und Wertstoffhöfen 60 378 Karten für je zwei Kubikmeter abgegeben – 2020 waren das 58 519 Karten. Der Sperrmüll sei von 21 172 (2020: 24 303) Haushalten abgeholt, davon 1105 (969) mal mit Eilservice. 

2473 Tonnen Altmetall (2653) wurden eingesammelt oder bei den Wertstoffhöfen (2250) abgegeben. Wie der GOA-Chef betont, machten sich die hohen Preisdotierungen beim Schrott und Altpapier im Umsatz – 46,36 Millionen Euro – bemerkbar. Dieser sei um 1,5 Millionen Euro höher als 2020. Das Jahresergebnis beträgt laut Grewe 2,28 Millionen Euro.

12 000 Tonnen Bioabfall sind 2021 kreisweit angefallen, die der Bioabfallkompostierung zugeführt worden seien. Der Biomüll wurde in knapp 2 Millionen (2,08 Millionen) Bio-Beutel à 7,5 und 1,456 Millionen (1,42 Millionen) Beuteln à 15 Liter eingesammelt.
23 000 Tonnen Altpapier (23 258) wurden 2021 der Verwertung zugeführt. Davon landeten 14 543 Tonnen in der Blauen Tonne, 3223 Tonnen sammelten Vereine und 5173 Tonnen landeten direkt auf den Wertstoffhöfen. Ende 2021 standen 113 866 (108 953) blaue Papiertonnen in den Haushalten des Ostalbkreises, erklärt der GOA-Geschäftsführer.

37 000 Tonnen Grünschnitt (knapp 32 000) verzeichnete die GOA 2021. Davon wurden 11 000 Tonnen durch Bürgerinnen und Bürger angeliefert, 20 000 Tonnen über Grüncontainer entsorgt. Der „Rest“ landete in der Gartentonne und in der Sammlung (1549).
336 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (339) sowie neun Auszubildende beschäftigt die GOA 2021.

Das sagen die Kreisräte:

Gmünds OB Richard Arnold forderte, den Bio-Müllsack aus Plastik durch ein biologisch abbaubares Produkt oder durch ein Gefäß zu ersetzen. „Der Bio-Beutel passt nicht mehr ins Ziel eines plastikfreien Ostalbkreises“, so Arnold. Dem schlossen sich die anderen Kreistagsfraktionen an. Auf die Frage aus dem Plenum woher die 717 Tonnen unerlaubte Ablagerungen stammen, antwortete Grewe, dass es sich dabei weniger um Sperrmüllablagerungen in der Umwelt handle, sondern dass sich diese aus kleineren Mengen in Kommunen und Natur zusammensetzten.

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