Überschallflüge im Ostalbkreis - Bundeswehr klärt auf

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Überschall Symbolbild
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Zwei Eurofighter haben am Donnerstagvormittag für Überschallknalle gesorgt, die auch im Ostalbkreis zu hören waren.

Zwei Knalle haben die Region am im April aufgeschreckt. Polizeisprecher Holger Bienert entwarnt, dass keine Explosion oder ähnliches gemeldet wurde.

Auf Nachfrage der SchwäPo erklärt ein Sprecher des Luftfahrtamtes, dass es sich dabei um zwei Kampfflugzeuge der Bundeswehr vom Typ Eurofighter handelte, welche innerhalb der TRA Allgäu geflogen sind. „Um 10:07 Uhr Ortszeit erreichten beide Luftfahrzeuge Überschallgeschwindigkeit. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Luftfahrzeuge in einer Höhe von rund 12.500 m über dem Meeresspiegel“, sagt Hauptfeldwebel Hrnic. Nach den vorliegenden Daten fanden die zur Ausbildung der Einsatzkräfte durchgeführten Flüge regelkonform und unter Beachtung der flugbetrieblichen Bestimmungen statt. 

Überschallflüge

Weiter erläutert der Hauptfeldwebel, dass ein Zweck von Überschallflügen die Überprüfung der Funktion von Triebwerk, Steuerorganen und anderen Flugzeugsystemen unter allen vorgesehenen Einsatzparametern ist. Insbesondere nach Instandsetzungsarbeiten und periodisch durchzuführenden Kontrollen sei ein Testflug, auch im Überschallbereich notwendig.

Ein Flugzeug wird erst dann zur normalen Nutzung freigegeben, wenn die dabei erflogenen Parameter innerhalb der vorgeschriebenen Normen liegen und somit eine exakte Reparatur bzw. Kontrolle belegen. Diese Vorgehensweise ist aus Flugsicherheitsgründen zwingend notwendig. Im Rahmen von Überschallflügen erreicht ein Flugzeug - abhängig von Luftdruck, Fluggeschwindigkeit und umgebender Luftdichte - eine Geschwindigkeit von mehr als ca. 330 Metern pro Sekunde. Das entspricht rund 1.188 km/h, bzw. 641 Knoten und höher.

Eine Begleiterscheinung solcher Flüge, der sogenannte Überschallknall, ist physikalisch bedingt und wird durch die aerodynamische Form des Flugzeuges, dessen Geschwindigkeit und Flughöhe sowie die meteorologischen Bedingungen bestimmt. Mit dem Eintritt in den Bereich der Schallgeschwindigkeit treten Druckverdichtungen in der das Flugzeug umgebenden Atmosphäre auf, welche sich durch Druckstöße entladen. Diese breiten sich kegelförmig hinter der Schallquelle aus. Die Breite dieses Kegels kann bis zu 80 km betragen. Diese Druckstöße nehmen wir als Knall und Druckschwankungen wahr.

Auswirkung auf die Umwelt

Um die Auswirkungen dieser Flüge auf unsere Umwelt gering zu halten, wurden seitens der Bundeswehr folgende Bestimmungen zur Durchführung von Überschallflügen erlassen:

  • Überschallflüge sind, außer an Feiertagen, von Montag bis Freitag im Zeitraum 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr zulässig. In der Zeit von 12:30 Uhr bis 14 Uhr sind Überschallflüge zu unterlassen, sofern Einsatzgründe sie nicht zwingend erfordern.
  • Die Mindesthöhe für Überschallflüge über Landgebieten beträgt 36000 Fuß (ca. 10972 m).
  • Überschallflüge sind nur unter Radarüberwachung durchzuführen und müssen vorher mit der radarüberwachenden Stelle koordiniert werden.
  • Der Flugweg ist so anzulegen, dass der Überschallknall dicht besiedeltes Gebiet nach Möglichkeit vermeidet.

Zeitweilig reservierte Lufträume (Temporary Reserved Airspace-TRA): 

Weiterhin informiert die Bundeswehr, dass es für verschiedene Übungsflugvorhaben, insbesondere von Abfangjägern unerlässlich sei, bestimmte Lufträume für den Zeitraum dieses Trainings von Verkehrsflugzeugen komplett freizuhalten. „Nur unter dieser Voraussetzung können diese Übungen effektiv und vor allem sicher durchgeführt werden, da sie in der Regel viel Platz erfordern. Zu diesem Zweck sind in Deutschland spezielle Lufträume eingerichtet, die bei Bedarf für einen bestimmten Zeitraum aktiviert, bzw. für den militärischen Flugbetrieb reserviert werden. Dies sind die sogenannten Temporary Reserved Airspace, kurz TRA. Während der Aktivierungszeit dürfen sich nur noch dafür freigegebene Luftfahrzeuge in diesem Luftraum aufhalten. Während der Nutzung der TRA ist der zuständige Fluglotse dafür verantwortlich, dass die dort geltenden Bestimmungen eingehalten werden“, erklärt der Hauptfeldwebel.

Nach Beendigung der jeweiligen Übung und dem Ausfliegen der angemeldeten Luftfahrzeuge wird die TRA entweder deaktiviert oder dem nächsten Nutzer zugeteilt.

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