Jahresrückblick: Oktober 2021

Millionen-Ärger beim TSB

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Symbolfoto

Hauptversammlung beim TSB Gmünd: Diskussion um Architektenkosten von rund 3,8 Millionen Euro und Anwaltskosten in Höhe von etwa 440 000 Euro.

Schwäbisch Gmünd

Bei der Finanzierung des TSB-Sportparks im Laichle gibt es große Fragezeichen, das zeigt die Hauptversammlung des Vereins im Stadtgarten: Es geht um ungeklärte Rechnungen in Höhe von etwa 4,2 Millionen Euro, Architektenkosten von rund 3,8 Millionen Euro und Anwaltskosten in Höhe von etwa 440 000 Euro. Der im Februar überraschend zurückgetretene langjährige Vorsitzenden Peter Jursch wird nicht entlastet.

Ärger gibt es auch darüber, dass die Stadt Gmünd die vor etwa drei Jahren gegebene Zusage, im Laichle einen Allwetterplatz für 1,6 Millionen Euro zu bauen, nicht halten kann. Der TSB hält aber am Bau des Sportparks im Laichle fest.

Die Vorgeschichte: Der TSB hat im Oktober 2019 in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen, sein Gelände in der Buchstraße zu verkaufen. Der Beschluss beinhaltete, dass der Erlös mindestens 3,1 Millionen Euro netto ausmacht. Verkauft hat der TSB das Grundstück für etwa 8,2 Millionen Euro.

Was davon bleibt, das schien nun plötzlich unklar in der Versammlung, wie Vorstandsmitglied Christian Kemmer am Dienstag den etwa 110 anwesenden Mitgliedern erläuterte. Danach hat der TSB bislang im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geländes in der Buchstraße 336 000 Euro für Notarkosten, Gebühren, Vermarktung etc. bezahlt. Zudem Abschlagszahlungen in Höhe von 417 000 Euro, dies sind Anwalts- und Architektenkosten. Offen sind weitere Rechnungen: Architektenkosten in Höhe von etwa 3,8 Millionen Euro und Anwaltskosten in Höhe von etwa 440 000 Euro.

Zu den Architektenkosten sagte Kemmer, dass der Architekt seit 2012 den Auftrag gehabt habe, für das Gelände in der Buchstraße eine Baugenehmigung vorzubereiten. Die Verhandlungen über diese Summe seien ein „außergerichtliches Verfahren“. Beide Seiten seien durch Anwälte vertreten.

Im Laichle gebe es keinen Baubeginn ohne Klarheit über das Eigenkapital des Vereins und eine erneute Kostenkalkulation. „Alles andere wäre fahrlässig“, sagte Kemmer. Dabei sei es unmöglich zu sagen, wann es eine Einigung gebe. Das könne morgen sein, das könne in zwei Jahren sein. Kemmer bildete seit dem überraschenden Ausscheiden des langjährigen Vorsitzenden Peter Jursch im Februar 2020 den Vorstand mit zunächst fünf, ab August vier Personen als Team. Er machte deutlich, dass „die Buchstraße kein einfaches Grundstück“ gewesen sei, zum einen wegen eventueller Belastungen, zum anderen wegen Vorgaben von der Stadt.

Jursch und einem seiner Stellvertreter, Klaus Hertsch, versagte die Mitgliederversammlung die Entlastung. Dies bedeutet, dass der Verein sich vorbehält, eventuell Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Ob er „harmonisch“ von seinem Amt zurückgetreten sei, fragte Handballer Andreas Hieber Jursch, der bei der Versammlung anwesend war. In der Tat sei er „sehr harmonisch zurückgetreten“, sagte Jursch. Was Kemmer erzählt habe, sei eine Erfolgsstory. Dass sich nicht alle einig seien, „auch mit den Abrechnungen“, betreffe nicht seinen Rücktritt. Er selbst bekomme „gar nichts“, so Jursch. „Der TSB war mein Leben, er ist mein Leben, und er wird mein Leben bleiben.“

Auch zwei Monate später sind nicht alle Fragen geklärt - der TSB nimmt das Millionen-Problem mit ins neue Jahr.

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