Mit Produkten aus heimischer Region überzeugen

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Symbolfoto

  Drastisch gestiegene Energiepreise belasten die Metzger-Betriebe.

Hüttlingen.  Vetter eröffnete die Hauptversammlung mit einem Blick auf die Corona-Pandemie. Sowohl die alte wie auch die neue Regierung hätten ein schlechtes Bild abgegeben. Die Impfkampagne habe nicht die erhofften Zahlen gebracht und die Inzidenz sei durch Omikron in nicht vorstellbare Größen hoch geschnellt, was aktuell die Betriebe belaste. Manche Betriebe hätten gar dicht gemacht oder mussten mit eingeschränktem Programm fahren. Auch beim Thema Impfpflicht habe sich die Politik bis auf die Knochen blamiert. Hart ins Gericht ging der Innungsobermeister mit dem neuen Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, der den Metzgern als Vegetarier-Fürsprecher nicht wohlgesonnen sei. Seine Aussage, Putins Krieg könne durch Fleischverzicht beeinflusst werden, sei ein Schlag ins Gesicht für eine Branche, die durch ihren Einsatz viele Arbeitsplätze stelle und sicherlich kein unerhebliches Steueraufkommen darstelle. Die Fleischwarenindustrie nehme sich der vegetarischen und veganen Geschichte an, weil hier wesentlich höhere Gewinnmargen zu erzielen seien, betonte Vetter. Doppelte und dreifache Verpackung und weite Transporte seien die Kehrseite und gewiss keine gute Ökobilanz. „Wir setzen auf Fleisch aus regionaler Herkunft“, so Vetter wörtlich. Seit Jahren hieße es, Fleisch solle teurer werden, jetzt regle das der Markt und „schon ist das wieder zu viel für den Verbraucher“, fügte der Obermeister hinzu. Die drastische Erhöhung der Energiereise belasteten die Betriebe, man komme nicht umhin, die gestiegenen Kosten in die Kalkulation einfließen zu lassen. Vetter beklagte auch  „große Engpässe im Personalbereich“, mancher Kollege habe die Geschäftszeiten reduziert.

Auch die Ausbildungszahlen für 2021/22 seien nicht erbauend, fuhr Vetter fort. Den Betrieben empfahl er größtmögliche Flexibilität, um den richtigen Weg in die Zukunft zu finden. Dazu gehörten digitale Vertriebswege, Online-Handel und Bestellungen über Apps.  „Dass unser Handwerk Zukunft hat, ist unumstritten“, so Vetter optimistisch. In den nächsten Wochen würden die Weichen für die Zukunft des Aalener Fleischversorgungszentrum gestellt. Vetter wünschte sich, dass „der Standort mit eigener Schlachtung erhalten bleibt.“ Nach den Regularien ergriff Landesinnungsmeister Jogi Lederer das Wort. Auch er betonte, dass die Energiepreise die größte Belastung seien. Die entscheidende Frage sei der Umgang mit dem  Kostenpaket. Die Landesinnung werde den Betrieben  gerne zur Hand gehen und Empfehlungen geben. Noch wichtiger seien aber der enge Zusammenschluss und eine Bündelung vor Ort nicht zuletzt auch in der Einkaufspolitik, um durch größere Mengen bessere Preise zu erzielen. Lederer appellierte, gutes Personal zu hegen und zu pflegen, an den Betrieb zu binden und gute Lehrlinge zu übernehmen. Lederer wörtlich: „Der gute Metzger hat immer überlebt.“ ls

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