Motorradtour: die große Schleife um den Ostalbkreis

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Blick über den Dorfmühlweiher in Wört zur Kirche St. Nikolaus. Fotos: mam
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Auf der letzten Tour in diesem Sommer war der Weg das Ziel. Eine Tagestour rund um den Ostalbkreis.

Mutlangen

Entlang der Grenzen des Ostalbkreises in einer Tagestour? Ist machbar. Der Motorradreporter wählt Mutlangen als Start und Ziel der Rundreise, weil er auf der B 298, dieser Berg-und-Tal-Bahn mit ihren tollen Kurven, so richtig loslegen kann. Bis nach Gschwend, von wo aus es nach Sulzbach-Laufen im Kochertal gehen soll. Aber er sieht das Hinweisschild auf den Badesee und tuckert da mal hin.

Vormittags sind noch keine Badegäste dort. Bürgermeister Christoph Hald hat einen Aushang anbringen lassen, der erklärt, die Wasserqualität sei kontrolliert und für gut befunden worden. Eine Passantin schwärmt von der Küche im Kiosk, der aber erst um 14 Uhr öffnet – sofern das Wetter passt.

Von Gschwend nach Rotenhar, dann auf einer hübschen Route durch den Wald talwärts nach Sulzbach. Rein ins Dorf und in der scharfen Linkskurve nach rechts, dem Hinweis auf Bühlerzell folgend. Sogleich erklimmt die jetzt schmalere Straße das Nordufer des Kochertals in einigen scharfen Kehren. Es geht durch den Osten des Schwäbischen Waldes über das Dörflein Heilberg nach Bühlerzell. Unterwegs wäre ein kurzer Abstecher zum Aussichtspunkt Altenbergturm denkbar (ist ausgeschildert).

Seltene Eindrücke gratis

Die Fahrt entlang der Kreisgrenzen entführt in schöne Gegenden, in die man als Fremder so gut wie nie kommt. Zum Beispiel von Bühlerzell aus über Kammerstatt zur Landesstraße 1060 und dann weiter nach Rosenberg. Da gondelt man über einen kleinen Höhenzug und hat rund um sich nichts als Landschaft, allerdings gespickt mit einigen Windkraftanlagen.

Am Ortsausgang von Rosenberg geht’s links in Richtung Jagstzell. Man passiert das ausgedehnte Betriebsgelände der „Holzmühle“, Rettenmaier & Söhne. Falls dann ein Sattelzug voraus ist, nur Geduld! In Jagstzell biegt der links ab, weil er zu hoch für die Bahnunterführung ist.

Nach rechts über die Jagst und gleich links den Berg hoch, Richtung Fichtenau. Wieder so ein Sträßchen abseits der ausgefahrenen Pisten, das es zu entdecken gilt. Bei Ropfershof stürzt es einen steilen Hang hinab. Dann auf holperigem Asphalt über Rechenberg nach Matzenbach, einem Teilort von Fichtenau. Und zurück ins Kreisgebiet über den Ellenberger Teilort Breitenbach, und weiter nach Wört. Dort macht der Reporter Pause am schmucken Dorfmühlweiher. Die Gemeinde Wört ist übrigens schuldenfrei und gehört, dank Gewerbesteuern, mit Rosenberg und Abtsgmünd zu den reichsten Dörfern im Landkreis, was man durchaus auch sehen kann.

Nach seiner Pause dampft der Reporter weiter nach Mönchsroth und von dort aus über Tannhausen nach Unterschneidheim ins östliche Kreisgebiet. Dann wendet er sich links, um über Zipplingen mit seiner markanten Martinskirche und Wössingen nach Kirchheim am Ries zu düsen. Unterwegs öffnet sich ein weiter Blick in den Rieskrater, dessen augenfälligstes Zeichen der Nördlinger „Daniel“ ist, der Kirchturm von St. Georg. Die Szene bleibt erhalten, bis man in Pflaumloch im Tal der Eger anlangt und die B 29 überquert.

Jetzt, wie schon Mönchsroth, erneut eine Ecke Bayern: Nähermemmingen gehört zu Nördlingen, markiert dessen westlichsten Zipfel. Dann geht es nach Utzmemmingen, Richtung Härtsfeldhausen. Auf Höhe des Campingplatzes Ringlesmühle links weg und auf einer überraschend breit und komfortabel ausgebauten Straße nach Schweindorf, Teilort von Neresheim. Man überquert unterwegs die B 466. Über Kösingen, mit seinem frisch sanierten Freibad, gelangt man in die Hauptstadt des Härtsfelds. Wo rechts Ohmenheim ausgeschildert ist, fährt der Reporter links, um am Kloster vorbei den Ulrichsberg hinabzugleiten. Das lohnt sich optisch (Kloster) wie auch fahrtechnisch (gut ausgebaute Kurven).

Von Neresheim aus fährt er über Großkuchen zur B 19, um dann scharf rechts nach Königsbronn abzubiegen, wo er den Brenzquelltopf erkundet. Straßen entlang der Kreisgrenzen gibt es in diesem Bereich nicht. Alternative wäre gewesen, über Aalen-Ebnat Oberkochen anzusteuern. Es folgt der längste Abschnitt, der außerhalb der Kreisgrenze liegt, die, über Zang, im Wental wieder erreicht wird. Die Ortsdurchfahrt in Bartholomä ist in Richtung Heubach bzw. Geislingen gesperrt. Schleichweg: Richtung Aalen, gleich nach dem Rathaus links und den Parkverbotsschildern folgen. Über die Brunnenfeldstraße und „An der Heide“ umfährt man die Baustelle.

Jetzt brummt man durch drei tolle Kehren hinab nach Heubach, verlässt den Kreisel in der Stadtmitte in Richtung Schwäbisch Gmünd, um vorbei an Bargau nach Bettringen zu düsen und weiter über Waldstetten nach Straßdorf. Der Gmünder Süden ist kein Vergnügen für Kraftfahrer. Es geht im Zickzack-Kurs rauf und runter durch Dörfer, die einen zusammengewürfelten Baustil auf sich vereinen.

Von Straßdorf aus kurvt der Reporter über Lenglingen nach Wäschenbeuren und umfährt dort die halbseitige Sperrung. Er weiß, dass man zwar nicht bis nach Lorch kommt, aber direkt nach dem Golfplatz und vor der Baustelle nach Rattenharz abbiegen kann. Durch das schmucke Dorf mit toller Aussicht ins Remstal und durch einige Kehren findet er hinab nach Waldhausen und zum dortigen Badesee (dem Hinweis „Kläranlage“ folgen). Der ist nicht wegen Blaualgen fürs Baden gesperrt, wie sein benachbartes Pendant auf Gemarkung Plüderhausen. Nach einem Cappuccino am dortigen Kiosk tuckert er durch Lorch und auf der alten Strecke nach Gmünd-West, um über Großdeinbach wieder nach Mutlangen zu kommen. Dort zeigt der Tageskilometerzähler die Zahl 237.

Wissenswertes zum Ostalbkreis

Der Ostalbkreis entstand im Zuge der baden-württembergischen Kreisreform am 1. Januar 1973. Damals wurde der Landkreis Aalen mit dem größten Teil des Landkreises Schwäbisch Gmünd verschmolzen. Gmünd verlor dabei allerdings Alfdorf an den Rems-Murr-Kreis. Der Ostalbkreis ist der Fläche nach (1511 Quadratkilometer) der drittgrößte im Lande, nach dem Ortenaukreis und dem Kreis Ravensburg. Ende 2021 zählte er 315.000 Einwohner. Landschaftlich geprägt wird der Kreis von der Schwäbischen Alb samt Härtsfeld, den Tälern von Jagst, Kocher und Rems mit Nebenflüsschen, dem Schwäbischen Wald, und der Osten reicht bis ins Ries.

Die Motorradtour Nummer 6 führt entlang der Grenze des Ostalbkreises mit den dortigen Sehenswürdigkeiten. Foto: rico
Der Brenzquelltopf in Königsbronn. Links die historische Hammerschmiede, die heute als Veranstaltungssaal genutzt wird.

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