Landkreis sucht dringend Unterkünfte für Flüchtlinge

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Flüchtlinge aus der Ukraine kommen in der LEA in Ellwangen an.
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2845 Menschen aus der Ukraine sind aktuell auf der Ostalb – und es werden mehr.

Aalen. Einen dringenden Appell, dem Landkreis Wohnraum zur Unterbringung von Flüchtlingen anzubieten, hat Landrat Dr. Joachim Bläse im Kreis-Jugendhilfeausschuss an alle Bürger im Kreis gerichtet. „Ich miete und  kaufe alles, was geht“, sagte er. Die Unterbringung funktioniere derzeit zwar noch, „aber wir werden zunehmend voller“, sagte er. Dringend gesucht werde Raum für die vorläufige Unterbringung von etwa 50 Menschen. 

Stand Dienstag habe der Ostalbkreis 2845 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen. „Das ist eine unglaubliche Leistung“, bedankte sich der Landrat bei den Kommunen, bei seiner Verwaltung aber vor allem bei den vielen Ehrenamtlichen in den kommunalen Drehscheiben, die Großartiges leisteten.

350 der Ukraine-Flüchtlinge seien Kinder unter sechs Jahren, 683 insgesamt seien unter 15 Jahren. Das bedeute eine große Integrationsarbeit an den Schulen und Kindergärten. Zwar sei noch unklar, wie viele Menschen aus der Ukraine für immer in Deutschland bleiben würden, er rechne aber damit, dass es eine Menge sein werden. Dementsprechend müssten weitere Schritte eingeleitet werden.

Bläse befürchtet, dass der Ukraine-Krieg und der damit einhergehende Stopp von Getreideexporten Ende des Jahres zu Hungerkatastrophen in Afrika führen könnte. Dies würde weitere Flüchtlingsströme bringen, was weiteren Raum für diese Menschen erfordere. Doch auch um die Flüchtlinge aus Syrien oder Afghanistan, die derzeit kämen, müsse sich der Ostalbkreis kümmern. Er sei aktuell in Gesprächen mit den Kommunen, um weiteren Wohnraum auch für die dauerhafte Unterbringung von Flüchtlingen zu finden.

Für die CDU schloss sich Manfred Fischer dem Dank des Landrates an alle in der Flüchtlingshilfe Engagierten an. Die Städte und Gemeinden würden bei dieser Herausforderung aber alleingelassen, kritisierte Fischer. Besonders den vielen Kindern müsse geholfen werden. In den Schulen gebe es aber nur einen Lehrer pro Klasse. Kleinere Grundschulen seien besonders belastet. Das Oberschulamt bewillige aber keine zusätzlichen Stunden. Der Landkreis, forderte Fischer, möge das Gespräch mit dem Schulträger suchen.

„Wir sind hier im Austausch“, sagte Landrat Dr. Bläse. Er meint aber auch: „Geld ist das eine, Personal das andere. Es fehlt einfach an qualifiziertem Personal“.

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