Zwei Leuchtturmprojekte für die Ostalb-Zukunft prämiert

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So könnte der Turm auf dem Utzenberg bei Heubach aussehen.

Aufnahme der „KI-Werkstatt Mittelstand“ und des Albturmes in Heubach in das EFRE-Förderprogramm.

Zwei Leuchtturmprojekte aus dem Ostalbkreis sind bei dem Landeswettbewerb Regio-Win am Mittwochvormittag prämiert worden: Die „KI-Werkstatt Mittelstand“ an der Hochschule Aalen und der Albturm mit Zukunftsforum in Heubach haben nun die Möglichkeit, eine Förderung aus den Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes in der EU-Förderperiode 2021-2027 zu beantragen.

KI-Werkstatt: Aufbauend auf der starken Forschung und der hervorragenden Infrastruktur an der Hochschule Aalen werden in der KI-Werkstatt Mittelstand die regionalen Innovationskapazitäten zum Thema Künstliche Intelligenz nachhaltig aufgebaut. Dadurch sollen die mittelständischen Unternehmen und Start-Ups in Ostalbkreis darin unterstützt werden, neue Methoden, Technologien und Geschäftsmodelle einzuführen. So können über KI-getriebene Innovationen die Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung der Region gesteigert werden. Umgesetzt wird die KI-Werkstatt Mittelstand im „Digital Innovation Space“, das an der Hochschule Aalen entstehen wird. 

Der Hochschulcampus auf dem Burren: Das Wissen dort, etwa über Künstliche Intelligenz (KI), in er einer KI-Werkstatt für den Mittelstand in die Wirtschaft transferieren, ist ein Projekt.

Albturm: Eines der bestimmenden Forschungs- und Handlungsfelder in Wissenschaft und Wirtschaft der nächsten Jahre und Jahrzehnte wird die urbane Transformation und die Entwicklung von Wohngebäuden mit CO-neutraler Herstellung und Energieversorgung sein. Der Albturm aus acetyliertem Buchen-Furnierschichtholz, als zukunftsweisende technologische Innovation im Holzbau und mit 61,5 m höchster Holzturm Deutschlands, wird durch das zu 100 Prozent in zirkulärer Wertschöpfung entwickelte Zukunftsforum komplettiert. Albturm und Zukunftsforum, die am Albtrauf bei Heubach enstehen werden, sollen eine Plattform zum gesellschaftlichen Diskurs zum klimaneutralen Wandel von Energie, Ressourcen, Landnutzung und Urbanisierung bieten. 

Der Wettbewerb Regio-Win steht für „Regionale Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation und Nachhaltigkeit“. Es handelt sich dabei um einen Wettbewerb des Landes Baden-Württemberg zur Ausgabe von Strukturfördermitteln der EU und des Landes. Die beteiligten Regionen mussten dafür ein regionales Entwicklungskonzept und darauf aufbauende Projekte erarbeiten.

Insgesamt wurden 24 Leuchtturmprojekte von Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut zusammen mit dem Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer prämiert.

Der Ostalbkreis hat sich mit der Innovationsstrategie NiO an dem Wettbewerb beteiligt. NiO steht für „Nachhaltige Innovationen im Ostalbkreis – Zukunftsideen für Mensch & Umwelt“. Das Projekt habe die Jury sehr beeindruckt, teilt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer mit. Der Landkreis habe bei der Ausarbeitung viel Wert auf Beteiligung für die nächsten Jahre gelegt. Die Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Kommune und Hochschule sei hier besonders lobenswert.

Das Land wolle etwa 80 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) für RegioWIN-Projekte einsetzen und mit Landesmitteln ergänzen, so die Wirtschaftsministerin. 

Bisherige Erfolge: Der Wettbewerb wurde bereits 2014 zum ersten Mal aufgerufen. Damals hat sich der Ostalbkreis erfolgreich beteiligt und eine Förderung für die Leuchtturmprojekte „Zentrum Technik für Nachhaltigkeit (ZTN)“ an der Hochschule Aalen und „Europäische Ausbildungs- und Transferakademie (EATA)“ in Ellwangen erhalten.

Schlüsselprojekte

Für die ebenfalls regional sehr bedeutsamen Schlüsselprojekte werden in Zusammenarbeit mit den Landesministerien anderweitige Fördermöglichkeiten ausgelotet.

Transferzentrum für Effizienz, Klimaschutz und Klimaanpassung Ostalb (TEKKO): Der Klimawandel und dadurch bedingte Umweltveränderungen werden die regionale Wirtschaft im Ostalbkreis, insbesondere KMUs und Kommunen, bereits in naher Zukunft mit nie dagewesenen Herausforderungen und Umwälzungen konfrontieren. Mit TEKKO soll ein Wissenstransferzentrum geschaffen werden, welches Start-ups, KMU, Handwerk und Kommunen zu den genannten Themen informiert, Ängste und Zweifel nimmt, begeistert, motiviert, Hilfestellung leistet und konkrete Projekte umsetzt und Nachahmer generiert. Der besondere Mehrwert des Transferzentrums wird durch die Kombination aus Beratung / Weiterbildung / Netzwerkbildung, der Erhöhung der Sichtbarkeit und Nachvollziehbarkeit von aktuellen technischen Lösungen und der Stimulierung von neuen Geschäftsideen - insbesondere durch die Generierung eines „Green Innovation Hub“ - erreicht. 

ASPEN – Wasserstoffkompetenzzentrum Schwäbisch Gmünd: Der Ostalbkreis ist durch zahlreiche Unternehmen in der Automobilzulieferindustrie bereits jetzt stark vom Transformationsprozess betroffen. Die vom Automobil geprägte Industriestruktur in Schwäbisch Gmünd bietet eine ideale Grundlage und Potenziale zur Stärkung der regionalen Innovationsfähigkeit. Die Stadt entwickelt mit ASPEN daher einen nachhaltigen Technologiepark auf Grundlage eines Wasserstoffkompetenzzentrums. Dazu wird mit weiteren Partnern die Projekt-GmbH ASPEN gegründet, deren Aufgaben sich aus Flächenmanagement, Fachkräftevermittlung, Forschung und Entwicklung sowie Koordination der vorhandenen und Gewinnung neuer Partner zusammensetzen. ASPEN vereint Produktion und wirtschaftsnahe Forschung auf einer Fläche und ist damit ein wichtiges Instrument, um den Transformationsprozess in der Automobilindustrie für unsere Region eng zu begleiten. 

Campus Automotive Research - Mobility and Automation (CAR-MA): Die Automobilwirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden und komplexen, vor allem aber auch sehr dynamischen Wandlungsprozess. Die Entwicklung neuer Antriebstechnologien, die Digitalisierung, die Entstehung neuer Geschäftsmodelle bestimmen diesen Wandlungsprozess und lassen aus dem singulären Automobil ein kommunikatives System werden, das mit seiner Umwelt über Internet, Sensoren und Kameras interagiert. Das interdisziplinäre Großforschungsprojekt „CAR-MA“ realisiert eine Kooperation von Spitzeninstitutionen auf den Gebieten Ingenieurwissenschaften/(Fahr-)Simulation, Informatik / Automatisiertes Fahren und Medizin / sensorische Systeme. Auf dem geplanten ForschungsCampus wird ein hochstandardisiertes, überdachtes „on-road“ Testareal mit einem Forschungsgebäude zur medizinisch-sinnesphysiologischen Funktionsdiagnostik sowie einem Hochleistungs-Fahrsimulator zusammengeführt.

Ein ausführlicher Bericht folgt im Laufe des Mittwochs.

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