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Man ist nicht im Kreistag des Lobes wegen

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Jürgen Steck
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Jürgen Steck über die erste wichtige Entscheidung in Sachen Kliniken.

Wie sieht die Zukunft aus für die drei Kliniken im Ostalbkreis? Darauf gab es an diesem Dienstag noch keine Antwort. Aber das politisch verantwortliche und entscheidende Gremium, der Kreistag, hat jetzt zumindest in größtmöglicher Einheit, nämlich einstimmig, beschlossen: So wie bislang geht’s nicht weiter. Weil die Kosten aus dem Ruder laufen. Weil’s beim Personal klemmt. Und weil’s von oben her Vorgaben gibt, die in der derzeitigen Struktur nicht eingehalten werden können. Mit drei Kliniken im Ostalbkreis geht das nicht, davon sind ausnahmslos alle überzeugt. Und sie liegen richtig. Richtig ist auch, dass in dieser Sitzung nicht die Standortentscheidung getroffen wurde - wie das zunächst das Ziel von Landrat Dr. Joachim Bläse gewesen war. Dazu fehlen einfach noch zu viele Informationen. In Bezug auf die künftige Erreichbarkeit der Kliniken – oder der Klinik, wenn es nur noch eine sein sollte. In Bezug aber auch aufs Personal. In Bezug auf die Investitionen. In Bezug auf die Übergangszeit. Und darüber, was man denn mit einer Klinik - einer sehr speziellen Immobilie - machen könnte, wenn man sie in der jetzigen Form nicht mehr braucht.

Diese Informationen müssen beschafft und analysiert werden – und dann müssen sie auf den Tisch. Dafür haben die Kreisrätinnen und Kreisräte nun den Auftrag gegeben und Verfahren und Eckpunkte vorgegeben. Denn erst dann kann man seriös entscheiden – und kann den emotionalen Argumenten sachliche entgegenstellen. Dann erst kann man Bürgern, die sich wegen einer Schließung oder, besser, einer Veränderung an einem Standort sorgen, erklären, warum alle im Ostalbkreis profitieren können. Ja, es kann gut sein, dass die Kreisrätinnen und Kreisräte am Ende nicht gelobt werden, wenn sie sich für den einen Standort und gegen einen anderen aussprechen. Aber sie sind im Kreistag nicht des Lobes wegen. Sondern zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger. Und das ist ja das Ziel der ganzen Aktion: die bestmögliche medizinische Versorgung aller. Und die wollen, so steht zu vermuten, wenn sie krank sind, vor allem eines: gesund werden – am Ende des Tages egal, wo.

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