Langer Atem unterm Sky-Schirm

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Thomas Quasthoff und seine Musiker verzauberten ihr Publikum im "Himmelsgarten" zwei Stunden lang.

Thomas Quasthoff verzaubert mit seinem Bassbariton die Besucher des dritten Abends beim Open-Air-Festival in Wetzgau.

Schwäbisch Gmünd-Wetzgau

Am Ende wollten die Besucher Thomas Quasthoff und seine Combo gar nicht mehr von der Bühne lassen. Standing Ovations verlangten nach Zugaben.

Zu Beginn seines ersten Auftritts nach seiner "Musik-Quarantäne", zollte der 60-jährige ausgebildete Opernsänger Quasthoff den zahlreichen Besuchern seinen Dank, "wie schön ist es, wieder Publikum begrüßen zu dürfen". Auch die ausgefallene Dachkonstruktion, der Magic-Sky-Schirm, erregte die Bewunderung des Künstlers.

Zwei Stunden lang verzauberten Quasthoff und seine Musiker Simons Oslender am Piano, am Kontrabass Dieter Ilg und Quasthoffs "Herzensmensch" Wolfgang Haffner am Schlagzeug das bunt gemischte Publikum. Der sonore Bassbariton erfüllte vom ersten Takt von "I'll Be Your Baby Tonight" das Rund unter dem Schirm und vor der Bühne. Die musikalische Reise ging über Titel von Tina Turner, John Lennon oder Steve Wonder – allerdings nicht wie bekannt in rockigen Klängen. "Ich sing es halt anders", flachste der stimmgewaltige Sänger. Die verjazzten Titel ließen bei den Besuchern "restless legs" aufkommen, überall waren im Takt wippende Füße zu sehen. Seinen Auftritt in Wetzgau kommentierte der Jazzsänger, hier sei er umgeben von Schwaben, "der Preuße versteht kein Wort", aber er fühle sich sehr wohl hier.

Nicht erst beim Warehouse Song kamen die Qualitäten der Begleitcombo zur vollen Entfaltung, von Titel zu Titel steigerte sich die Begeisterung von Sänger und Musiker und riss das Publikum mit. Der Romantiker brach in Quasthoff mit der Ballade "Somewhere over the Rainbow" durch, die er speziell für seine anwesende Gattin sang. Die hereinbrechende Nacht, der bunt beleuchtete Himmelsstürmer im Hintergrund und das Lichtspiel unter der Kuppel des Magic-Sky-Schirms setzten der Ballade einen besonderen zauberhaften Akzent auf.

Zu was die menschliche Stimme fähig ist, bewies Quasthoff praktisch á cappella, man hörte ihn hoch, tief, quietschend, meckernd und "schwäbisch schwätza". Eine Weinflasche wurde entkorkt, ein Glas eingeschenkt und genüsslich geschlürft, leise ließ Quasthoff diese Präsentation ausklingen. Das punktgenaue Zusammenspiel der Musiker wurde hörbar bei "Tres Hermanos", hier faszinierte Haffner einmal mehr am Schlagzeug. Das minutenlange Intro von "Summertime" verdeutlichte, was Dieter Ilg aus einem Kontrabass zaubern kann.

Mit einem dicken Dank an die Veranstalter, die IMK Konzertdirektion, die Gmünder Touristik & Marketing und die Firma Mixtown verabschiedete sich Quasthoff mit "Guten Abend, gute Nacht".

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