Durchgedacht

Langer Weg zum Rechtsstaat

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Robine Rebmann darüber, was man von den Sühnekreuzen lernen kann.

Gut, dass es Menschen wie Lotte und Werner Hertle gibt, die auf Spurensuche gehen und die heimische Geschichte konservieren. Natürlich, weil es unheimlich interessant ist, zu erfahren, was da vor der eigenen Haustür vor Hunderten von Jahren passiert ist. Aber auch, um sich noch einmal den langen Weg zu unserem heutigen Rechtssystem ins Gedächtnis zu holen. Mag sein, dass auch dieses nicht perfekt ist – aber gerade, wenn das Wort "Kuscheljustiz" immer öfter Einzug in den Sprachgebrauch nimmt oder sogar auf Wahlplakaten steht, lohnt sich ein Blick auf die Alternativen in der Vergangenheit: Nie endende Fehden und Rachefeldzüge, Familien, die sich gegenseitig ausmerzten. Sodass Sühneverträge ins Leben gerufen wurden, um die Selbstjustiz einzudämmen – mit einem positiven Nebeneffekt für die Kassen der Kirchen. Weitere Eskapaden in der Geschichte des Strafrechts folgten – Hinrichtungen, Hexenverbrennungen, Verurteilungen ohne Prozesse, wie wir sie heute kennen. Wenn man sich das ins Gedächtnis ruft – und dazu können die Sühnekreuze und ihre Geschichten beitragen – lebt es sich doch ganz gut in unserem Rechtsstaat, oder?

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