Durchgekaut

Kultur, Küche und Kartoffelsalat

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Andrea Rohrbach
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Andrea Rohrbach über ein schwäbisches Kulturgut zum Essen.

Zugegeben,die Ankunft vor einigen Jahrzehnten im Ländle war für mich, mitostwestfälischen Wurzeln und schlesischen Eltern, ein leichter Kulturschock. Die Sprache stellte dabei anfangs eine beachtliche Hürde bei der Eingewöhnung dar. Die schwäbische Kochkunst hingegen fand schnell Zutritt in die heimische Küche. Maultaschen, Linsen mit Spätzle und Saiten lösten immer häufiger den Grünkohl und die Königsberger Klopse ab.
Der Wandel fiel nicht schwer, denn da gibt es ja auch noch den schwäbischen Kartoffelsalat. Behäbig, schwer und fast schon eine komplette Mahlzeit bildet der schlesische und der westfälische Cousin des schwäbischen Kartoffelsalats. Wird in norddeutschen Region der Kartoffelsalat gehaltvoll mit Mayonnaise,Gewürzgurken und gekochten Eiern versehen, findet man in der schlesischen Variante zusätzlich gerne noch Fleischwurststücke. Da wirkt der schwäbische Kartoffelsalat, wie auch vom Kochteam der Weilemer Skihütte zubereitet, nahezu schlicht und aufs Wichtigste reduziert, nämlich die Kartoffel. Goldgelb muss sie sein, die Kartoffelköstlichkeit, schön „schmolzig“, also von weicher Konsistenz, weder Gurke noch Wursteinlagen stören den frischen,leicht säuerlichen Geschmack.
Und der Kartoffelsalat ist einabsoluter „Allrounder“, der zu nahezu jedem Gericht gereicht werden kann und ersetzt dabei gerne weitere Beilagen.
Im Duett mit dem köstlichen Schweinebraten aus der Küche der Weilemer Skihütte ist der „Grombierasalat“ ein nahezu unschlagbares, köstliches und traditionelles schwäbisches Mittagessen.

Schon längst kein Geheimtipp mehr ist der Mittagstisch, den der TV Weiler in seiner Skihütte jeden Sonntag anbietet.

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