Lieber naturnahe Gärten statt Schotterwüsten

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Etwa 25 Prozent der Pflanzenarten in Deutschland sind vom Aussterben bedroht.

Warum das Landratsamt an Gartenbesitzer appelliert, kleine Beiträge für die Umwelt zu leisten und welche Tipps die Experten parat haben.

Aalen. Dürreperioden, Starkregenereignisse mit Überschwemmungen und Stürme gehören schon fast zur Tagesordnung. Immer mehr Flächen werden versiegelt, Hausgärten als Schotterwüsten verunstaltet. Etwa 36 Prozent der Tier- und 25 Prozent der Pflanzenarten in Deutschland sind vom Aussterben bedroht.

„In Deutschland gibt es rund 36 Mio. Hausgärten. Wenn jeder Gartenbesitzer auch nur einen kleinen Beitrag dazu leistet, sein grünes Paradies wenigstens teilweise naturnah zu gestalten, wäre das ein immens wichtiger Beitrag zum Arten- und Klimaschutz“, betont Landrat Dr. Joachim Bläse.

Was kann jeder von uns tun?

Damit sich zahlreiche Arten im Garten wohlfühlen, brauchen sie passende Lebensräume und ein ganzjähriges Nahrungsangebot. Kompetente Unterstützung für Gartenbesitzer leisten im Bedarfsfall Christiane Karger und Franz-Josef Klement, die beiden Obst- und Gartenbauberater beim Geschäftsbereich Landwirtschaft des Landratsamts Ostalbkreis.

„Arbeiten Sie MIT der Natur und versuchen nicht, ihr den eigenen Willen unbedingt aufzuzwingen. Jeder noch so kleine Beitrag hilft bei der Vernetzung von Lebensräumen und ist ein wichtiger Baustein, die wunderbare Natur mit all ihren komplexen Kreisläufen auch für unsere Kinder zu erhalten“, so Karger und Klement.

„Machen Sie mit und fangen am besten gleich an! Sie werden begeistert sein, wie schnell sich Wildbienen, Schmetterlinge und Co. bei Ihnen einfinden werden.“

Mit der Umsetzung einiger der folgenden Maßnahmen wäre schon viel gewonnen, sind sich die beiden Berater sicher:

Lebensräume schaffen: Auch auf kleiner Fläche können mit wenigen Handgriffen neue Lebensräume entstehen. Reisighaufen und Totholz bieten Nahrung, Unterschlupf und Bruthöhlen für Vögel, Reptilien und Insekten. Die blauschwarze Holzbiene z.B. ist ein beeindruckender Hingucker. Über 70 Prozent aller Wildbienen nisten in Höhlen und Gängen im Boden. In kleinen offenen und sandigen Bereiche können Sandbienen Gänge graben und ihre Eier ablegen.

Nahrungspflanzen setzen: Man sollte bei der Pflanzenauswahl viele heimische Arten verwenden, da unsere Tierwelt an diese optimal angepasst ist.

Idealerweise können Sie die Blütezeiten so abstimmen, dass es in den Gärten von Januar bis Dezember blüht.

Arten mit einfachen Blüten spenden Insekten deutlich mehr Nektar und Pollen als gefüllte Blüten. Da viele Vögel Samen und Früchte als nahrhaftes Futter in den Wintermonaten lieben, sollten auch diese entsprechenden Pflanzen in den Gärten zu finden sein. Vielleicht kann auch ein Stück Rasen zur Blumenwiese werden oder können einzelne Kräuter einmal blühen - Bienen und Schmetterlinge würden sich freuen.Pflegemaßnahmen im naturnahen Garten.

Auch wenn es im Garten schon Öko-Nischen und Futter für zahlreiche Tiere gibt, ist die richtige Pflege wichtig, um deren Ansiedlung weiter zu fördern. Wenn nötig, bitte nur biologischen Pflanzenschutz anwenden, auf keinen Fall Pestizide einsetzen, da hierbei auch viele Nützlinge auf der Strecke bleiben.

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