Maibaum, kontaktarm aufgestellt

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Einige Beispiele von Maibäumen aus dem vorigen Jahr: Auch allein oder mit der Familie lassen sich schöne Maibäume aufstellen.
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Die Maibaumwettbewerbe von Schwäbischer Post und Gmünder Tagespost sollen weiterleben, auch wenn 2021 keine Gruppenaktivitäten möglich sind.

Aalen

In zwei Wochen ist der 1. Mai. Walpurgisnacht, Lagerfeuer, Nachtwache am Maibaum, Tanz in den Maien, mit dem Bollerwagen losziehen: Die Erinnerung an all das, was bis Frühjahr 2020 mit diesem Tag im Jahr ganz selbstverständlich in Verbindung stand, tut richtig weh.

Der Maibaumwettbewerb: War gesetzt, seit über 20 Jahren. Als zuständiger Redakteur hieß das, früh aufstehen, die Jury fahren, zum Mittagessen treffen und abfragen, welches die Siegerbäume sind. Dann die Fotografen losschicken und schnell in die Redaktion flitzen, eine Panoramaseite mit Bildern, Text und Ergebnissen zusammenstellen.

Und nun das: Ausgangssperre, Kontakt nur mit einer Person eines anderen Haushalts, keine Präsenzveranstaltungen, keine Partys. Unter diesen Vorgaben können in den Ortschaften keine Maibäume errichtet werden. Maibaumgruppen können nicht aktiv werden und für Jurys gibt es nichts zu tun.

Schweren Herzens haben wir in Absprache mit den beiden Mitveranstaltern, der Rotochsenbrauerei Ellwangen und der Heubacher Brauerei, auch den diesjährigen Wettbewerb wieder abgesagt. Es wird keine Sieger und keine Platzierten geben. Stattdessen fordern wir, wie schon im vorigen Jahr, alle Maibaumfreunde auf, uns Fotos von ihrem Privatbaum zu schicken. Die kleine Birke im Garten, der Maibaum auf dem Balkon, der geschmückte Bleistift auf dem Schreibtisch: Alles, was sich im Einklang mit der aktuellen Coronaverordnung gestalten lässt und mit dem 1. Mai in Verbindung steht, würden wir gerne sehen und in den beiden Zeitungen sowie im Internet präsentieren.

Die beiden Brauereien stiften wieder Getränke, die wir unter allen Teilnehmern verlosen werden.

Unsere Aktion kann kein Ersatz sein für den echten Maibaumwettbewerb, den die SchwäPo im Altkreis Aalen seit 1977 und die GT im Altkreis Schwäbisch Gmünd seit 1979 veranstalten. Das wissen wir natürlich. So wenig wie ein Christbaum ein Ersatz für den Maibaum sein kann.

Unsere Aktion ist als Ermunterung an die Maibaumgruppen, Feuerwehren, Gesangs- und Musikvereine gedacht. Als Bitte an alle, die bislang für den Maibaum gesorgt haben, durchzuhalten, bis wieder das möglich ist, was wir unter echter Maibaumtradition verstehen: gemeinsam arbeiten, gemeinsam kreativ sein, gemeinsam feiern.

Der Maibaum ist ein weithin sichtbares Zeichen für ein lebendiges Dorf. Ein Symbol für Zuversicht, für den Willen, gemeinsam Zukunft zu gestalten und sich von Schwierigkeiten nicht entmutigen zu lassen. Eigentlich sind Maibäume, größer und schöner denn je, genau das, was wir in dieser Zeit bräuchten.

Girlanden und Bänder, Fahnen und Signale, 30 Meter hoch, über den Dächern der Häuser, schon von weitem erkennbar könnten zeigen, wie schön unsere Region ist und wie froh wir sind, hier zu leben. Und zwingt uns ein Virus, so klein, dass man es nur unter dem Rasterelektronenmikroskop sehen kann, darauf zu verzichten. Aus Rücksicht auf die, die sich nicht selbst schützen können. Weil unter uns Menschen sind, für die das Virus eine tödliche Gefahr ist.

Deshalb werden wir ein zweites Mal kleine Maibäume als Zeichen nehmen, Bäume die man problemlos im Kreis der Familie aufstellen kann oder auch ganz im Alleingang.

In Bayern, im Landkreis Starnberg, hat ein pfiffiger Maibaumfreund einen 20 Zentimeter hohen Bausatz in Serie gefertigt: der Maibaum für den Schreibtisch, mit Krone, Kranz und Zunftschildern. 160 Exemplare waren in kürzester Zeit ausverkauft, mehr gab es nicht.

Man sieht: Am Willen und an den Ideen fehlt es nicht. Wir hoffen, dass auch im Ostalbkreis die Begeisterung für die Maibaumtradition erhalten bleibt. Dass es genug Maibaumfreunde gibt, die 2022 wieder richtig angreifen. Auf dass wir dann gemeinsam wieder feiern können.

Mitmachen und flüssige Preise gewinnen

Wir suchen Bilder von Maibäumen, die unter Einhaltung der Coronavorschriften aufgestellt wurden. Zeigen Sie uns, dass sie die Maibaumtradition hochhalten, auch wenn keine Gruppenaktivitäten möglich sind.

Wer im Verbreitungsgebiet der SchwäPo wohnt, schickt seine Bilder am 1. Mai an redaktion@schwaepo.de. Unter allen Einsendungen werden fünf Partyfässer Rotochsenbier oder Kisten Limonade verlost.

Im Verbreitungsgebiet der Gmünder Tagespost bitte die Fotos am 1. Mai schicken an redaktion@tagespost.de. Unter allen Einsendern werden jeweils fünf Kisten Heubacher Bier und fünf Kisten gemischte Limo verlost.

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