Landkreis vergisst die Ärmsten nicht

+
Der Lions Club Aalen hat in Togo eine dritte Schule aufgebaut., Das Foto zeigt Kinder in einem der Schulräume.
  • schließen

Kreishaushalt 2022 sieht 110.000 Euro für Projekte in armen Ländern der Welt vor. Sozialausschuss stimmt zu. Landkreis will sich künftig schwerpunktmäßig Afrika widmen.

Aalen

Zum Jahresende wird gespendet. Das hat auch beim Landkreis Tradition. Seit 1992 hat sich der Ostalbkreis mit über 1,5 Millionen Euro an der Förderung von Projekten in Entwicklungsländern beteiligt. Es konnten über 90 verschiedene Hilfsorganisationen im Kreis bei ihrer Arbeit unterstützt werden.

Im Kreishaushalt 2022 sind zur Förderung von Hilfsprojekten in Entwicklungsländern erneut 60.000 Euro eingestellt. Hinzu kommen 40.000 Euro für Hilfsprojekte in Krisengebieten. Für die „Küche der Barmherzigkeit“ in Eriwan, Armenien - Projekt „Hoffnungsvolle und gesunde Kinder“ wurden bereits 10.000 Euro bewilligt. Der Sozialausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung allen folgenden Projektanträgen zugestimmt.

So erhält der Verein zur Förderung des Nebras Children Centre in Mombasa, Kenia 5000 Euro zur Sanierung des Waisenhauses dort. Der Verein unterstützt ein Waisenhaus in den Slums von Mombasa. Die Einrichtung muss ohne staatliche Subvention auskommen. Pro Monat bringt der Verein für den laufenden Betrieb rund 1.500 Euro auf.

3000 Euro erhält der 2012 in Zimmerbach gegründete Förderverein „Pater Bala und die Straßenkinder“. Das Geld geht an Hilfsprojekte des Pallottinerpaters Dr. Balaswamy Madanu in Hyderabad/Indien. Dort betreibt Pater Bala zwei Kinderheime. Im nächsten Jahr soll ein drittes Wohnheim eröffnet werden.

Der Missionskreis der Katholischen Kirchengemeinde St. Otmar in Neresheim-Elchingen unterstützt seit fast 20 Jahren humanitäre Hilfsprojekte in Tansania, Indien und Ecuador. Die Schule in Tansania für benachteiligte Kinder, das VTC St. Monica in Mbinga, erhält 2000 Euro. Das Kinderheim Esperanza in Manglaralto/Ecuador unterstützt der Landkreis mit 2000 Euro. Als drittes Projekt unterstützt der Missionskreis kontinuierlich in Telangana/Indien den Bau eine Schule, in der inzwischen ca. 300 Kinder unterrichtet werden. Hierfür überweist der Landkreis 2000 Euro.

Nicole Mtawa stammt gebürtig aus Gmünd, lebt in Tansania und hat dort 2010 den Verein „Human Dreams“ gegründet, der ein Heim für pflegebedürftige Kinder gebaut und finanziert hat. Der Landkreis wird das Projekt mit 10.000 Euro unterstützen.

Ein Team von vier deutschen Ärzten unter der Projektverantwortlichkeit von Prof. Dr. Ulrich Solzbach soll an der Medizinischen Fakultät der Katholischen Universität von Mosambik in Beira Kurse mit zehn bis maximal 20 Teilnehmern aus der örtlichen Gruppe der Lehrenden abhalten, um so Schritt für Schritt die Lehrqualität und -kompetenz an der Universität in Beira zu erhöhen. Es ist geplant, dass im Laufe von fünf konsekutiven Jahren diese Kurse selbstständig von den afrikanischen Lehrenden durchgeführt werden und damit die Lehrkompetenz weitergegeben und ggf. angepasst werden kann. Für die Durchführung des Projekts wird technische Ausstattung benötigt. Der Landkreis wird dies mit 5000 Euro unterstützen.

Der Lions Club Aalen engagiert sich seit über 15 Jahren in Togo und hat bisher u. a. drei Schulen, zwei Kindergärten, ein Wasserprojekt und eine Krankenstation gebaut. Der Verein Hilfe für Togo Waldstetten ist bereits seit über 30 Jahren in Togo aktiv. Es wurden Schulen, Kindergärten, Krankenstationen, Wasserprojekte und auch ein Ausbildungszentrum erbaut. 2022 sollen eine Schule für 250 Kinder und ein Kindergarten für 20 Kinder sowie ein Wasserturmes im Dorf Agou Nyogba/Togo gebaut werden. Der Lions Partnerclub Sierning Steyrtal und Lions International LCIF beteiligen sich zudem an den Kosten. Der Landkreis stiftet 10.000 Euro.

Die Govinda Entwicklungshilfe unterstützt in der Stadt und im Distrikt Jumla in Westnepal 38 gehörlose Kinder. Govinda setzt sich dafür ein, dass sie eine speziell auf ihre Bedürfnisse ausgelegte Bildung erhalten. Govinda sorgt in Kooperation für die Bereitstellung qualifizierter Lehrkräfte, von Lernmaterial, von Schul- und Freizeitkleidung sowie für regelmäßig Gesundheits-Checks. Jährlich werden Stipendien an gute Schülerinnen und Schüler vergeben. Der Landkreis spendet hierfür 5000 Euro.

Der gebürtige Aalener Pfarrer Günther Freybler lebt seit über 40 Jahren in Bernal-Quilmes, einem Vorort von Buenos Aires in Argentinien. Dort hat er die Trägerorganisation „Fundación Padre Angel Misionero Popular“ mitgegründet. Hierbei geht es um Kleidung, Bildung und Gesundheit von Kindern. Die Pandemie hat die Not hier noch schlimmer gemacht, weshalb der Landkreis mit 6000 Euro hilft.

Schwerpunkt Afrika

Der Ostalbkreis wird sein Engagement in der Entwicklungshilfe neu ausrichten und bewusst für die Zukunft einen Schwerpunkt Afrika setzen, dies schlug Landrat Dr. Joachim Bläse vor und fand damit einhellige Zustimmung im Gremium. Unabhängig davon sollen jedoch weiterhin auch förderwürdige Projekte auf anderen Kontinenten unterstützt werden können. Hierzu werden die Antragsunterlagen standardisiert. Gemeinsam mit der Stadt Schwäbisch Gmünd und weiteren Akteuren ist im kommenden Jahr ein Netzwerktreffen geplant.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare