Leuchttürme: Albturm und Werkstatt

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Der am Albtrauf bei Heubach geplante Albturm und das dazugehörende Forum stehen für das Thema nachhaltiges Bauen. Animation: Jürgen Graf; Stadt Heubach
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Zwei herausragende Projekte sollen als „Leuchttürme“ Innovationen befördern und der gesamten Region helfen, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Einen doppelten Erfolg vermeldete am Mittwoch Landrat Dr. Joachim Bläse. Denn die Ostalb hat zwei Großprojekte, die über den Wettbewerb „RegioWin 2030“ zu Leuchtturmprojekten gekürt wurden: die „KI-Werkstatt Mittelstand“ an der Hochschule Aalen und den Albturm mit Zukunftsforum in Heubach. Damit verbunden ist die Möglichkeiten, an Gelder aus gut gefüllten Fördertöpfen der EU zu kommen. Bläse stuft diese Chancen als hoch ein und sagt: „Heute ist nicht das Ende, sondern der Anfang.“ Jetzt gehe es darum, aus der Bewilligung „Konkretes“ zu machen und dankte insbesondere den Team von Andrea Hahn, das sich im Landratsamt um Wirtschaftsförderung kümmert und die Leuchtturm-Bewerbungen begleitet hat. „Das ist echte Wirtschaftsförderung“, ist Bläse überzeugt. Er sei „hocherfreut“, sagte der Landrat und lobte die Zusammenarbeit aller Beteiligten: „Gemeinsam haben Hochschulen, Kommunen, Wirtschaftsakteure, Kammern und Verbände sowie die Zivilgesellschaft im Ostalbkreis an einer Zukunftsvision und an Zukunftsprojekten für unsere Region gearbeitet.“ Mit Unterstützung des Landes und der EU könnten nun „zwei Leuchtturmprojekte mit europäischer Strahlkraft“ realisiert werden, mit denen die Ostalb „insbesondere auch den Transformationsprozess unseres Wirtschafts- und Lebensraums aktiv begleiten können“. So entstehe „ein sichtbarer Mehrwert für den Landkreis und darüber hinaus“. Und das sind die Leuchttürme:

Im künftigen Digital Innovation Space der Hochschule Aalen soll die KI-Werkstatt Mittelstand eingerichtet werden.

Die KI-Werkstatt Mittelstand: Aufbauend „auf der starken Forschung und der hervorragenden Infrastruktur an der Hochschule Aalen“, so Bläse, würden in der KI-Werkstatt Mittelstand regionale Innovationskapazitäten zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) aufgebaut - und zwar nachhaltig. Dadurch sollen die mittelständischen Unternehmen und Start-Ups darin unterstützt werden, neue Methoden, Technologien und Geschäftsmodelle einzuführen. So könnten über KI-getriebene Innovationen „die Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung der Region gesteigert werden“. Umgesetzt wird die KI-Werkstatt Mittelstand im „Digital Innovation Space“, das an der Hochschule Aalen entstehen wird.

Albturm mit Zukunftsforum: Eines der bestimmenden Handlungsfelder in Wissenschaft und Wirtschaft der nächsten Jahre und Jahrzehnte werde die Entwicklung von Wohngebäuden mit CO-neutraler Herstellung und Energieversorgung sein. Dafür stehe der Albturm in Heubach, der aus acetyliertem Buchen-Furnierschichtholz innovativ gebaut werden soll - und mit 61,5 Meter Höhe höchster Holzturm Deutschlands werde. Albturm und dazu gebaute Zukunftsforum, die am Albtrauf bei Heubach auf dem Gelände einer ehemaligen Militäranlage geplant sind, sollen eine „Plattform zum gesellschaftlichen Diskurs zum klimaneutralen Wandel von Energie, Ressourcen, Landnutzung und Urbanisierung bieten“, so Bläse.

Die Vorgeschichte: Nach dem Erfolg im Vorgängerwettbewerb hat sich der Ostalbkreis mit dreiLeuchtturm- und zwei Schlüsselprojekten beworben. Die beiden prämierten Leuchtturmprojekte können nun offiziell beantragt und in dieser Förderperiode aus den EU- und Landesmitteln kofinanziert und umgesetzt werden. Für die ebenfalls regional sehr bedeutsamen Schlüsselprojekte werden in Zusammenarbeit mit den Landesministerien anderweitige Fördermöglichkeiten ausgelotet.

Immerhin Schlüsselprojekt: Ein wichtiges Schlüsselprojekt, wenngleich es für einen Leutturmstatus nicht gereicht hat, ist das Projekt Aspen, ein Wasserstoffkompetenzzentrum, das in Schwäbisch Gmünd angesiedelt werden soll. „Der Ostalbkreis ist durch zahlreiche Unternehmen in der Automobilzulieferindustrie bereits jetzt stark vom Transformationsprozess betroffen“, sagt Bläse. Die vom Automobil geprägte Industriestruktur in Schwäbisch Gmünd biete „eine ideale Grundlage und Potenziale zur Stärkung der regionalen Innovationsfähigkeit“. Die Stadt entwickle mit Aspen daher einen nachhaltigen Technologiepark auf Grundlage eines Wasserstoffkompetenzzentrums.

Stimmen zum Spiel: Groß war die Freude beim Aalener OB Thilo Rentschler und der Wirtschaftsförderung der Stadt über die Nachricht aus Stuttgart. Mit finanzieller Beteiligung der Stadt, des Ostalbkreises sowie der Hochschule Aalen werde bis zum Jahr 2026 die „KI-Werkstatt Mittelstand“ im geplanten Digital Innovation Space am Waldcampus mit insgesamt 4,5 Millionen Euro gefördert werden. „Wir danken der EU und dem Land für die Mittel. Sie ermöglichen eine rasche Umsetzung von weiterer Forschung auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz im Umfeld der starken Hochschule Aalen“, sagt OB Thilo Rentschler zu der Entscheidung. Die Förderung kommt der personellen Ausstattung der KI-Werkstatt mit zehn Personalstellen sowie deren Einrichtung mit Gerätschaften zugute.

Ein sichtbarer Mehrwert für den Ostalbkreis.“

Dr. Joachim Bläse, Landrat

Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen, freute sich ebenso wie Thilo Rentschler über die Nachricht, dass die KI-Werkstatt ein Leuchtturmprojekt wird. Er erwartet ein „win-win-win“ für die gesamte Region. Zehn Personalstellen und zudem schnelle Rechner könnten so finanziert werden, um so zusammen mit den mittelständischen Unternehmen Innovationen zu entwickeln und an Ideen zu arbeiten: : „Davon wird die Region in der Breite profitieren“, ist er überzeugt.

„Das ist schon richtig cool“, bewertet der Heubacher Bürgermeister Frederick Brütting die Nachricht, dass aus dem Albturm ein Leuchtturmprojekt werden soll. Damit verbunden seien „die größten Fördersummen, die je nach Heubach geflossen sind“. Dass die für spätestens das Jahr 2027 angestrebte Verwirklichung des Projektes nun möglich werde, das sei eine „wichtige Wegmarke“ für die Stadt, und dies sei nur möglich, weil viele Partner zusammengearbeitet hätten.

Dass Aspen, das Wasserstoffkompetenzzentrum in Schwäbisch Gmünd, auf den Weg kommt und als RegioWin- Schlüsselprojekt anerkannt wird, das freut den Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold. Damit könne der Transformationsprozess in der Automobilindustrie „proaktiv begleitet“ werden und es zeige, dass dies vom Land als wichtig anerkannt werde. Insgesamt bewertet Arnold die drei Auszeichnung als „gute Nachricht in bedrückenden Zeiten“ - Zeiten aber auch, in denen auf diese Weise die Weichen gestellt werden für die Zeit danach.

Der Aalener CDU-Landtagsabgeodnete Winfried Mack begrüßt die Aufnahme der „KI-Werkstatt Mittelstand“ in das Förderprogramm. „Mit dieser KI-Werkstatt unterstützen wir die mittelständische Wirtschaft in unserer Region auf ihrem Weg, die Möglichkeiten der Künstliche Intelligenz (KI) zu nutzen“, freut sich Mack.

Genauso sieht dies der CDU-Bundestagabgeordnete Roderich Kiesewetter: „Besonders erfreulich ist, dass die KI-Werkstatt als Leuchtturm ausgewählt wird.“ Die regionalen Unternehmen könnten so „zukunftsfähige Technologien einführen und die automobilaffine Unternehmensstruktur nachhaltig transformieren“, so Kiesewetter.

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