Mit dem Entdeckerpass aufs Härtsfeld: Eine Wiese für hunderte Millionen Bewohner

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Chefredakteur Lars Reckermann im Naturschutzgebiet Dellenhäule bei Waldhausen-Beuren. Dort gibt es eine riesige Ameisenstadt.

Zu Besuch in der Ameisenstadt im Dellenhäule. Mit dem Entdeckerpass zur Wiesenameise.

Aalen-Waldhausen.

Es sieht aus, als habe der Boden die Pocken bekommen. Tausende Mini-Hügel soweit das Auge reicht. Selbst eine hyperaktive Maulwurfsfamilie hätte hier verdammt lange buddeln müssen. Was im Naturschutzgebiet Dellenhäule in Waldhausen-Beuren die Landschaft so einzigartig macht, ist Millionen von Ameisen zu verdanken. Der Besucher braucht indes etwas Fantasie.

Man hört sie nicht, man riecht sie nicht und man sieht sie kaum. Ihr Leben spielt sich unter der Erde ab. Selbst wenn die Wiesenameise einmal ihren Bau verlässt, braucht es schon verdammt gute Augen, um das gerade einmal zwischen zwei und vier Millimeter lange Tier zu sehen. Dennoch ist die Wiesenameise zu Großartigem fähig. In Waldhausen-Beuren auf dem Härtsfeld hat sie eine einzigartige Landschaft geschaffen, ein echtes Idyll.

Es ist ruhig auf der großen Wiese. Eine Bank lädt zum Verweilen ein. Wer sich bewusst werden möchte, was sich unter seinen Füßen abspielt, sollte am Wanderparkplatz Beuren die Infotafeln studieren. Bis zu 160 Millionen Ameisen sollen dort Schätzungen zufolge pro Quadratmeter leben, unter 7000 Hügeln. In der größten Stadt der Welt, Tokio, leben etwa 37 Millionen Menschen.

Natürlich hinkt der Vergleich. Wer aber erst einmal weiß, dass jeder Minihügel auf dem Feld eine kleine Ameisenstadt beherbergt, der hat an diesem Ort die Kraft von Mutter Natur bildlich vor Augen. Kräuter wachsen auf den Hügeln und halten ihn stabil. Es gibt im Naturschutzgebiet einen Weg, auf dem sollte der Besucher auch bleiben. Wer sich etwas Zeit nimmt und das Gebiet Dellenhäule erwandern möchte, sieht viele Vögel und viele Schmetterlinge, vor allem den Bläuling. Der gibt seine Brut nämlich gerne in die Obhut der Wiesenameise und die ist eine tolle Babysitterin.

Die vor allem weiblichen Tiere sind zudem richtige Malocherinnen. Auf einem Hektar bringen sie bis zu sieben Tonnen Bodenmaterial an die Oberfläche. Nur Regenwürmer sind diesbezüglich noch produktiver.

Gleichwohl: der Lebensraum ist bedroht. Laut Insektenatlas aus dem Jahr 2020 ist keine andere Insektengruppe in Deutschland so bedroht wie die Ameisen. Wer sich auf dieses Kleinod erst einmal einlässt, sieht am Ende keine Pockenwiese mehr, sondern nur schützenswerte Natur. Logisch, dass der Stempel für den Entdeckerpass als Motiv eine Ameise hat. Was auch sonst.

  • So funktioniert's mit dem Entdeckerpass
  • Die Stempel für den Entdeckerpass liegen an jedem der 25 Orte jeweils in einem witterungsbeständigen, roten Stempelkasten bereit. Ziel ist es, mindestens 20 Stempel unterschiedlicher Stellen zu sammeln. Wer in seinem Heft mindestens 20 verschiedene Stempel gesammelt hat, kann seinen „Entdeckerpass“ bis spätestens 17. September an das Landratsamt Ostalbkreis, Stabsstelle Tourismus, Gartenstraße 97, 73430 Aalen, einsenden.
  • Unter den Einsendern werden 50 Preise verlost, der Hauptpreis ist eine Ballonfahrt mit dem SchwäPo/Tagespost-Heißluftballon. Das Päckle: Alle Informationen auch auf www.deine-ostalb.de/Entdeckerpass. Das „Entdecker-Päckle“ ist im Landratsamt Ostalb, in allen Tourist-Informationen sowie Rathäusern der Städte und Gemeinden im Ostalbkreis erhältlich. Unter tourismus@ostalbkreis.de oder Telefon (07361) 503-1793 kann das „Entdecker-Päckle“ kostenlos angefordert werden.
Im Naturschutzgebiet Dellenhäule bei Waldhausen-Beuren gibt es eine riesige Ameisenstadt.

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