Kreisverwaltung hat 365-€-Ticket im Visier

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Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das 365-Euro-Ticket im Ostalbkreis kommt.
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Die Einführung des Tickets könnte der Kreisverwaltung ein Defizit von etwa 1,4 Millionen Euro pro Jahr bescheren.

Aalen. Vorneweg: Laut Koalitionsvertrag ist die Einführung eine 365-Euro-Tickets zum 1. September 2022 geplant. Erwerbsberechtigt sollen alle in einem Ausbildungsverhältnis stehenden Personen bis zum 27. Lebensjahr sein. 70 Prozent trägt das Land, 30 Prozent tragen die Stadt- und Landkreise. Das geplante Ticket soll eine landesweite Fahrmöglichkeit umfassen. „Wir wollen uns als Ostalbkreis nicht ausschließen“, eröffnete Landrat Dr. Joachim Bläse die Diskussion im Ausschuss für Umweltschutz- und Kreisentwicklung. Er sprach von einem „ambitionierten Programm in Sachen ÖPNV als Gesamtpaket“. In der nächsten Sitzung wolle man mit einem konkreten Vorschlag aufwarten. Dabei gehe es auch um die Finanzierung – es könnten anderer Finanzierungsmöglichkeiten gesucht werden oder die Tickets über die Kreisumlage finanziert werden.

Ball ist auf Kreisebene

„Der Ball ist wieder heruntergespielt auf die Kreisebene“, erklärte Christoph Konle. Allerdings sei ein starker ÖPNV vonnöten, wobei man auch finanziell auf Nachhaltigkeit achten müsse. Gabriele Ceferino signalisierte Zustimmung für die Fraktion der Grünen. „ÖPNV ist immer ein Zuschussgeschäft“, meinte sie. Herbert Witzany wünschte sich für die CDU eine „nachhaltige Gesamtrechnung, was auf uns zukommt“. Auch die Meinung der kommunalen Spitzenverbände müsse eingeholt werden.

„An der Einführung des 365-Euro-Tickets führt kein Weg vorbei“, fügte Mario Capezzuto für die SPD-Fraktion hinzu. Das Ticket werde einen Positiv-Effekt für den ÖPNV bringen. Elmar Hägele sprach von einer möglichen Verdoppelung der ÖPNV-Nutzer. Ökonomie und Ökologie dürften nicht auseinanderfallen, erklärte Bläse. Was finanziell drückt: Das neue Ticket würde dem Landkreis ein Defizit von etwa 1,4 Millionen Euro pro Jahr bescheren, da die etwa 15 000 Fahrschüler übers Ostalb-Abo bislang einen Eigenanteil von 460 Euro bezahlen. Der Ausschuss votierte einstimmig für die weitere Eruierung zu diesem Thema. Lothar Schell

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