Masken: Tipps vom Lungenfacharzt

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Und wenn sie noch so bunt sind: So richtig mag niemand die Masken, die zur Sicherheit aller jetzt getragen werden müssen. Ein Aalener Lungenfacharzt spricht über Alltags- und FP2-Masken.
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Gesundheitsexperten aus dem Ostalbkreis erklären, wie sehr die verschiedenen Maskentypen das Atmen einschränken und warum das Tragen der Maske so wichtig ist.

Aalen

Seit dem Frühjahr sind die Alltagsmasken neben den gewöhnlichen Utensilien wie Handy Geldbeutel und Schlüssel unsere ständigen Begleiter im Alltag. Von der gewöhnlichen selbst gemachten Maske bis zu den FFP2-Masken gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Typen. Doch wie sehr schränken uns diese beim Atmen ein? Lungenarzt Dr. Martin Edelmann von Lungenpraxis Aalen hat dazu Lungenfunktionstests gemacht und kann Entwarnung geben. "Je nach Maskentyp gibt es keine bis allenfalls geringe Beeinträchtigung", sagt Edelmann. Den Messungen zu Folge hält sich der zusätzliche Widerstand beim Atmen im Bereich zwischen einem und dreizehn Prozent. Bei einer herkömmlichen OP-Maske wurde der Widerstand auf lediglich einem Plus von einem Prozent gemessen. "Bei selbst genähten Masken kam es je nach Stoff zu einer Messung von einem Plus von drei Prozent", sagt Edelmann. Die FFP2-Masken mit Ohrenbügel ergaben einen Wert von zehn Prozent und für die FFP2-Maske dtc wurde der Wert 13 festgestellt.

"Diese Messungen sollten die Menschen beruhigen und zusammen mit den Informationen über eine Ansteckung und Sinn der Maßnahme zum Tragen einer solchen Maske motivieren", sagt Edelmann. Denn schließlich sollen die Masken vor dem Übertragen eines Aerosols mit Viruspartikeln sowie vor der Inhalation eines solchen Aerosol Person schützen.

Das subjektive Gefühl einer Einschränkung trügt

"Das subjektive Gefühl einer Einschränkung ist stärker als die real messbare Einschränkung" sagt Edelmann. Für normale OP-Masken gebe es eine kaum messbare Einschränkung. "Das medizinische Personal trägt diese seit Jahrzehnten, und bisher sind keine Nachteile bekannt", erklärt Edelmann. Der Test mit speziellem trichterförmigen Ansatz an der Lungenfunktion wurde erst ohne, dann mit verschiedenen Masken durchgeführt. "Der Widerstand nimmt in geringem Umfang zu, damit kann bewiesen werden, dass die Einschränkung so gering ausfällt", erklärt Edelmann.

Wer aus gesundheitlichen Gründen keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen kann, muss dies nun in der Regel durch eine ärztliche Bescheinigung nachweisen, heißt es in der Corona-Verordnung des Landes. Dennoch ist Edelmann der Meinung, dass er jedem Mensch, egal, mit welcher Vorerkrankung, das Tragen einer OP-Maske nahelegt.

Wie sieht es bei Asthmatikern aus?

"Asthmatiker haben ja ein Problem mit den Atemwegen, das durch Medikamente gut eingestellt werden kann, die Maske schützt sogar zusätzlich, da keine Allergene inhaliert werden und die Luftfeuchtigkeit der Atemluft steigt", sagt er. Außerdem sollten sich Menschen, die durch ein ärztliches Attest nicht verpflichtet sind, eine Maske zu tragen, nicht in der Öffentlichkeit aufhalten, auch um sich selbst zu schützen.

Welche Maske sich für wen eignet

Professor Dr. Ulrich Solzbach, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Ostalb, betont, dass es bei der Wahl der Maske darauf ankäme, wo und wie sie eingesetzt wird. "Bei einem kurzen Einkauf reicht in den meisten Fällen eine Alltagsmaske. Beim Besuch in einem Pflegeheim ist eventuell eine höherwertige FFP2 oder FFP3 Maske sinnvoll", sagt Solzbach. Am Allerwichtigsten sei es, überhaupt eine Maske zu tragen. "FFP2-Maske bieten besseren Schutz, können aber die Atmung etwas beschwerlich machen. Auch dies ohne gesundheitliches Risiko", erklärt der Experte.

Wie die Masken getragen werden sollten

Um das Tragen der Maske etwas angenehmer zu gestalten, gibt Edelmann zwei Tipps: "Das Anformen des Mitallbügels am Nasenrücken verhindert das Entweichen der Atemluft nach oben und reduziert Infekte der Augen und auch das Beschlagen der Brille.

Außerdem sollte nicht die Luft angehalten werden. Wichtig sei außerdem, dass die Maske richtig über Mund, Nase und Wangen platziert ist und an den Rändern möglichst eng anliege.

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