Lonardoni unterstützt Ostalb-Musiker

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Markus Lonardoni in seinem Studio in Treppach. Für 300 Fernseh- und Filmproduktionen – wie den "Tatort" oder "Alarm für Cobra 11" – hat er bisher die Musik beigesteuert.

Der Filmkomponist investiert 25 000 Euro in die Musikszene der Region. Zehn Künstlerinnen und Künstler sucht der 57-Jährige für ein neues Album.

Er sitzt im hauseigenen Tonstudio, auf zwei Bildschirmen erstrecken sich Tonspuren. Noch sind es nicht die Spuren für das neuste Projekt des Komponisten Markus Lonardoni. Während der Corona-Krise hat sich der 57-Jährige etwas Besonderes einfallen lassen. Er will ein Album aufnehmen. Dafür nimmt er 25 000 Euro in die Hand. Versammeln möchte er zehn Künstler von der Ostalb und aus dem Ries auf einer Platte, die seine Songs spielen – und die er anschließend mit branchenüblichen Studiosätzen vergüten möchte, um sie zu unterstützen.

"Gerne erinnere ich mich an meine Aalener Zeit", sagt er. Lonardoni ist ein Kind der Ostalb, er hat dort in der Musikschule bei Manfred Schiegl gelernt zu musizieren, ist in der lokalen Musikszene groß geworden, ehe es ihn an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart verschlagen hat – wohlgemerkt ohne Abitur. "Das war nicht einfach, man stand unter besonderer Beobachtung und musste eine extra Prüfung für Hochbegabte ablegen", erinnert sich Lonardoni.

Er lehnt sich entspannt in seinem Stuhl zurück, im eigenen Tonstudio in Aalen-Treppach. Im Anschluss an Stuttgart folgte das Studium der Filmmusik in den Vereinigten Staaten am Berklee College of Music in Boston, wie er weiter erzählt. "Als Musiker ist es schwierig, sich eine Existenz aufzubauen", gibt er zu. In der Filmmusik sah er seine Möglichkeit, dies trotzt aller Widrigkeiten zu tun.

Tatort oder Cobra 11

"Im Film werden mehrere Kunstebenen zusammengefügt, Ton, Schnitt, Kamera ...", erklärt er die Faszination für seinen Beruf. Lonardoni hat es geschafft, für 300 Fernseh- und Filmproduktionen – wie den "Tatort" oder "Alarm für Cobra 11" – die Musik beizusteuern. Aktuell mache er überwiegend Musik für Dokumentationen, so Lonardoni.

Bei seinem neusten Projekt wird das anders sein: "Die Musik muss wild und tanzbar sein – sie muss Jazz und Funk enthalten." Aber: "Noch ist nichts geschrieben", gibt er unumwunden zu.

Gerne erinnere ich mich an meine Aalener Zeit.

Markus Lonardoni Komponist

Noch, denn in den kommenden Monaten sollen rund zehn Songs entstehen, die Lonardoni alle im Heimstudio komponiert. "Ich werde eine Runde jammen, die Stellen, die mir zusagen, werden ausgebaut."

Die Nummern sollen teils instrumental, teils mit Gesang sein. Dafür hat er sich Vera Ullrich von der Band Ohne Filter vorgemerkt, die dann auch die Texte schreiben wird.

Nach den anderen Künstler ist er bereits auf der Suche. Die sollen anschließend alle in Westhausen bei Jürgen Stauber von "Liveproduction" aufnehmen. Darauf freut sich Lonardoni. "Stauber nimmt die SWR-Big-Band auf, er gehört zur Champions League der Tontechnik."

Ein Musikprojekt in der Krise, kann man das machen? "Ja, man kann", sagt Lonardoni, der einen Teil seines Einkommens über Tantiemen bezieht. Das heißt im Klartext: "Alarm für Cobra 11" läuft momentan in 140 Ländern, wenn eine Folge mit der Musik Lonardonis ausgestrahlt wird, klingelt es in seiner Kasse.

Da es bei manch einem Musikerkollegen aktuell "zappenduster" sei, möchte er seine privilegierte Lage nutzen, um allen Projektbeteiligten ein gängiges und professionelles Honorar zu zahlen, so der Filmkomponist.

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