Limes-Straße: ein Ostalb-Bestseller

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Das Limesmuseum Aalen gehört zu den bedeutendsten Römermuseen in Deutschland.

Der Verein Deutsche Limes-Straße gehört zu den wichtigsten Ferienstraßen in ganz Deutschland. Die Anfänge lagen vor mehr als 25 Jahren in Aalen. Ein kleiner Blick auf die Geschichte und die Pläne der Macher.

Aalen

Der Limes im Ostalbkreis: Es war so ziemlich das größte Bauvorhaben, das die Römer seinerzeit errichtet hatten. Eine durchgängige Grenzbefestigung, die die Menschen heute noch fasziniert. Wovon die Ostalb profitiert: etwa durch das Limesmuseum in Aalen. Oder mit dem Freilichtmuseum in Rainau. Oder dem Limesturm in Lorch und dem Römerbad am Schirenhof. All das bringt Menschen in die Region. Dies tut auch die Limesstraße, eine der bekanntesten deutschen Ferienstraßen. Die Limesstraße gibt es seit mehr als 25 Jahren – und geht zurück auf eine Initiative des Aalener Alt-OB Ulrich Pfeifle.

Im Jahr 2020 konnte der Verein Deutsche Limes-Straße auf ein Vierteljahrhundert Erfolgsgeschichte zurückblicken. Die Anfänge der „Römerstraße“ reichen jedoch noch weiter zurück: Bereits in den 1980er-Jahren gab es in Weißenburg in Bayern die Idee zur Gründung einer solchen Touristikstraße. 1993 griff Ulrich Pfeifle, seinerzeit Oberbürgermeister von Aalen, diese Idee wieder auf. Im folgenden Jahr fand eine erste Sitzung im Limesmuseum Aalen statt, zu den 22 Teilnehmenden zählte auch der Oberbürgermeister von Weißenburg. 1995 wurde der Verein Deutsche Limes-Straße aus der Taufe gehoben.

Wie alles begann

Zu Beginn waren nur die beiden Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern beteiligt, doch bald nach der Eröffnung des ersten Abschnitts der Limes-Straße meldeten auch Rheinland-Pfalz und Hessen Interesse an. 1999 reichte die Deutsche Limes-Straße bereits von Bad Hönningen/Rheinbrohl bis Regensburg. Kurz darauf, im Jahr 2000, stellten die vier Bundesländer den gemeinsamen Antrag, den Obergermanisch-Raetischen Limes zum UNESCO-Weltkulturerbe zu ernennen.

Fünf Jahre später war es soweit. Heute darf sich der Obergermanisch-Raetische Limes, zusammen mit dem englischen Hadrian’s Wall und dem schottischen Antonine Wall, mit dem Titel „Transnationales Welterbe – Grenzen des Römischen Reichs“ schmücken.

Derweil wuchs die Limes-Straße weiter: 2018 wurde die Strecke bis Passau erweitert und umfasst somit neben dem Obergermanisch-Raetischen Limes auch den gesamten Donaulimes in Deutschland. Heute betreut der Verein nicht nur die Deutsche Limes-Straße, sondern auch den Deutschen Limes-Radweg und den Deutschen Limes-Wanderweg.

Aktivitäten im Jubiläumsjahr

Die alljährliche Mitgliederversammlung, in diesem Jahr ergänzt um die Jubiläumsfeier, musste leider coronabedingt entfallen. Dennoch war der Verein 2020 nicht untätig. Zum einen erschien eine Jubiläumsbroschüre, für die die bestehende Imagebroschüre vollständig überarbeitet, aktualisiert und neu im eleganten A-4-Querformat gestaltet wurde. Die Auflage von 20 000 Exemplaren war innerhalb weniger Monate vollständig vergriffen.

Beiträge online

Zudem beteiligte sich der Verein am UNESCO-Welterbetag 2020, der aufgrund der anhaltenden Pandemie online stattfand. Die eindrucksvollen und spannenden Beiträge zum Welterbe „Obergermanisch-Raetischer Limes“ sind online unter https://www.unesco-welterbetag.de/welterbestaetten/grenzen-des-romischen-reiches zu bestaunen.

Weiterhin richtete der Verein ein Gewinnspiel zur neuen App „Deutsche Limes-Straße – Limes to go“ sowie einen Fotowettbewerb unter dem Motto „Du bist Welterbe“ aus und setzte seine Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie dem Portal „Ferienstraßen“ und der Arbeitsgemeinschaft „Die Donau – Straße der Kaiser und Könige“ fort.

Was noch kommt

Im 26. Jahr seines Bestehens zählt der Verein über 90 Gemeinden, Landkreise und Touristikgemeinschaften zu seinen Mitgliedern. Die Deutsche Limes-Straße, die sich zu einer der erfolgreichsten Ferienstraßen Deutschlands entwickelt hat, führt über rund 820 Kilometer durch vier Bundesländer, vom Rhein bis an die Donau – mit Option auf Verlängerung: 2021 steht die mögliche Aufnahme des Niedergermanischen Limes ins UNESCO-Weltkulturerbe an.

Damit kann die Deutsche Limes-Straße nach Norden wachsen, am Rhein entlang durch Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und bis zur niederländischen Grenze.

Bei den Römertagen in Aalen lässt sich heute die Geschichte hautnah erleben. Archivfoto: opo
Geschützt unter Glas: Das Limestor in Dalkingen bei Rainau, ein einzigartiges Kulturdenkmal.

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