Mit Bildung noch die Kurve kriegen?

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Bei der 11. Bildungskonferenz im Aalener Landratsamt stand das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Auf dem Podium diskutierten (v.l.) Günter Mößle, Prof. Dr. Ulrich Holzbaur, Kultusministerin Theresa Schopper, Dr. Joy Alemazung und Jens-Peter Schuller. Landrat Dr. Joachim Bläse (3.v.r.) moderierte. Foto: aki
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Kultusministerin Theresa Schopper ist zu Gast im Aalener Landratsamt bei der 11. Bildungskonferenz zum Thema Nachhaltigkeit. Kann Bildung als Schlüssel für einen großen Wandel und eine nachhaltige Zukunft dienen?

Aalen

Wie gelingt es, eine Zukunft zu schaffen, die lebenswert und vor allem auch nachhaltig zugleich ist? Hilft Bildung? Eine spannende Frage, mit der sich die 11. Bildungskonferenz „Nachhaltigkeit“ mit Kultusministerin Theresa Schopper am Donnerstagabend in Aalen befasste. 350 Gäste – unter ihnen Schulleiterinnen und Schulleiter, Lehrer, Schulräte, Kreisräte, Vertreter Bildungseinrichtungen und der Kirche – waren ins Landratsamt gekommen, um die Details zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) aus erster Hand zu erfahren.

Kultusministerin Theresa Schopper unterstrich in ihrem Impulsvortrag, dass Schule und Bildung der gemeinsame Schlüssel dafür seien, dass Nachhaltigkeit Teil von Handlungsroutinen und von Haltungen wird – auch in der Bildungsregion Ostalb. „Wir sind gefordert, unseren Blauen Planeten zu retten“, betonte Schopper. Die Ministerin blickte dabei auf vergangene Ansätze wie den Club of Rome oder das Aktionsprogramm der Vereinten Nationen, die Agenda 21. Doch die Situation sei heute herausfordernder. Nachhaltigkeit lasse sich nicht auf einzelne Inhalte projizieren. Mit der wirtschaftlichen Ebene habe Nachhaltigkeit eine neue Bedeutung gewonnen. Die Kultusministerin sprach dabei von Konzepten und Produkten, die Nachhaltigkeit und Innovationen vereinen, mit denen das Land eine Vorreiterrolle übernehmen könne, die weltweit exportiert werden und zum Erhalt der Menschheit beitragen könnten.

Dazu müssten alle am gleichen Strang ziehen. Dass das gelingen könne, machte Schopper am Beispiel der gefüllten Gasspeicher deutlich. Es gebe allerdings bei vielen Dingen noch viel Luft nach oben. „Auf unserer Agenda steht konkretes, verantwortliches Handeln“, versicherte die Ministerin. Dazu zähle auch, den jungen Menschen bei all den aktuellen Krisen Mut und Zuversicht zu vermitteln.

Die Entwicklung für nachhaltige Bildung sei bereits im Bildungsplan von der 1. Klasse an in vielen Fächern verankert. Schopper schlug den Bogen von begeisterungsfähigen Grundschülern bis hin zum konkreten Projekt – dem neuen Energiesparwettbewerb, den das Land auslobt. „Nachhaltigkeit soll gelebt werden“, forderte sie auf. Dazu brauche es Netzwerke. Um diese zu bilden, müsse man bestehende Strukturen nutzen und neue aufbauen.

Zentral seien sogenannte Bildungsketten von der Kita bis zur Hochschule. Ein Teil dieser Kette sei die Faire Kita, eine Auszeichnung, die Vielfalt und einen achtsamen Umgang mit Mensch und Natur im Fokus habe. Und auch die Volkshochschulen seien involviert in die Bildung für nachhaltige Entwicklung.

In seiner Einführung machte Landrat Dr. Joachim Bläse deutlich, wie wichtig dem Ostalbkreis das Thema BNE ist. Seit 1. Oktober sei man als Bildungskommune zertifiziert und wolle das Thema Nachhaltigkeit vorantreiben und innovative Strukturen und Angebote im Bildungsbereich schaffen. Bläse erinnerte an das BNE-Jugendforum im Mai. Es habe gezeigt, dass Jugendliche sich einbringen wollen; er sagte in dem Zusammenhang aber auch, dass es motivierte Lehrer und konkrete Projekte brauche.

In der Podiumsdiskussion, die Landrat Bläse moderierte, wurde deutlich, dass Schülerinnen und Schüler bereit seien, sich mit dem Thema auseinander zusetzen. Allerdings fehle dafür ein adäquates Zeitbudget für Lehrer. Das räumte auch Schopper ein. Auf dem Podium waren neben Theresa Schopper Günter Mößle, Schulleiter des Werkmeister-Gymnasiums Neresheim, Prof. Dr. Ulrich Holzbaur, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Hochschule Aalen, Dr. Joy Alemazung, Heubacher Bürgermeister und Jens-Peter Schuller, geschäftsführender Schulleiter der Beruflichen Schulen im Ostalbkreis.

Schüler der Realschule Heubach haben die Konferenz musikalisch umrahmt.

Was Sie über BNE wissen sollten

BNE ist die Abkürzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Gemeint ist eine Bildung, die Menschen dazu befähigt, zukunftsfähig zu denken und zu handeln.

Bildung für nachhaltige Entwicklung soll jedem Einzelnen ermöglichen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle, nachhaltige Entscheidungen zu treffen.

Bei der 11. Bildungskonferenz im Aalener Landratsamt stand das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Auf dem Podium diskutierten (v.l.) Günter Mößle, Prof. Dr. Ulrich Holzbaur, Kultusministerin Theresa Schopper, Dr. Joy Alemazung und Jens-Peter Schuller. Landrat Dr. Joachim Bläse (3.v.r.) moderierte.
Die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper trägt sich ins Goldene Buch ein.
350 Gäste kamen am Donnerstagabend ins Kreishaus, um Kultusministerin Theresa Schopper zu hören, zu sehen und um mit ihr ins Gespräch zu kommen.
Interessiert verfolgten die Besucher die 11. Bildungskonferenz.
Die 11. Bildungskonferenz im Aalener Landratsamt am Donnerstagabend war sehr gut besucht.

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