Mobiler mit dem Mitfahrbänkle

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von links Anja Henning und Lukas Dreher (Landratsamt, Geschäftsbereich Nachhaltige Mobilität), Regina Gloning (Leader-Aktionsgruppe), Landrat Dr. Joachim Bläse, Simon Weiß und "Plan Werk Stadt"-Chef Andreas Walter
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Alternative zum Busfahren: Wie Autofahrer und Mitfahrwillige unkompliziert und spontan zusammenfinden sollen. 141 Standorte im Ostalbkreis werden in einem neuen Projekt gefördert.

Aalen

In vielen Dörfern oder Gemeinden im Landkreis stehen schon welche: sogenannte Mitfahrbänkle. Nun werden es deutlich mehr, ihr Aussehen wird fast überall einheitlich sein. Neu sind Schilder, mit deren Hilfe man sein Wunsch-Fahrziel für Autofahrer erkennbar machen kann. An 141 Standorten, vornehmlich im nordöstlichen Ostalbkreis, werden diese Mitfahrbänkle im Laufe der nächsten Wochen aufgestellt - als gemeinsames, aus Leader-Mitteln gefördertes Projekt von Städten und Gemeinden in der Jagstregion.

Das Modell: Autofahrer nehmen spontan und unentgeltlich die mit, die von A nach B wollen, und deshalb an der Straße stehen - in diesem Fall sitzen. Das sei früher meist verpönt, Kindern und Jugendlichen oft von Eltern verboten gewesen, sagt Landrat Dr. Joachim Bläse bei der Vorstellung im Landratsamt. Doch genau darauf basiere nun das Projekt Mitfahrbänkle. Es sei eine sehr sinnvolle Ergänzung zum bestehenden ÖPNV-Netz, zum Rufbus-System, den bürgerschaftlich getragenen Fahrdienst-Angeboten und der „PendlaApp“ des Landkreises. Letztlich gehe es um Mobilität – eine große Zukunftsaufgabe und Herausforderung, gerade im ländlichen Raum und angesichts einer alternden, aber dennoch aktiven Gesellschaft.

So funktioniert’s: Wer eine Mitfahrgelegenheit braucht, wählt aus einem Kästchen am Schilderbaum das mit seinem jeweiligen Wunschziel aus und hakt es am Schilderbaum ein. Vorbeifahrende Autofahrer können sich dann zur Mitnahme des Passanten oder der Passantin entscheiden.

Der Ostalbkreis übernimmt keinerlei Haftung, eine zusätzliche Versicherung braucht man nicht. Nutzerinnen und Nutzer sind im Schadensfall über die Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters abgesichert. Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren dürfen das Mitfahrbänkle nicht nutzen.

Das Angebot sei kostenlos für alle Beteiligen und zu verstehen als eine Art „erweiterter Nachbarschaftshilfe“, sagt Lukas Dreher vom Geschäftsbereich Nachhaltige Mobilität im Landratsamt. Fast alle Kommunen in der Leader-Jagstregion würden sich beteiligen und damit „ein verlässliches Netzwerk“ bilden.

Umgesetzt hat das Ganze das Büro „Plan Werk Stadt“ aus Westhausen. Dessen Chef, Landschaftsarchitekt Andreas Walter, betont, man habe mit allen beteiligten Kommunen einzeln diskutiert. Und freut sich: „141 Standorte in der Region, Schilder für jeweils fünf Fahrziele – das sind insgesamt 1000 Fahrziele und ergibt eine gute Vernetzung.“

Die Finanzierung: 74 000 Euro Fördergelder flossen für das Projekt Mitfahrbänkle aus dem Leader-Programm der Europäischen Union, knapp die gleiche Summe brachten die beteiligten 21 Kommunen auf, erläutert Regina Gloning, Vorsitzende der Leader-Aktionsgruppe Jagstregion. „Mitfahrbänkle“ sei das jüngste von bisher insgesamt 99 Projekten, die in der seit 2016 laufenden Förderperiode von insgesamt 27 Gemeinden im Ostalbkreis und im Landkreis Schwäbisch Hall umgesetzt wurden.

Mitfahrbänkle: Wo sie überall zu finden sind

Bis Ende Mai wollen die Bauhöfe der Kommunen die Bänkle und Schilderbäume aufgebaut haben. Anfang Juni sollen die Ensembles startklar sein. Beworben werden dann in den einzelnen Städten und Gemeinden mit Handzetteln und Plakaten.

Standorte: Auf der Homepage des Ostalbkreises gibt es eine alphabetisch geordnete Liste aller Standorte und eine digitale Karte: www.mitfahrbänkle-jagstregion.ostalbkreis.de

Übersichtskarte
Fahrziel Westerhofen? Schild rausnehmen und an den Haken einhängen
Hier stecken die Schilder mit den Fahrzielen
Der Schilderbaum am Mitfahrbänkle
So sieht es aus, das neue Mitfahrbänkle.

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