Neu im Kino

Master Cheng in Pohjanjoki

  • Weitere
    schließen
+
Läuft im Kinopark Aalen.

zunächst mal skurril. Ein chinesischer Koch reist mit seinem Sohn nach Lappland. Doch nur warum landet "Master Cheng in Pohjanjoki"?

Die Geschichte: zunächst mal skurril. Ein chinesischer Koch reist mit seinem Sohn nach Lappland. Doch nur warum landet "Master Cheng in Pohjanjoki"? Die Antwort darauf fächert Regisseur Mia Kaurismäki in seiner gleichnamigen Tragikomödie in wunderbar kurzweiligen 120 Minuten auf.

Darum geht es: Den Koffer voller scharfer Messer, unbekannter Gewürze und jeder Menge Erinnerungen. Als Cheng mit seinem Sohn vor einem finnischen Imbiss aus dem Bus steigt, ist gerade Wursttag. Logisch, dass der gaumenverwöhnte Nachwuchs da erst mal abwinkt und lieber sein Handy malträtiert. Cheng greift zu, schließlich hat er eine Mission und höflich ist er sowieso. Er ist nach Lappland gekommen, um nach einem Herren namens Fongtron zu suchen. Doch keiner der muffigen Imbissbesucher kennt diesen. Auch die sympathische Besitzerin Sirkka kann nicht weiterhelfen. Verspricht es aber, wenn Cheng ihr eine Zeitlang in der Küche hilft. Denn das er kochen kann, beweist Cheng, als es eine chinesische Reisegruppe in den Imbiss spült. Und nicht nur lecker. Bald versorgt er neben den Reisegruppen die Frauen im Dorf mit Menstruationssüppchen und verbessert sogar die Leiden ernsthaft Erkrankter. Es dauert nicht lange, da kommt den Dorfbewohner das erste fröhliche "Ni Hao" flüssig über die Lippen ...

Die Stars: Gibt es nicht, denn man kennt die Darsteller nicht, aber sie werden in Erinnerung bleiben. Allen voran Pak Hon Chu als leidenschaftlicher Koch und liebender Vater, der mit nur wenigen darstellerischen Mitteln zeigt, dass beides nicht immer gut zusammen funktioniert.

Überraschungen: Sind Reisegruppen in solch abgelegenen Gegenden unterwegs?

Fazit: Filme übers Kochen wärmen Bauch und Seele, Filme über Liebe, Trauer, Familie, Freundschaft und Völkerverständigung ebenso. Dieser macht keine Ausnahme. Kaurismäki packt einfache Botschaften in ruhige Bilder einer atemberaubenden Landschaft und Dialoge voll trockenem Witz. Zudem räumt er nicht nur mit den Vorurteilen auf, dass der Asiate immer in sich ruht und der Finne nur Rentier isst. Dagmar Oltersdorf

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL