Mehr Geld für die Remsbahn, aber B29neu nicht in Sicht

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Projekte im Volumen von 40 Millionen Euro sind für die Remsbahn beantragt. Der Bund trägt 75 Prozent der Kosten. reicht das Geld nicht aus für alle Projekte, werde der Bund mehr Geld aufbringen, stellte Staatssekretär Michael Theurer in Aussicht. ⋌Archivfoto: Tom
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Schienen und Straßen im Kreis stehen im Fokus beim Austausch mit Michael Theurer, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

Aalen. Die Schiene und die Bundesstraßen 29 und 19 sind die Lebensadern im Ostalbkreis. Deren Ausbau und Erhalt sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft. Das betonte Landrat Dr. Joachim Bläse am Freitag beim Besuch des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Michael Theurer (FDP). Der gab im Landratsamt beim „Ostalb-Verkehrsgipfel“ aber auch Antworten, die nicht alle glücklich machten.

Mit dabei waren Berthold Frieß, Amtschef im Landesverkehrsministerium, Tobias Bückle, Leiter Infrastrukturentwicklung RB Mitte, bei DB Netze, Bundes- und Landtagsabgeordnete, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Kreisparlamentarier. Nach allgemeinen Worten zur Mobilitätswende ging Theuer auf Fragen ein.

Brenzbahn weiter eingleisig?

Schiene: Es müsse mehr Güterverkehr auf die Schiene, sagte Theurer. Und er sagte auch, dass das Neun-Euro-Ticket „ein Geniestreich“ war, „weil es nachweislich inzwischen stetig zehn Prozent mehr Fahrgäste in den Zug gebracht hat“.

Für den Ausbau von Jagst- und Remsbahn seien insgesamt Vorhaben im Volumen von 40 Millionen Euro angemeldet. Der Bund trage 75 Prozent der Kosten. „Der Ball liegt hier nun bei den Vorhabenträgern“, verwies Theurer auf Land und Landkreis. Reiche dieses Geld nicht aus, werde der Bund „bei den förderfähigen Kosten nach oben gehen“, stellte er in Aussicht.

Der Bund investiere viel mehr Geld in die Remsbahn als in die Murrbahn, antwortete Theurer Gmünds Bürgermeister Christian Baron, der gefordert hatte, den Fokus auf die Entwicklung der Remsbahn zu setzen.

Zu Fragen von Winfried Mack und IHK-Chef Thilo Rentschler nach einer Elektrifizierung, vor allem aber eines zweiten Gleises auf der Brenzbahn zwischen Aalen und Ulm sagte Theurer, dass sich ein zweites Gleis für Güter- und Fernverkehr nicht rechne. Besser sei es, hier den Nah- und Regionalverkehr zu stärken, weil es da Zuschüsse vom Bund gebe. Stuttgart 21 bringe auch neue digitale Signaltechnik, das European Train Control System. Dieses werde es ermöglichen, bestehende Strecken intensiver zu nutzen - auch die Brenzbahn, so Theurer.

Stand 2021 stehen Kosten von 331 Millionen Euro für die Elektrifizierung und den abschnittsweisen zweigleisigen Ausbau der Brenzbahn zwischen Ulm und Aalen im Raum, informierte Berthold Frieß vom Landesverkehrsministerium.

200 Millionen für B29-Tunnel

Straße. Böbingens B-29-Tunnel ist beschlossen. Doch das Projekt koste wohl 200 Millionen statt einst berechneter 62 Millionen Euro. Ob der Tunnel dennoch gebaut wird, wollte Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter wissen. Theurers Antwort: „Entscheidend ist die Wirtschaftlichkeit. Der Faktor liegt beim 200-Millionen Euro-Volumen bei 1,8. Der Nutzen darf nicht unter eins rutschen.“

Nur kleine B29neu Lösung?

Keine Antwort erhielt Kiesewetter auf seine Fragen, wann der Scoping-Termin für die B 29neu und wann die Planung für diese Strecke fertig sei. „Ein klares Ja zur B 29neu, von Röttingen nach Nördlingen“, sprach Michael Theurer zwar aus, bremste aber mit dem Hinweis: „Wir haben derzeit eine Krise“.

Mit der Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan habe der Bund die Grundlage für eine B29neu geschaffen. Der Zug sei nun an Land und Kreis, die hier planen. Die Strecke sei komplex, viele Schutzgüter seien zu beachten. Biodiversität und Artenschutz seien wichtiger denn je. Er halte es für denkbar, die B 29neu auf einzelne Abschnitte herunterzubrechen, wenn dies sinnvoll und wirtschaftlich sei.

Den Wunsch und die berechtigte Forderung nach Ortsumfahrungen für Neresheim und Ohmenheim verstehe er gut. Jedoch bat er um Geduld. Ende 2023 könne man sich ansehen, ob es diese Projekte in den nächsten Bundesverkehrswegeplan - nach 2030 schaffen könnten.

Staatssekretär Michael Theurer trägt sich ins Goldene Buch des Landkreises ein. Links Berthold Frieß, Amtschef im Landesverkehrsministerium, und rechts Landrat Dr. Joachim Bläse Foto: mas
Der öffentliche Nahverkehr auf der Brenzbahn war unter anderem Thema beim Verkehrsgipfel.

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