Corona-Regeln: Lockerungen im Ostalbkreis ab Mittwoch möglich

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Bislang kann spontan nur im Einzelhandel einkaufen, wer geimpft, getestet oder genesen ist. Das ändert sich möglicherweise am Mittwoch. Bald könnte in den Innenstädten im Ostalbkreis dann noch mehr Leben einkehren.
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Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt im Ostalbkreis seit einigen Tagen unter 50. Was sich deshalb bald ändern könnte und wie die Situation im Land und in den Nachbarkreisen ist.

Aalen

Bereits seit dem 4. Juni bleibt die Sieben-Tages-Inzidenz im Ostalbkreis stabil unter 50. Anfang dieser Woche liegt sie bereits bei 37,6. Das bedeutet, dass bald weitere Lockerungen eintreten können. Und: Seit diesem Montag gilt eine neue Coronaverordnung in Baden-Württemberg, laut der, je nach Infektionsgeschehen, weitere Lockerungen möglich sind. Damit reagierte das Land auf die sinkenden Infektionszahlen.

„Wir sind aktuell raus aus der Bundesnotbremse“, erläutert Katharina Oswald, Sprecherin des Landratsamt Ostalbkreis, auf Nachfrage. „Für die weiteren Schritte gilt damit nicht das Infektionsschutzgesetz, sondern die Coronaverordnung.“

Diese sieht vor, dass das zuständige Gesundheitsamt „unverzüglich ortsüblich“ bekanntgibt, wenn die Coronamaßnahmen gelockert werden können. Voraussetzung dafür sind die Zahlen der Sieben-Tages-Inzidenz, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichen wurden. Liegen diese fünf Tage infolge unter dem Schwellenwert von 50, gelten neue Regeln.

Heißt für den Ostalbkreis: Bleibt die Sieben-Tages-Inzidenz weiterhin stabil, wird der fünfte Tageswert unter 50 infolge voraussichtlich am Dienstag, 8. Juni, vom RKI veröffentlicht, dann erfolgt zudem eine entsprechende Bekanntmachung des Landratsamts. Rechtswirkend könnten dann ab Mittwoch, 9. Juni, Lockerungen eintreten. „Alles natürlich nur für den Fall, dass wir unter 50 bleiben, sich die Coronaverordnung nicht ändert und so weiter“, schränkt Katharina Oswald ein.

Welche neuen Regeln gelten

Ist das nicht der Fall, gibt es im Ostalbkreis Lockerungen in verschiedenen Bereichen.


Einzelhandel: Benötigten Kunden ohne Termin bislang einen Schnelltest, entfällt die Testpflicht für den Einzelhandel komplett. Geschäfte mit einer Verkaufsfläche unter zehn Quadratmetern dürfen maximal einen Kunden empfangen. In Geschäften mit einer Fläche bis zu 800 Quadratmetern ist pro zehn Quadratmeter ein Kunde erlaubt. Bei der darüber hinausgehenden Fläche müssen für jeden Kunden 20 Quadratmeter verfügbar sein.

Die Maskenpflicht vor den Geschäften und auf Parkplätzen gilt weiterhin, ebenso muss der Zutritt nach wie vor gesteuert werden und Warteschlangen vermieden werden. Besondere Verkaufsaktionen, die viele Menschen auf einmal anziehen könnten, sind nicht erlaubt.

Treffen: Zusammenkünfte im privaten oder öffentlichen Raum sind mit maximal zehn Personen aus bis zu drei Haushalten erlaubt. Kinder unter 14 werden nicht mitgezählt.

Bildungs- und Freizeiteinrichtungen: In Archiven, Büchereien und Bibliotheken sind keine Anmeldungen, Personenbeschränkungen oder eine Maskenpflicht im Freien mehr Pflicht. Dasselbe gilt für Zoos, botanische Gärten, Galerien, Gedenkstätten und Museen.

Die Lockerungen werden zurückgenommen, sobald die Inzidenz an drei Tagen infolge wieder über 50 liegt. Für die Gastronomie ändert sich bei einer Sieben-Tages-Inzidenz unter 50 übrigens nichts. Erleichterungen folgen erst, wenn die Zahlen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 35 liegen. Dann entfällt zumindest für die Außengastronomie die Testpflicht.

Wir sind aktuell raus aus der Bundes-Notbremse.“

Katharina Oswald, Landratsamt Ostalbkreis

Der Ostalbkreis im Vergleich

Zwar sind die Infektionszahlen im Ostalbkreis in den vergangenen Tagen deutlich gesunken, liegen aber dennoch über dem Durchschnitt – sowohl landes- als auch bundesweit. In Baden-Württemberg liegt die Inzidenz derzeit bei einem Wert von 29,3, in Deutschland insgesamt bei 24,3 (Stand: 7. Juni, laut Robert Koch-Institut). Bei 35 Landkreisen und neun Stadtkreisen in Baden-Württemberg liegt der Ostalbkreis auf Platz 13 der Regionen mit den höchsten Inzidenzen im Land.

Mit den Nachbarkreisen ist der Ostalbkreis jedoch größtenteils gleichauf: Am niedrigsten ist die Sieben-Tages-Inzidenz mit einem Wert von 27, 9 aktuell im Landkreis Göppingen. Der Landkreis Schwäbisch Hall, der Rems-Murr-Kreis und der Ostalbkreis liegen allesamt bei einer Inzidenz zwischen 33 und 38. Anders sieht es im Landkreis Heidenheim aus, indem derzeit ein Wert von 57,2 herrscht. Damit ist er der Landkreis mit der höchsten Inzidenz im gesamten Land Baden-Württemberg.

Geänderte Corona-Verordnung: Was ab sofort gilt

Das Land Baden-Württemberg hat angesichts der sinkenden Infektionszahlen eine Änderung der Coronaverordnung beschlossen. Diese ist an diesem Montag, 7. Juni, in Kraft getreten. Was sich nun ändert:

Die Öffnungsstufen 1 bis 3 werden darin erweitert. Die Personenobergrenzen gelten nun auch etwa für Vortragsveranstaltungen und organisierten Vereinssport. Dabei dürfen sich dann etwa in der Öffnungsstufe 3 bis zu 500 Menschen im Freien und bis zu 250 Menschen in offenen Räumen treffen.

Die Öffnungsstufe 3 tritt nun bereits bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen ein. Zuvor musste 14 Tage gewartet werden.

Die neue Inzidenzstufe 35 ermöglicht weitere Lockerungen, wenn der Schwellenwert fünf Tage infolge unter 35 liegt. Dann entfällt etwa die Testpflicht für Veranstaltungen, Gastronomie oder Freizeiteinrichtungen.

Detaillierte Infos zur aktuellen Corona-Verordnung der Landesregierung gibt es unter www.baden-württemberg.de .

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