Mut, Zuversicht und demokratische Entscheidungen

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Bartsch, Landrat Dr. Joachim Bläse, Romanus Kreilinger, Sony

Impuls mit einem beherzten Plädoyer für die Demokratie von Landrat Dr. Joachim Bläse.

Ellwangen-Röhlingen. Mit einem packenden Vortrag zu „Ostalbkreis 3D“ hat Landrat Dr. Joachim Bläse den Dekanatstag in Röhlingen bereichert. Pläne für die Zukunft im Ostalbkreis, zusammengefasst unter „Digitalisierung, Dekarbonisierung und Demografie“, waren das Thema. Der Dekanatstag, als politisch-gesellschaftlicher „Frühschoppen“ bildet traditionell den Auftakt der Veranstaltungen im Dekanat Ostalb.

Um Entscheidungen ringen

„Wir werden miteinander um demokratische Entscheidungen ringen.“ Dieser Satz hat als roter Faden durch den Vortrag von Joachim Bläse gezogen. Die Betonung auf demokratische und christliche Werte setzte er im Blick auf den Krieg in der Ukraine, wo die Demokratie mit Füßen getreten und „ein völlig falsches Verständnis von Demokratie vermittelt“ werde. „Demokratie ist anstrengend“, so der Landrat. Dies hält ihn jedoch nicht davon ab, Visionen zu entwickeln und auf den Weg zu bringen. Denn: „Wir brauchen diese Aufbruchstimmung, Veränderungswillen und Zuversicht.“

Neue Geschäftsfelder

Im Ostalbkreis mache die Digitalisierung neue Geschäftsfelder auf, man gehe einen Weg der Transformation hin zur Bekämpfung des Klimawandels mit dem Ausbau erneuerbarer Energien. „Dafür müssen wir die entsprechende Infrastruktur schaffen.“ Der Landrat spricht sich hinsichtlich des Themas „Dekarbonisierung“, also der Reduzierung von Kohlendioxid-Emissionen, unter anderem für eine neue „Wertschätzung Wald“ und für die Ermöglichung der Energieerzeugung in armen Ländern, aus. Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs gehört ebenso zur Agenda „3D“ wie der „plastikfreie Ostalbkreis“, für den der Landrat ausdrücklich wirbt. „Mit 72 Partnern können wir beginnen.“ Hinsichtlich der Demografie hält Bläse ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, dass „Kindern und Jugendlichen mehr Platz eingeräumt wird“. Die Ostalb müsse attraktiv werden für junge Familien, auch deshalb, weil eine Überalterung der Gesellschaft zu noch mehr Problemen in der Pflege führen werde. „Wir müssen uns als Gemeinschaft neu definieren und den Pflegeberuf attraktiv machen.“

Mal was falsch machen dürfen

Mut und Zuversicht, auch die Kultur, „mal etwas falsch machen zu dürfen“, solle wieder mehr in den Köpfen und Herzen der Menschen verankert sein. Von den Kirchen sprach der Landrat als einem Hort des Guten und Sozialen.

Dem Vortrag schloss sich ein lebendiger Austausch in der Kirche St. Peter und Paul in Röhlingen an. Statements zum Abbau der Bürokratie bei der Nachbarschaftshilfe, zur Stärkung des Dorfcharakters und besserer Kommunikation, gehörten dazu.

Davor hatte der stellvertretende Dekan, Pater Jens Bartsch, gemeinsam mit Pater Sony einen sehr ansprechenden Gottesdienst zelebriert. Bei aller Dunkelheit, die momentan durch die Kriegssituation die Menschen umfängt, dürfe man nicht die Zuversicht verlieren, dass Jesus am Ende des Matthäus-Evangeliums zusagt: „Ich bin bei euch alle Tage eures Lebens.“

Dekanatsreferent Romanus Kreilinger lud die Gäste im Anschluss an Gottesdienst, Vortrag und Plenum zu einem coronagerechten Imbiss auf dem Kirchplatz ein.

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