Nach der Schule jobben – die Chancen auf dem Arbeitsmarkt

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Ein Klassiker unter Schulabsolventen ist der Aushilfsjob in der Industrie. Plätze dafür gibt es auch in Zeiten von Corona.
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Viele Jugendliche wollen nach der Schule erst einmal Geld verdienen. Wie es derzeit mit Aushilfsjobs aussieht.

Aalen

Es ist das Ziel, auf das viele Schülerinnen und Schüler jahrelang hinfiebern: Nach dem Abschluss ins Ausland reisen, dort arbeiten, studieren oder einfach etwas von der Welt sehen. Wie viele andere Dinge ist auch das in diesem Jahr nur schwer möglich. Deshalb stellen wir in dieser Sommerserie Möglichkeiten vor, die Schulabsolventen auch in Zeiten von Corona haben. Teil eins der Serie geht der Frage nach, wie der Markt für Aushilfsjobber im Moment aussieht.

Wenn es in diesem Jahr nicht klappt, warum dann nicht jetzt schon auf die nächste Reise sparen? Denn auch wenn die Coronapandemie dem Jobmarkt zugesetzt hat – viele Betriebe stellen auch jetzt junge Erwachsene ein, die nach dem Schulabschluss Geld verdienen möchten.

Die schlechte Nachricht vorweg: schon seit Jahren gebe es weniger Ferienjobs in dem Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit, wie Pressesprecherin Karina Deininger sagt. "Dies hat sich durch die derzeitige Pandemie-Situation noch verstärkt", so Deininger weiter.

Grund dafür könne aber auch sein, dass viele Unternehmen ihre Angebote nicht in der Jobbörse der Agentur für Arbeit schalten, sondern Personal auf anderen Wegen suchen, zum Beispiel an Hochschulen. "Sehr viele Ferienjobs werden auch an Kinder von Betriebsangehörigen vergeben", sagt Deininger.

Wir können den Jugendlichen in der Region noch jeden Berufswunsch anbieten.

Dr. Tobias Mehlich Hauptgeschäftsführer HWK Ulm

Die Joblage für junge Menschen ist aber nicht ganz aussichtslos, im Gegenteil: Viele Unternehmen stellen ausdrücklich klar, dass die Coronapandemie nichts an der Personalsituation geändert hat.

Im Handwerk: "Wir können den Jugendlichen in der Region noch jeden Berufswunsch anbieten", sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK) Ulm. Es gebe immer noch über 1000 offene Lehrstellen in der Lehrstellenbörse der HWK Ulm. Das bedeutet jedoch nicht, dass Jugendliche sofort eine Ausbildung beginnen müssen. "Viele Betriebe freuen sich, wenn der Bewerber anbietet, zunächst ein kurzes Praktikum zu absolvieren", so Mehlich weiter. Und auch die Zahlen sprechen für die Handwerksbranche. "Trotz Krise hat sich die Beschäftigtenzahl im Handwerk im letzten Vierteljahr erhöht", erläutert Mehlich. In der Industrie: In der Industrie gibt es nach wie vor Plätze für Ferienjobber, so zum Beispiel bei der Firma Varta. "Wir haben eine Vielzahl an Plätzen für Ferienjobber", sagt Pressesprecherin Nicole Selle. Die Zeiträume variieren hier von vier Wochen bis zu mehreren Monaten. "Natürlich bieten wir auch Ausbildungsplätze und duale Studiengänge an", ergänzt Selle.

Ähnlich sieht es bei der EnBW ODR aus. "Die Coronakrise nimmt keinen Einfluss auf unser Angebot", sagt Pressesprecherin Nicole Fritz. Von Vorteil sei es unter anderem, wenn Bewerber einen Führerschein hätten oder bereits an einer Hochschule eingeschrieben sind. Aber: "Wir bieten neben den normalen Werkstundententätigkeiten auch generelle Ferienjobs sowie Kurz- und Langzeitpraktika an."

Bei der Post: "Im Ostalbkreis suchen wir aktuell noch ein paar wenige Aushilfskräfte in der Zustellung", sagt Gerold Beck, Pressesprecher der Deutschen Post. Der Stundenlohn für die Arbeit beträgt aktuell 14,17 Euro. "Wegen der umfangreichen Einarbeitung bevorzugen wir längere Ferienjobeinsätze", sagt Beck weiter. Das seien mindestens sechs Wochen. Bewerbungen können Interessierte unter www.werde-einer-von-uns.de einsenden. Im Einzelhandel: "Lidl Deutschland bietet jährlich in seinen Filialen Ferienjobs für junge Leute ab 16 Jahren an", sagt Lidl-Pressesprecher Mario Köhler. In Aalen, Ellwangen und weiteren Gemeinden des Ostalbkreises gebe derzeit noch sowohl Jobs als auch Ausbildungsplätze.

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